„Ich will immer gewinnen!“ - Interview mit Chris Ensminger, Head-Coach der Oettinger Rockets Gotha

Ist die Mannschaft erfolgreich, weiß Head-Coach Chris Ensminger auch zu feiern und legt sogar schon einmal ein Tänzchen ein. (Foto: Roter Faden)
 
Chris Ensminger erklärt: "Unser Job als Trainer-Team ist es, Wege zu finden, wie wir die Spieler individuell und das Team kollektiv motivieren können." (Foto: Roter Faden)
 
"Ich bin selbst mein größter Kritiker. Denn sowohl als Spieler als auch als Trainer habe ich immer die höchsten Erwartungen an mich selbst gestellt." (Foto: Roter Faden)
Gotha: Blaue Hölle |

Chris Ensminger (40) erlebt derzeit seine zweite Saison als Head-Coach der Oettinger Rockets Gotha. Die Thüringer spielen in der zweithöchsten Basketball-Spielklasse Deutschlandsund peilen erneut die Play-offs an. Im Interview musste der Trainer ein paar Sätze vervollständigen.

Mein Ziel für diese Saison lautet...
die Play-offs zum zweiten Mal in Folge zu erreichen – das ist das wichtigste Ziel. Zudem wollen wir uns zu einem der besten Defense-Teams der Liga entwickeln und mindestens genauso viele Spiele in der Hauptrunde gewinnen wie in der vergangenen Saison.

Um dieses Ziel zu erreichen...

wollen wir gemeinsam hart arbeiten, damit sich jeder Spieler im Verlauf der Saison kontinuierlich verbessert und unser Team am Ende der Serie in Top-Form für die Play-offs ist. Sehr wichtig ist natürlich auch, dass wir alle gesund bleiben.

Um wieder in die Playoffs einziehen zu können...
müssen wir noch besser abschneiden als letzte Saison. Denn die 2. Basketball-Bundesliga ProA ist aktuell stärker besetzt ist als je zuvor. Das lässt sich nicht zuletzt daran ablesen, dass viele erfahrene Spieler verpflichtet werden konnten, die vormals schon in der Beko-Basketball-Bundes­liga gespielt haben.

Die Qualität unserer Mannschaft...
ist sehr gut – wenn wir diszipliniert agieren, mit hoher Intensität spielen und an beiden Enden des Spielfeldes mit Spaß auf Team-Basketball setzen.

Neun neue Spieler zu integrieren ist...
ein Prozess, der Zeit braucht. Jeder Spieler hat einen ­anderen Background. Es ist der Job des Trainer-Teams, alle so schnell wie möglich zu integrieren, sie zu trainieren und ihnen die Rockets-Philosophie „einzuimpfen“.

Die Rolle von Kapitän Torvoris Baker ist...
das Team zu führen. Er ist ein sehr wichtiges „Bindeglied“ zwischen Mannschaft und Trainer-Team.

Die wichtigsten Aspekte im Training sind für mich...
harte Arbeit, Kontinuität, Leistung und Weiterentwicklung.

Ein Bild vom nächsten ­Gegner verschaffe ich mir...
indem ich gemeinsam mit dem Trainer-Team Videos schaue, um das Spiel des Gegners zu analysieren und meine Mannschaft bestmöglich auf diesen Kontrahenten einzustellen. Jedes Team hat einen anderen Stil. Die akribische Vorbereitung ist sehr wichtig, weil genau das in einem engen Spiel den Unterschied ausmachen kann.

Meine Spieler motiviere ich...
auf unterschiedliche Weise. Unser Job als Trainer-Team ist es, Wege zu finden, wie wir die Spieler individuell und das Team kollektiv motivieren können. Aber: Ich erwarte auch, dass ein Basketball-Profi aus eigenem Antrieb motiviert arbeitet – wer das nicht kann, der sollte sich einen anderen Job suchen.

Der Teamgeist der Rockets ist...
familiär. Alle Spieler unter­stützen sich und helfen sich gegenseitig, um noch besser zu werden. Nach zwei Monaten bin ich mir sicher: Wir haben eine gute Team-Chemie. Wir haben unsere Ziele zu Beginn der Saison gemeinsam festgelegt und wollen sie ­natürlich gemeinsam erreichen.

