Bergab an die Spitze - Downhill in Tabarz

Wann? 22.08.2014 bis 24.08.2014

Wo? Downhill am Inselsberg, Gartenstraße, 99891 Tabarz/Thüringer Wald DE
Nico Brendel (15) ist begeisterter Downhill-Biker: "Ich habe das Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit, wenn ich fahre."
 
Nico Brendel: „Das Ziel ist es, schnell zu sein."
Tabarz/Thüringer Wald: Downhill am Inselsberg |

Der 15-jährige Nachwuchsfahrer Nico Brendel feiert seine Wettkampfpremiere beim 21. Downhill in Tabarz.

Mit Karacho rast Nico Brendel direkt auf den Fotografen zu. Helm voran den steilen Waldhang herunter. Seinen Bremsweg pflastern dicke Wurzeln. Kann er sein Rad noch rechtzeitig stoppen?

Er kann. Ganz locker sogar. Und er schiebt das Fahrrad auch zum x-ten Mal wieder den Inselsberg in Tabarz hinauf. In der Sommerhitze, ohne einen einzigen Erschöpfungsschnaufer. Nico ist fit, gerade erst 15 Jahre alt geworden und er strotzt vor Begeisterung für das Downhill-Biken. „Das Ziel ist es, schnell zu sein. Es macht unglaublich viel Spaß. Ich habe das Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit, wenn ich fahre. Es gibt kein Teamwork. Man ist auf sich allein gestellt.“

"Du lernst alles in der Praxis.“


Mit dem Rad fuhr der Helene-Lange-Regelschüler schon immer gerne durch den Wald, vor zwei Jahren dann das erste Mal die Actionstrecke bergab. Mittlerweile sind er und seine Freunde Mitglieder im Bergradsportverein „Downhill am Inselsberg. Zwei- bis dreimal pro Woche zieht es ihn zum Training auf die Strecke. Dann legt er sich in die Kurven, springt über kleine Schanzen, rast über Stock und Stein. Eine Mischung aus Technik, Kraft, Koordination und Fitness. „In der Theorie kannst du so etwas nicht lernen. Du lernst alles in der Praxis.“

Muskelkater kennt Nico schon lange nicht mehr. Richtig anstrengend ist nur das Sektionstraining. Dann fährt er die Strecke Stück für Stück ab, schiebt zwischendurch wieder das Rad bergauf. Er fährt jede Etappe so oft, bis er sie beherrscht. Die Vereinsmitglieder trainieren sich untereinander, einige Tricks und Techniken schaut er sich bei den Profis ab – in Youtube-Videos oder bei Livestreams der Downhill-Meisterschaften.

Beinahe sein ganzes Geld steckt der Friedrichrodaer Downhill-Nachwuchsfahrer in den Sport. Vor allem das spezielle Rad ist nicht ganz preiswert. Das Einsteigermodell kostet 2000 Euro, nach oben gibt es kaum Grenzen. Dafür bekommt man ein robustes Bike, das speziell für die Steilfahrten durch die Natur gebaut wurde. Um die Schläge abzufedern, besitzen Downhill-Fahrräder an der Gabel und am Hinterrad Stoßdämpfer mit großem Federweg von rund 200 Millimetern. Die Reifen sind breit und stabil. Damit die Kette nicht bei jeder Erschütterung abspringt, hält sie die spezielle Kettenführung in Position. „Die Ausstattung ist schon wichtig. Aber wenn man gut fährt, ist man mit jedem Fahrrad schnell.“

"Ich gehe sehr auf Materialschlacht.“


Zwei- bis dreimal pro Monat muss der 15-Jährige mit seinem Bike in die Werkstatt. „Ich bin schon schlimm und gehe sehr auf Materialschlacht“, gesteht Nico. Im Radladen bekommt er schon Rabatte. In seine neue Federgabel hat er gerade 700 Euro investiert. Sponsoren sind daher gern gesehen.

Zu den Kosten für das Rad kommen die Ausgaben für den Helm, die Protektoren, Genickschutz & Co. Denn völlig ungefährlich ist der Sport nicht. „Du musst schon gucken, dass du auf dem Fahrrad bleibst und die Kontrolle behältst. Sonst kannst du auch stürzen und das ist meist sehr schmerzhaft.“

Nico weiß, dass man sein Limit kennen muss. Er hat es bereits am eigenen Leib erfahren. Er zeigt auf seinen Unterarm. „Das ist eine Narbe geworden. Auch an den Beinen habe ich überall Narben. Das Handgelenk war schon angebrochen. Aber sonst ist noch nicht viel passiert. Darüber bin ich auch sehr froh.“ Vor jedem Training verabschiedet ihn die Mutter mit den Worten: „Pass auf dich auf!“ Er nimmt es zur Kenntnis: „Ich bin ja gut geschützt. Und lege ich mich halt mal hin, ist das ja nicht so schlimm. Dann stehe ich wieder auf und fahre weiter.“

Viele gute Starter


Das 21. Downhill am Inselsberg – zugleich die Thüringer Landesmeisterschaft - ist für den jungen Rennsteig-Raser der erste richtige Wettkampf. Profis legen die etwa zweieinhalb Kilometer lange Strecke mit Tempo 60, 70 km/h zurück. Seine Ziele nennt Nico bescheiden, aber selbstbewusst: „Einer der vorderen Plätze wäre schon sehr schön. Es sind aber sehr viele starke Starter in meiner Klasse dabei.“


Hintergrund

- Termin: 21. Downhill am Inselsberg vom 22. bis zum 24 August
- Das Rennen ist offen für alle, Kinder und Erwachsene. Gleichzeitig findet für die Lizenzfahrer die Thüringer Landesmeisterschaft statt.
- Mehr Infos: www.fichtenslalom.de
- Nico pflegt gemeinsam mit einem Freund die Facebook-Seite Downhill Freeride Thüringen.


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