Zwei Thüringer auf den Weg nach Verona

      „Ein Freund ein guter Freund, dass ist das Beste was es gibt auf der Welt. Ein Freund bleibt immer Freund auch wenn die ganze Welt in Trümmern liegt.“ Wer kennt es nicht, dieses Lied aus dem Filmklassiker:“ Die drei von der Tankstelle“ Ich habe das Glück so einen guten Freund zu besitzen und in dem folgenden Reisetagebuch möchte ich die Geschichte einer erlebnisreichen Radtour nach Italien in die wunderschöne Stadt Verona erzählen. Durch Wind, Sonne und Regen sind wir geradelt dem sonnigen Italien entgegen. Kann man in unserer technisierten, durchorganisierten Welt noch Abenteuer bestehen. Ja man kann, wenn man einfach sich auf die eigenen Kräfte besinnt und einen guten Freund an seiner Seite hat. Das folgende Reisetagebuch ist eines von vielen verschiedenen Erinnerungen, die ich Gott sei Dank erleben durfte.

1.Tag 18.05.2009
Abfahrt von Mechterstädt um 2.30 Uhr in der Nacht nach Eisenach mit den Fahrrädern, Hänger und Gepäck.
Ab 4.00 Uhr Abfahrt mit dem Zug von Eisenach.
16.00 Uhr Ankunft in Jenbach in Österreich.
Kaffeepause in der Eisenbahnergaststätte in Jenbach.
Die Radtour beginnt bei regnerischem Wetter. Das Ziel ist Weer und die erste Übernachtung im „Schmalzerhof“. Der Regen wird immer intensiver und wir weichen regelrecht auf.
Wir erreichen den „Schmalzerhof“ nass wie die Ratten.
Nach dem eintreffen im „Schmalzerhof“ hängen wir die nassen Sachen auf. Prompt vergesse ich meine Radjacke. In der Radjacke befindet sich mein Schlüsselbund. Die Übernachtung im Gasthof kostet 34 Euro pro Person.

2.Tag 19.05.2009
Radtour von Weer bis Stams. Stams ist das Wintersportzentrum in Österreich. Hier gibt es ein Zisterzienserstift mit einer Schule. Wir übernachten auf den terassenförmig angelegten Zeltplatz für 8,00 Euro. Unweit von Stams befindet sich auch auf einer Anhöhe eine Marienkapelle.

3. Tag 20.05.2009
Radtour von Stams nach Landeck. Die zu fahrende Strecke ist sehr bergig.
Gegen 19.00 Uhr eintreffen in Landeck. Einkehr in der Pension Thalblick für drei Nächte.
Eine Übernachtung kostet 24,00 Euro pro Person.

4. Tag 21.05.2009
Heute ist Feiertag und zwar Christi Himmelfahrt. Wir legen heute einen Wandertag ein.
Mit der Seilbahn geht es hoch hinaus auf dem Krahberg. Wir wandern zu einer Alm und machen eine
deftige Brotzeit. Es ist ein warmer sonniger Tag und wir haben einen herrlichen Blick auf Landeck und
Umgebung. Nach dem Abstieg ins Tal beschließen wir zum Kloster Kronberg zu wandern.
In Kloster Kronberg befindet sich ein Marienheiligtum, dass von der Ordensgemeinschaft der Vinzentinerinnen betreut wird. Auf den Rückweg nach Landeck kehren wir in Zams in einen
Gasthof ein. Bei Bier und einen guten Essen lassen wir den Männertag ausklingen. Zams ist ein Vorort
von Landeck. Die Ordensgemeinschaft der Vinzentinerinnen haben hier ihren Stammsitz.

5. Tag 22. 05.2009
Mit dem Radbus fahren wir auf den Rechenpass und von dort aus geht es Berg runter nach Landeck.
Wir haben wieder herrliches sonniges Wetter. Die Strecke ist sehr steil und stark befahren. Wir entschließen uns am nächsten Tag mit Sack und Pack doch lieber mit dem Radbus den Rechenpass
hoch zu fahren, da uns die Strecke aus eigener Kraft zu überqueren als zu gefährlich erscheint.
Wird unser Radhänger in den Radbus passen. Diese Frage bereitet uns großes Herzklopfen.

