Kein Tag ohne Judo für Pio und Fabian

Fabian (l.) und Pio beim Training
 

Ein Tag ohne Judo? „Das gibt es nicht!“ Pio Wittek und Fabian Meyer sind sich einig. Eigentlich ziehen sie an jedem Tag ihren Judogi - den Judoanzug - über.

Wenn nicht, formen sie ihre Kraft oder Ausdauer, stimmen sich mental auf den nächsten Wettkampf ein. Alles für ihr geliebtes Judo. Trainer Tobias Tejkl setzt große Hoffnungen in die beiden Jungs. In denen steckt mehr, sie können es weit bringen. So, wie ihr Heimatverein, der FSV Gotha 1950 e.V., mit seinen Aktiven schon etliche Judo-Meistertitel in Thüringen, Mitteldeutschland und auf Republikebene nach Hause gebracht hat. Günter Schnürch siegte sogar dreimal bei der Senioren-WM im Judo, Sarah Vogel wurde bei den unter 17-Jährigen zweimal Vize-Europameisterin.

Erfolgreich in Thüringen



In Thüringen gehören die jungenGothaer Judoka zu den erfolgreichsten, der FSV ist einer der Schwerpunktvereine. 200 Weißkittel trainieren dort, in verschiedenen Hallen in Gotha und Friedrichroda. Fast drei Viertel von ihnen sind Kinder und Jugendliche. „Wir bringen schon den ganz Kleinen, so ab dreieinhalb Jahren, die Grundlagen bei“, erzählt Tobias Tejkl vom 'Mini-Judo', das vor allem spielerisch daherkommt, mit Hüpfen und Springen, gut hinfallen können und Zweikampfspielen. Die erste Gürtelprüfung dürfen die Kinder erst ablegen, wenn sie mindestens sieben Jahre alt sind.

Lange schon dabei



Die ersten zaghaften Schritte auf der Tatami, der Judomatte, haben Pio und Fabian lange hinter sich. Manchmal sind die Jungs, die beide den braunen Gürtel - den 1. Kyu - tragen, beim Training der Jüngeren dabei, unterstützen die Trainer, zeigen den Kleinen, wie bestimmte Techniken funktionieren. Sie wollen auch Übungsleiter werden, Doch das ist im Moment eher Nebensache. Ihre ganze Kraft investieren sie ins Training. Beide wurden sie in ihren Gewichtsklassen als hoffnungsfrohe Talente entdeckt, sie belegten jeweils den 2. Platz bei einem wichtigen Bundessichtungssturnier in der U 17. Nun haben sie eine Einladung nach Herne, dort müssen sie sich am 8. November beim nächsten Sichtungsturnier unter noch größerer Konkurrenz behaupten.

Große Ziele



Das Ziel für die zwei Gothaer bringt Tobias Tejkl auf den Punkt: „Sie wollen auf sich aufmerksam machen, so gut wie möglich abschneiden, um in den erweiterten Kader aufgenommen zu werden, aus dem dann die Nationalmannschaft geformt wird.“ Er räumt Fabian und Pio recht gute Chancen ein, sie haben sich in den letzten Monaten gut entwickelt. Beide gehen sie jetzt aktiver an ihre Kämpfe heran, nicht mehr so abwartend wie früher.

Trainer ist zuversichlich



Fabian, das Schwergewicht, trainiert seit einem Jahr am Sportgymnasium in Jena. Bei den Deutschen Meisterschaften hätte es durchaus mehr werden können als der 5. Platz. Doch die Nerven haben dem 15-Jährigen einen Streich gespielt. „Plötzlich hatte er Angst vor der eigenen Courage, er ist an sich selbst gescheitert. Inzwischen kann er eine solche Situation viel besser verarbeiten, ich räume ihm durchaus Medaillenchancen ein“, zeigt sich sein Trainer zuversichtlich. Pio absolviert sein Training Woche für Woche beim Verein, legt auch ohne Sportgymnasium etliche zusätzliche Krafteinheiten ein. „Auch er kann durchaus vorn mitreden, auch wenn er manchmal ein wenig aufgeregt an den Kampf herangeht“, weiß Trainer Tejkl. Aber wenn er sich einmal durchgesetzt und seine Technik gefunden habe, hat der Gegner nicht mehr viel zu melden.

Schnelligkeit, Kraft & viel mehr



Es ist die Mischung aus Schnelligkeit, Kraft, Beweglichkeit und Gewandtheit, die einen Judoka erfolgreich sein lässt. Alles muss stimmen. Vor allem muss er im Zweikampf blitzschnell jede neue Situation erfassen und das Beste aus ihr machen: Angreifen, sich verteidigen, die Kraft des anderen zu einer eigenen machen. Siegen durch Nachgeben. So funktioniert der „sanfte Weg“, wie Judo ins Deutsche übersetzt heißt. Für Pio und Fabian ist nicht nur der Kampf selbst wichtig. „Ich mache sehr viel Techniktraining, arbeite da ständig an meinem Profil“, setzt Pio Prioritäten. „Es ist genauso wichtig, dass man sich mental auf den Kampf einstellt, sich darauf vorbereitet. Man muss einfach an sich selbst glauben“, fügt Fabian eine andere wichtige Komponente hinzu. „Es funktioniert immer besser, sich selbst zu motivieren. Da muss man es eben aus dem Kopf bekommen, wenn der künftige Gegner in den ersten Kämpfen richtig gut war“, sagt Pio nickend. Bangemachen gilt nicht.

Große Liebe Judo



Sie genießen es, ab und zu beim Training der Jüngeren dabei zu sein. Judo, so sagen sie beide, ist längst ihre große Liebe geworden. Den Kleinen geben sie gern von ihrem Können und ihrer Begeisterung ab. Die sehen mit Strahleaugen genau hin, wenn ihnen ihre großen Vorbilder etwas zeigen und erklären. Doch viel Zeit bleibt nicht, auf Fabian und Pio wartet schon die nächste Trainingseinheit. Schließlich haben sie sich noch eine Menge vorgenommen. Ihr nächstes erklärtes Ziel: „Wir wollen in die Nationalmannschaft!“


Kontakt & Probetraining:


Kinder sind zum Probetraining herzlich willkommen. Kontakt: www.judo-gotha.de, judo-gotha@gmx.de, Trainer Tobias Tejkl 0178/3066724.
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