Arnoldischule Gotha feiert Doppelsieg im Fürstentum Liechtenstein

Die stolzen Arnoldi-Doppelsieger mit den erkämpften Pokalen und Medaillen direkt nach der Siegerehrung in der Wettkampfstätte im SAL Schaan. Götz Böhm, Stefan Schlick, Tim Leimbach, Friedrich Reucker, Theresa Schulz, Nikita Kuznecovs, Minh Vo und Schachlehrer Lutz Herrmann (v.l.n.r.). Foto: Hans Stengel
 
Das doppelte Thüringer Siegerteam mit dem Präsidenten des liechtensteinischen Schachverbandes, Hans Peter Walch (2.v.l.) und dem Turnierorganisator Dominik Wolfinger (rechts) direkt nach der Siegerehrung in der Wettkampfstätte in Schaan. Foto Hans Stengel
Die Vorfreude der besten Schachspieler des Arnoldi-Gymnasiums auf ein Wiedersehen mit vielen Liechtensteiner und Schweizer Freunden im Rahmen des Internationalen Jugendturniers war auch in diesem Jahr schon seit Monaten spürbar. Darum verwundert es nicht, dass die gesamte neunköpfige Arnoldi-Delegation gut gelaunt und top motiviert am Freitag, den 09. September zu ihrer traditionellen Turnierreise den Kleinbus gen Fürstentum bestieg.
Nunmehr zum 32. Mal veranstaltete der Liechtensteinische Schachverband dieses renommierte mehrtägige Turnier und die Schachspieler der Arnoldischule waren 2016 bereits das 9. Mal in Folge mit von der Partie – eine einzigartige Schachpartnerschaft seit der Schacholympiade 2008 in Dresden.
Im schönen Rathaussaal der Gemeinde Schaan nahmen in diesem Jahr insgesamt 85 Kinder und Jugendliche aus sechs europäischen Nationen in drei Altersklassen (U10, U14 und U18) am schweren siebenrundigen Turnier, ausgetragen im Schweizer System, teil.
Für die Gothaer bestand 2016 sogar die Möglichkeit, sich in zwei Altersklassen realistische Chancen auf vordere Plätze auszurechnen. Und so gingen Nikita Kuznecovs, Götz Böhm und Tim Leimbach in der Kategorie U14 sowie Theresa Schulz, Friedrich Reucker, Minh Vo und Stefan Schlick in der Altersklasse U18 den stark besetzten Wettkampf mit einer Bedenkzeit von 25 Minuten je Spieler sehr konzentriert und bis in die Fingerspitzen motiviert an.
Bereits nach Beendigung der 1. Runde staunte die internationale Konkurrenz über fünf Siege und zwei Remispartien der Thüringer nicht schlecht. Auch in den folgenden Runden gaben sich die Gothaer kaum eine Blöße und spielten allesamt ganz starkes Schach.
In der U14 sollte es bis zur letzten Runde ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Arnoldianern und dem österreichischen Team aus Rankweil geben. Dabei besiegte Tim u.a. Manuel Pribozic (1347 Elo) aus Dornbirn und Götz schmetterte mit Moritz Napiontek sowie Maximilian Kovalyov gleich zwei Münchener zu Boden und zwang den von der Papierform her klar favorisierten Schweizer Krithik Chockalingam (1484 Elo) zur Aufgabe. Ein weiteres ganz wichtiges Fundament für den späteren Mannschaftserfolg legte Nikita. An Nummer eins gesetzt ließ er bei seiner erstmaligen Teilnahme in Liechtenstein nichts anbrennen und gewann in souveräner Manier all seine sieben Partien! Dies bedeutete im Endklassement Mannschaftsgold mit zwei Punkten Differenz vor den Rankweilern und Münchenern. Das Sahnehäubchen dazu war natürlich Nikitas verlustpunktfrei erkämpfter Einzelgoldpokal.
Die härtesten Konkurrenten der Arnoldischüler in der Altersklasse U18 kamen vom SC Tarrasch 45 München. Als Stefan in Runde zwei gegen David Leitritz (1809 Elo) unglücklich verlor, hielten die Gothaer schon den Atem an. Doch sofort in der nächsten Runde erfolgte der Konter. Theresa behielt im Duell gegen denselben Gegner in schwerer Verteidigungsstellung mit den schwarzen Steinen den Überblick und zwang letztlich den Bayern zur Aufgabe. In Runde vier kam es zu den nächsten Hammerduellen. Dabei konnte auch Friedrich den Gegner Leitritz bezwingen und Stefan sowie Minh holten ganz wichtige halbe Punkte gegen Duke Kreutzmann (1953 Elo) aus der Schweiz sowie Julia Joebges (1774 Elo) ebenfalls vom SC Tarrasch. Theresa (1550 Elo) bekam mit dem an Nummer eins gesetzten Emilian Hofer (2128 Elo) den härtesten Brocken vorgesetzt. Doch unsere "Arnoldi-Schachqueen" wuchs in dieser Partie über sich hinaus und brachte den Österreicher an den Rand einer Niederlage. Ihr hoch verdientes Remis bedeutete für den Hohenemser und späteren Einzelsieger in der U18 den einzigen halben Punktverlust während des gesamten Turniers! Weiterhin setzte sich Theresa gegen Nico Joebges (1827 Elo) durch und holte gegen den an Nummer drei gesetzten Schweizer Lukas Meier (1927 Elo) ein starkes Remis. Eine bärenstarke und geschlossene Mannschaftsleistung führte im Abschlussranking mit ganzen 4,5 Punkten Vorsprung gegenüber den Münchenern zu einem vor Turnierbeginn nicht für möglich geglaubten souveränen weiteren ersten Rang. Doch damit nicht genug. Die stark aufspielende Theresa sicherte sich ungeschlagen mit 5/7 Punkten verdientermaßen hinter Hofer Einzelsilber und damit nicht nur einen schicken Pokal, sondern auch 150 CHF Preisgeld.
Am Ende eines intensiven Turniers konnten erstmals zwei Arnoldi-Teams das goldene Siegerpodest im Fürstentum erklimmen und machten diese Wettkampfreise, zusammen mit den beiden Einzelerfolgen von Nikita und Theresa, zur erfolgreichsten der bisherigen Arnoldi-Schachhistorie.
Nach harten Turniertagen bot sich für die Schüler noch die Gelegenheit, Land & Leute in der Region kennen zu lernen. So besichtigte das Gothaer Doppel-Gold-Team, ausgestattet mit thüringischer sowie liechtensteinischer Landesfahne und Siegerpokalen, die idyllische schweizerische Stadt St. Gallen sowie die liechtensteinische Hauptstadt Vaduz und begab sich bei sommerlich-tropischen Temperaturen im Graubündner Heidiland mit der Älplibahn auf eine abenteuerliche Gondelfahrt hinauf bis in 1801m Höhe.
Ein herzliches Dankeschön geht wieder einmal an den Förderverein des Arnoldi-Gymnasiums für die großzügige finanzielle Unterstützung, an BIG, die freundlicherweise erneut einen Kleinbus für die Reise zur Verfügung stellten, an den A-Trainer Heinz Rätsch für die optimale Turniervorbereitung der Kinder und nicht zuletzt auch an die begeisterten Schach-Eltern, welche das Hobby ihrer Sprösslinge bereits viele Jahre sehr engagiert unterstützen.

Lutz Herrmann
(Schachlehrer Arnoldischule Gotha)

Fotos: Hans Stengel
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