Gekämpft bis zum Umfallen

Mit Uchi-mata (Innenschenkelwurf) bedrängt Sarah Vogel ihre Gegnerin am Ende gewinnt sie den Kampf gegen Clara-Tabea Schneider mit Festhalte (Foto: Thomas Schauseil)
 
Kampf um den 3. Platz gegen Anika Meyer (Brandenburg) Sarah Vogel sichert sich mit einem knappen Vorsprung die Bronzemedaille (Foto: Thomas Schauseil)

8.-10. März 2013 - Deutsche Einzelmeisterschaften U21 in Frankfurt (Oder), Bronzemedaille für Sarah Vogel vom FSV 1950 Gotha

Mit einer enormen Leistung sichert sich Sarah Vogel nach langer Verletzungspause wieder eine Medaille bei nationalen Titelkämpfen. Dabei ging sie im wahrsten Sinne doppelt angeschlagen in den letzten Kampf. Zum Einen plagte sie sich schon 14 Tage lang mit einer Erkältung herum, konnte im Vorfeld nur zweimal trainieren und zum Zweiten hatte sie im verlorenen Viertelfinale, in einen Marathonkampf gegen die spätere Vizemeisterin Ines Beischmidt, viel Kraft gelassen. Mit 7:24 Minuten Gesamtkampfzeit stellten beide Kämpferinnen wahrscheinlich einen neuen Rekord auf. Seit 2013 wird die Goldenscorezeit, sie entspricht einer Verlängerung bei Gleichstand, nicht mehr begrenzt. Das heißt theoretisch kann gekämpft werden bis zum Umfallen oder bis der Hausmeister das Licht ausmacht. Praktisch passiert das allerdings nicht, denn eine kleine Wertung oder Bestrafung reicht für den Sieg. Dabei war Sarah dem Viertelfinalsieg schon so nahe. Nach einer lange Zeit ausgeglichenen Partie holte sie ihre Gegnerin mit einem Fußfeger von den Beinen, die konnte sich aber noch etwas wegdrehen und landete gerade noch so auf der Seite, dass es keine Wertung gab. In der Goldenscorezeit wird dann auch noch ein Ippon nach einem tiefen Schulterwurfangriff am Mattenrand wieder zurückgenommen. Riesenpech für die Gothaerin, die Wertung war zwar regulär noch innerhalb der Matte angesetzt, doch die Kampfrichterin hatte einen Bruchteil einer Sekunde vorher „Mate“ gerufen. Im Judo das Kommando für eine Kampfunterbrechung, nachfolgende Aktionen sind somit ungültig.
Das gab ihrer Gegnerin noch einmal Auftrieb. Trotz schwindender Kräfte auf beiden Seiten behielt die Partie ein hohe Intensität. Eine umstrittene Shido Bestrafung gegen Sarah, brachte nach 3:24 Minuten Verlängerung dann die Niederlage. In der folgenden Trostrunde konnte sie sich mit zwei Siegen aber bis zum Kampf um die Bronzemedaille vorkämpfen.
Als im letzten Kampf nach 4 Minuten Kampfzeit noch ein kleiner Vorteil für die Gothaerin auf der Anzeigetafel stand, war die Freude bei Sarah, Heimtrainer Tobias Tejkl und dem Landestrainerteam um Mike Göpfert riesengroß, denn am Ende wurde es noch einmal richtig eng. Ihre Gegnerin Anika Meyer aus Brandenburg hatte den Heimvorteil und lautstarke Unterstützung auf ihrer Seite. Durch eine Bestrafung ihrer Gegnerin relativ früh in Führung gegangen, musste die Gothaer Kämpferin ein hohes Tempo halten, um sich gegen ihre ebenfalls hochmotivierte Gegnerin keine Wertung oder Passivitätsstrafe mehr einzufangen und den Vorsprung zu riskieren.
Der hauchdünne Vorsprung reichte Sarah letztendlich für die Bronzemedaille bei den Deutschen Einzelmeisterschaften U21. Damit knüpft sie nach langer Verletzungspause wieder an die nationale Spitze an. Das gibt Motivation und Selbstvertrauen für den nächsten großen Wettkampf, dem internationalen Thüringenpokal der am 23. März in Bad Blankenburg wieder 600 Kämpferinnen aus aller Welt nach Thüringen zieht.
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