6. Tag 23.05.2009
10.00 Uhr am Bahnhof von Landeck fährt der Radbus los. Wir sind sehr erleichtert und glücklich, dass unser Hänger im Bus noch einen Platz findet.
Oben auf dem Rechenpass machen wir eine zünftige Brotzeit. Anschließend geht es Berg ab durch das
schöne Vinschgau bis Lätsch. Wir fahren durch umfangreiche Obstgärten bis zu einen Zeltplatz in Lätsch. Für 13.00 Euro pro Person übernachten wir mit den Zelten auf einen Zeltplatz

7. Tag 24.05.2009
Radtour von Lätsch über Merane nach St. Martin im Passeiertal. Dort kehren wir in der Pension Grünau
ein für 24.00 Euro pro Person ein. Abends machen Abendbrot im Brauhotel Martinerhof..
Es gibt eine Pizza und gutes selbstgebrautes Bier vom Martinerhof für 4,00 Euro der halbe Liter.

8. Tag 25.05.2009
Heute legen wir wieder einen Wandertag ein. Am Fluss Passeier entlang geht es nach St. Leonhard.
In St. Leonhard befindet sich die Andreas Hofer Gedächtniskirche. Wir sind in der Heimat des Nationalhelden Tirols. Leider hat das Museum neben der Kirche geschlossen.
Auf den Wiesen um die Kirche herum weiden viel Haflinger Pferde.
Mit dem Linienbus fahren wir von St. Leonhard nach Felders. Hier war Jens vor Jahren im Urlaub. Er zeigt mir sein ehemaliges Hotel und wir wandern durch eine atemberaubende Bergwelt. Zurück geht
Es mit dem Linienbus wieder bis St. Martin.

9. Tag 26.05.2009
Rückfahrt nach Merane. Auf der Fußgängerpromenade treffen wir einen musikalischen Eisverkäufer der
uns mit Gitarre ein Ständchen bringt. Weiter geht die Fahrt nach Bozen mit einer Stadtbesichtigung.
Quartier machen wir in einer Pension hinter Bozen in der Kleinstadt Auer in einem Weinanbaugebiet.
Bei einer kleinen Rastpause bemerken wir erst spät das sich unter einen Steintisch eine große Schlange
befindet, die sich aber gemächlich in ein einen Busch zurückschlängelt. Am Abend trinken wir nach diesem abenteuerlichen Erlebnis einen Wiliamsschnaps in Auer.

10. Tag 27.05.2009
Weiterfahrt mit den Rädern nach Trient. Dort machen wir eine Stadtbesichtigung, essen Eis und es gibt eine Begegnung mit amerikanische n Touristen. Nach einer zermürbenden Fahrt kommen wir in Rotventro an. Die Suche nach der Jugendherberge gestaltet sich schwierig, da zunehmend italienisch gesprochen wird. Mit Händen und Füßen und ein paar englischen Brocken haben wir schließlich Erfolg.
Das abendliche Bier kommt aus Bayern. Das gute Weltenburger Bier ist eine willkommene Abkühlung nach dem anstrengenden Tag.

11. Tag 28.05.2009
Weiter geht es am Fluss Etsch entlang bis wir in Mons abbiegen und uns Richtung Gardasee befinden.
Auf der Strecke ist der Radweg plötzlich wegen Bauarbeiten gesperrt. Wir müssen eine Wegführung
auf einer gefährlichen Bergstraße nehmen. Die Italiener fahren wie die „Henker“. Ich nutze die Zeit für
Stoßgebete und bin dankbar lebend die Straße wieder verlassen zu dürfen. Auf den letzten Metern in Richtung Gardasee begegnet uns ein Reisebus aus Thüringen. Der „Weltenbummler“ kreuzt hier unsere
Wege. Ankunft am Gardasee um 13.00 Uhr in Torbole. Wir haben eine herrliche Aussicht auf den Gardasee. Fotos werden gemacht mit dem Gardasee im Hintergrund. In Torbole essen wir eine leckere Pizza und weiter geht es nach Riva del Garda. Hier Übernachtung auf dem Zeltplatz Bavaria.

