Arnoldi-Schachspieler sind Deutscher Vize-Meister

Die stolzen Deutschen Vize-Meister 2016 der Arnoldischule Gotha nach Turnierende vor dem Kunstpavillon in Aurich. Stefan Schlick, Heinz Rätsch (A- Trainer), Nikita Kuznecovs, Tim Leimbach, Lutz Herrmann (Schachlehrer), Theresa Schulz, Friedrich Reucker und Johannes Funke (v.l.n.r.). Foto: privat
 
Das Arnoldi-Team kämpft in der 3. Runde gegen den sachsen-anhaltischen Meister von der Landesschule Latina Halle (S.). Am Ende siegten Theresa Schulz, Friedrich Reucker, Stefan Schlick und Nikita Kuznecovs (v.l.n.r.) bärenstark mit 3:1. Foto: Lutz Herrmann
Das Gothaer Team erkämpft in der WK III Silber bei Deutscher Schulschachmeisterschaft

"Auf nach Aurich!" hieß es für den amtierenden Thüringer Schulschachmeister der Arnoldischule Gotha am 28. April 2016, denn die Stadt im Herzen Ostfrieslands war in diesem Jahr Austragungsort des Deutschen Bundesfinales der jeweiligen Landessieger in der Wertungsklasse III. Mit von der Partie waren bei den Thüringern Theresa Schulz, Stefan Schlick, Friedrich Reucker, unser lettischer Neuzugang Nikita Kuznecovs, Johannes Funke, Tim Leimbach, A-Trainer Heinz Rätsch und Schachlehrer Lutz Herrmann. Das ambitionierte Meisterschaftsziel vor Beginn des dreitägigen Kräftemessens mit den versammelten bundesdeutschen Spitzenspielern in dieser Altersklasse war es, die gewachsene Leistungsstärke zu präsentieren und einen Platz unter den besten fünf Teams im bundesweiten Ranking zu ergattern.
Hoch motiviert und voller Konzentration stiegen die Arnoldianer in den 7-rundigen Wettkampf, ausgetragen im Schweizer System, ein. Das Ergebnis des ersten Wettkampftages sprach eine eindeutige Sprache: Nach glatten 4:0 Siegen über das Otto-Schott-Gymnasium Mainz und das mit hohen Erwartungen angereiste Bismarck-Gymnasium Karlsruhe sowie einem 3:1 Erfolg gegen das Landesgymnasium Latina aus Halle (S.) führten die Gothaer die Zwischentabelle an, wohl wissend, dass am nächsten Tag die Spitzenteams auf sie warteten.
Sogleich in Runde 4 kam es zum Aufeinandertreffen der Mannschaften mit den höchsten Turnierwertzahlen. Die Thüringer bekamen es dabei mit dem Turniermitfavoriten, dem Gymnasium Coswig zu tun. Nikita musste am 1. Brett gegen Rares Hofmann (TWZ 2071) zwar eine Niederlage hinnehmen, Stefan und Friedrich jedoch erspielten starke Unentschieden und unser Mannschaftskapitän Theresa sicherte mit ihrem Sieg gegen Wilhelm von Koslowski ein starkes 2:2. Dieses Remis gegen den Sachsenmeister bedeutete noch die Verteidigung der Tabellenführung. Nach der nächsten Runde ging diese Führung aber dennoch verloren, weil die Arnoldianer gegen die Gymnasiasten aus Delmenhorst, dem späteren Drittplatzierten im Endklassement, mit einem knappen 1,5:2,5 leider die einzige Turnierniederlage einstecken mussten. Nun hieß es, die Köpfe oben zu behalten und sich auf die eigenen Stärken zu besinnen, denn mit dem Hamburger Brecht-Gymnasium wartete der Deutsche Schulschachmeister der WK IV vom letzten Jahr auf die Thüringer. Stefan (Brett 2) und Friedrich (Brett 3) erkämpften erneut wichtige halbe Punkte gegen Robert Engel (TWZ 1757) sowie Lennart Meyling (TWZ 1732), Theresa gewann an Brett 4 souverän gegen Joris Raschke und so musste die Partie am Spitzenbrett über den Ausgang dieses Matches entscheiden. Unser Nikita (TWZ 1809) hatte es dabei mit keinem geringeren als dem Deutschen Meister von 2014 und Teilnehmer an der Jugendweltmeisterschaft 2015, Luis Engel (TWZ 2167), zu tun. Buchstäblich in letzter Sekunde sicherte der Gothaer in einem nervenaufreibenden Blitzfinale den halben Punkt und der Mannschaftssieg gegen die enttäuschten Hanseaten war damit perfekt. Spannung pur vor der Schlussrunde am Sonntag! Der letzte Mannschaftskampf gegen den Bayernmeister vom Gymnasium Tegernsee und weitere direkte Duelle der Teams aus dem oberen Tabellendrittel untereinander mussten die Entscheidung bringen. Verschiedenste Konstellationen in Bezug auf das Endergebnis waren noch möglich. Die Arnoldischüler wollten natürlich den bisher phantastischen Turnierverlauf nicht herschenken und setzten noch einmal alle Kräfte frei. Der Kampf wogte hin und her, stand lange auf Messers Schneide und endete schließlich mit einem leistungsgerechten 2:2. Sofort fing das Rechnen an. Da die Sachsen den direkten Vergleich gegen die Delmenhorster 3:1 gewannen, war ihnen der Titel mit 12:2 Punkten nicht mehr zu nehmen. Aber was war das Remis der letzten Runde für die Gothaer wert? Punktgleich mit 10:4 rangierten die Niedersachsen und die Thüringer hinter dem Sieger. Nun musste die Feinwertung Buchholz entscheiden. Und da hatte die Arnoldischule mit 62 gegenüber 58 Punkten doch tatsächlich die Nase vorn und verwies das Gymnasium an der Willmsstraße auf den Bronzerang. Als die Gothaer realisierten, dass sie Deutscher Vize-Meister 2016 geworden waren, kannte die Freude keine Grenzen mehr. Dieses traumhafte Ergebnis bedeutet nämlich den größten Erfolg der Arnoldi-Denksportler seit Gründung der Arbeitsgemeinschaft Schach im Jahre 2000. Damit hat die Mannschaft absolute Arnoldi-Schachgeschichte geschrieben!
Dieses grandiose Meisterschaftsresultat ist auch das Ergebnis einer geschlossenen Mannschaftsleistung, aus der die ungeschlagen gebliebenen Schachspieler Stefan (5,5/7 Punkte) und Friedrich (5/7) noch herausragten.
Lobenswert zu erwähnen sind außerdem noch zwei weitere Silberränge im Ergänzungsspieler- sowie Tandemturnier durch den ebenfalls unbezwungen gebliebenen Johannes Funke (3/5), Tim Leimbach und Nikita Kuznecovs.
Ein großes Dankeschön der Gothaer Schachspieler geht an den Förderverein der Arnoldischule für die finanzielle Unterstützung der Wettkampfreise, an BIG für die Bereitstellung eines Kleinbusses und an die Schacheltern, die das Team bei der Ankunft im abendlichen Gotha mit einem stimmungsvollen Empfang überrascht haben.

Lutz Herrmann
(Schachlehrer Arnoldischule Gotha)
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