Kind ohne Name – Volleyballbundesligist auf der Suche nach Namenssponsor

Tanzgruppen wie das Siebleber Showballett heizen den Fans während der Heimspiele kräftig ein und sorgen für Stimmung in der Goldberghalle.
 
Gemeinsamer Einsatz für die Bundesliga in Thüringen - der VC hofft auf einen zahlungskräftigen Sponsor, der zukünftig den Namen der Mannschaft bereitstellt.
Ohrdruf: Goldberghalle | Gotha/Ohrdruf. Nach vier Jahren in der 2. Bundesliga hat der VC Gotha das Unglaubliche geschafft. Der Verein sicherte sich 2009 nicht nur den Aufstieg in die 1. Bundesliga sondern auch den Klassenerhalt in der Liga der besten Teams Deutschlands. Damit schreibt die Gothaer Herrenmannschaft als einzige Männermannschaft in der höchsten Spielklasse im Thüringer Volleyballverband bereits heute Geschichte.

Begeisterte Fans singen in der regelmäßig ausverkauften Halle „1. Liga und Gotha ist dabei“. Damit machen sie mehr als deutlich, dass sie hinter den Gothaern stehen. Trainer Jörg Schulz zeigt sich sehr zufrieden mit den Leistungen des Teams: „Meine Mannschaft ließ sich von der hitzigen Atmosphäre in der Halle nicht beirren und behielt stets einen kühlen Kopf-das ist wichtig, wenn man ganz nach vorne will.“ Das Konzept ging auf- die Mannschaft steht auf einem sicheren zehnten Rang in der ersten Bundesliga.
Die Spieler absolvierten dafür bis zu elf Trainingseinheiten wöchentlich, vormittags Kraft- und Koordinationstraining, nachmittags Training am Ball. Von nichts kommt nichts. „Täglich müssen Spielsysteme geübt und perfektioniert werden“, erklärt der Trainer. Lange hieß es abwarten, wie sich die internationale Truppe mit 12 Spielern aus 8 Nationen schlagen wird. In ihren Reihen befinden sich Nationalspieler aus Israel, Finnland, Serbien, Lettland, Litauen und den USA, ergänzt durch den Stamm aus der eigenen Gothaer Stammmannschaft. Derzeit befinden sich Trainer Schulz wieder auf Talentsuche in Kanada und Osteuropa.

Seit Oktober letzten Jahres trägt die Mannschaft ihre Heimspiele in der Goldberghalle in Ohrdruf aus, welche von mal zu mal besser besucht ist. Die Zuschauer lassen sich nicht klassifizieren – hier gibt es eine breite Fangemeinde zwischen 12 und 65 Jahren, rund 1.000 kamen zu den Heimspielen. Die eingefleischten Fans, der Fanclub „Ostblock“ mit seinen 14 Mitgliedern sowie der Fanclub „Kelly“ mit derzeit 18 Mitgliedern, feuerten den VC Gotha mit Gesangseinlagen und lautem Klatschen an.

Sportlich, technisch und organisatorisch ist alles perfekt – nur ein Defizit fällt aufmerksamen Beobachtern der Liga ins Auge. Bis heute haben die Gegenspieler von Generali Haching, Smart Allianz Stuttgart, envivo Düren oder dem SWE Volley Team den Jungs aus Gotha etwas voraus – sie verfügen über einen eigenen Namenssponsor. Diesen zu finden und sich damit finanziell in der ersten Liga sicheren Halt zu verschaffen, ist die derzeitige Aufgabe des Managements. „Schön wäre natürlich ein Bezug zu einem Thüringer Unternehmen oder einer Marke“, hofft Ninette Pett, PR-Verantwortliche des Vereins auf einen engagierten Namensvater aus der näheren Umgebung. Denn neben dem finanziellen Sponsoring ist der Name auch mit einer deutschlandweiten werblichen Repräsentation in Zeitungen, TV, Radios und Onlinemedien verbunden, was wieder der Region zugute kommt.

Aber auch für den klassischen Sponsoringbereich sucht der Verein dringend noch Sponsoren. „Bis Juni müssen wir eine Entscheidung treffen, ob sich der VC die Spielklasse noch eine weitere Saison leisten kann“, so Pett. „Daher hoffen wir auf die Unterstützung der Unternehmen in ganz Thüringen und haben uns intensiv Gedanken gemacht, um den Sponsoren in der neuen Saison noch mehr zu bieten.“ Informationen zum Verein unter www.vc-gotha.de
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