Kritische Stimmen sind für mich...
wichtig. Wobei ich selbst mein größter Kritiker bin. Denn sowohl als Spieler als auch als Trainer habe ich immer die höchsten Erwartungen an mich selbst gestellt. Doch ich weiß aus Erfahrung, dass ich es nicht allen immer recht machen kann – auch mir nicht. Wichtig ist, dass ich am Ende des Tages in den Spiegel schauen kann und weiß: Ich habe mein Bestes gegeben. Aber natürlich nehme ich Kritik und Vorschläge auch an, weil ich auch als Trainer noch viel lernen kann und immer besser werden will.

Niederlagen verarbeite ich...
nicht auf dem besten Weg. Ich bin ein sehr ehrgeiziger Mensch, der immer gewinnen möchte. Dabei spielt es keine Rolle, ob ich Schach, Golf oder Basketball spiele – ich will immer gewinnen. Aber ich bin mir sicher: Diese Siegermentalität ist extrem wichtig, um immer besser zu werden. Natürlich weiß ich, dass wir nicht alle Spiele gewinnen können und Niederlagen zum Sport gehören. Aber das Ziel ist, Niederlagen zu limitieren.

Schwächen in meinem Team sehe ich...

aktuell in der Kontinuität. Das ist ein Feld, auf dem wir uns verbessern müssen.

Basketball in Deutschland hat heute im Vergleich zu früher...

einen viel höheren Stellenwert. Auf sehr vielen Gebieten verzeichnet Deutschland große Fortschritte: Jugendarbeit, Fan-Kultur, soziale Medien, Fernsehen, Erhöhung der Budgets, Athletik, Spieler und Coaching. Basketball in Gotha und die Rockets sind auch ein gutes Spiegelbild der positiven Entwicklung unseres Sports in Deutschland.

In der „Blauen Hölle“ zu spielen...
ist ein besonderes Erlebnis. Denn welche andere Mannschaft hat so eine spezielle „Arena“ wie wir? Die Fangemeinde wächst weiter, die Atmosphäre ist fantastisch – diesbezüglich zählt Gotha schon zu den besten Standorten der Liga.

Die Unterstützung der Fans...
war für mich schon immer sehr wichtig. Auch, weil der „sechste Mann“ beim Basketball den Unterschied ausmachen kann. Ich war 14 Jahre in der 1. Bundesliga am Ball und habe nun mein zweites Jahr als Cheftrainer in Angriff genommen: Überall waren die Fans fantastisch. Sie geben alles für das Team – und das Team gibt alles für die Fans. Wenn du dann verlierst, werden die Fans das akzeptieren. Aber wenn das Team auf dem Feld nicht alles gegeben hat, dann haben die Fans ein gutes Recht, verärgert zu sein. Ich weiß, wovon ich rede...

Die härtesten Gegner in dieser Saison sind...
die s.Oliver Baskets aus Würzburg und der SC Rasta Vechta. Beide Teams sind aus der Beko-Basketball-Bundesliga abgestiegen und haben die höchsten Budgets. Aber: Gegen Vechta haben wir in der „Blauen Hölle“ schon gewonnen.

Die Saison nach dem Tod von Dirk Kollmar wird...
schwer, wobei es schwer ist, die richtigen Worte zu finden. Dirk Kollmar war eine große Persönlichkeit und hat sehr viel in der Region getan und bewegt. Ich kannte ihn leider nur kurz, aber es fühlt sich an, als wäre es eine sehr lange Zeit gewesen. Wir wollen den Weg fortsetzen, den Basketball in Gotha und die Rockets unter seiner Regie eingeschlagen haben, und wir werden ihn in guter Erinnerung behalten. Wir tragen ihn bei uns. Auf unseren Trikots ist ein Button aufgedruckt: „In Memoriam Dirk Kollmar“.

Informationen
- www.big-gotha.de
• Das nächste Spiel:
VfL Kirchheim Knights gegen die Oettinger Rockets Gotha, Freitag, 31. Oktober, 20 Uhr
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