12. Tag 29.05.2009.
Schifffahrt von Riva del Garda ab 9.35 Uhr. Wir fahren übern Gardasee mit herrlichen Aussichten links und rechts. Gegen 13.45 Uhr Ankunft in Sirmone. Nach einer Stadtbesichtigung fahren wir am Gardasee entlang Richtung Verona. Der Weg ist sehr schlecht und unübersichtlich wir müssen oft auf die lebensgefährlichen italienischen Straßen ausweichen. Bei einer Rast treffen wir wieder ein Thüringer Busunternehmen von Taxi Müller aus Gotha. Jens kennt den Busfahrer persönlich und wir trinken gemeinsam in seinen Bus Kaffee. Er kann kaum glauben, dass wir mit unseren Rädern soweit gekommen sind. Seine Empfehlung den schnellsten Weg nach Verona zu nehmen, folgen wir. Das Wetter wird schlechter und wir geraten in eine Regenfront. Der Verkehr ist wieder italienisch riskant und es ist wieder Zeit für Stoßgebete. Wir weichen langsam auf vom vielen Regen. Hurra ein größeres Schild über der Strasse verkündet uns das wir bald in Verona sind. Noch mal richtig gefährlich wird es, als wir an einen Kreisverkehr falsch abbiegen und auf einen Autobahnzubringer fahren. Die Italiener heizen uns mit einen Hupkonzert ordentlich ein. Mein Herz bewegt sich Richtung Hosenboden. Unsere Schutzengel legen eine Sonderschicht ein und wir kriegen die Kurve und kommen heil in Verona an. Mit Händen und Füßen und guten Menschen die uns auf den richtigen Weg bringen kommen wir in der Jugendherberge an, die sich in einer alten Burg befindet. Hier gibt es Schlafsäle und unsere Zimmergenossen kommen aus aller Welt. 24.00 Uhr werden wir eingeschlossen und wir fühlen uns richtig sicher.

13. Tag 30.05.2009
Wir nehmen uns Zeit für einen ausgiebigen Stadtrundgang in der Stadt von Romeo und Julia.
Gegen13.45 Uhr fahren wir mit den Zug zurück Richtung Brenner. Auf den Bahnhofsvorplatz versuchen leichbekleidete Damen meinen Wanderfreund Jens zu verführen. Er bleibt standhaft und ist nach dieser Begegnung aber sehr aufgewühlt.
Auf den Brennerbahnhof angekommen entschließen wir uns auf Grund des ruhigen Pfingstverkehrs mit den Rädern nach Innsbruck zu fahren. Vier Stunden Abfahrt lassen die Bremsen glühen. Es ist der absolute Wahnsinn die alte Brennerstraße Richtung Innsbruck zu fahren. Wir kommen abends in Innsbruck an und fahren durch abendlich beleuchtet Stadt Richtung Hall in Tirol. In Volders machen wir Quartier beim Jagerwirt.

14. Tag 31.05.2009
Rückfahrt Richtung Weer am Inn entlang. Im Schmalzerhof bekomme ich meine Jacke mit Schlüsseln wieder. Weiter geht es nach Jenbach und mit einer weiteren Zugfahrt Nürnberg über München.
In Nürnberg übernachten wir im preisgünstigen zentral gelegenen Hotel Pillhofer.

15. Tag 1.06.2009
Heute ist der letzte Tag unserer Reise und von Nürnberg fahren wir in Richtung Eisenach. Einen großen Teil der Strecke befördert uns die Südthüringer Bahn.
In Eisenach angekommen geht’s wieder auf die Räder und wir fahren nach Hause. Zwischenstopps sind mit eingeplant im Zapfengrund in Schönau an der Hörsel und beim Bärenjäger in Kälberfeld.

Im Anhang die Bilder sind ergänzend und vielleicht gibt es den einen oder anderen Leser der Lust auf diese Tour bekommen hat.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
1 Kommentar
12.761
Renate Jung aus Erfurt | 25.11.2011 | 17:35  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige