Nun doch ein Endspiel gegen Düren

Der VC Gotha hat zwar sein Auswärtsspiel beim Tabellenvierten Moerser SC nach großem Kampf mit 2:3 (18; 21; -22; -16; 10) verloren, doch durch die beiden gewonnenen Sätze seine Chancen im Kampf um einen Play-Off-Platz weiter gewahrt.


Die Konstellation vor dem letzten Heimspiel am kommenden Sonnabend gegen evivo Düren ist nun relativ klar. Beide punktgleichen Teams sind mit einem Sieg in diesem Endspiel sicher in den Play-Offs. Der Verlierer muss hoffen, dass CV Mitteldeutschland zu Hause nicht gegen Friedrichshafen gewinnt. Der TV Rottenburg ist nach dem gestrigen Spieltag endgültig aus dem Rennen.
Diese günstige Ausgangslage haben sich die Gothaer in Mühlheim, wo Moers seine Heimspiele bestreitet, redlich verdient. Sie boten dem Favoriten, der sich natürlich für die Hinspielniederlage revanchieren wollte, erneut gut Paroli.
Im 1.Satz merkte man den Gästen noch etwas die lange Anreise an. Moers begann druckvoll und ließ die Gothaer nicht ins Spiel kommen.

Doch im 2.Satz hatten die Gothaer sich frei gespielt und führten zwischenzeitlich mit sechs Punkten Vorsprung. Besonders die Einwechslung von „Vince“ Devany für Santino Rost im Zuspiel machte sich schnell bezahlt, denn die Moerser hatten offensichtlich nicht mit Devany gerechnet, nachdem Rost im Hinspiel sehr gut gespielt hatte. Der Amerikaner zog geschickt die Fäden im VC-Angriffsspiel und wurde vom Trainer Jörg Schulz anschließend ausdrücklich gelobt. Dass man diesen Vorsprung dann aber wieder aus der Hand gab, ärgerte Schulz auch noch lange nach dem Abpfiff.

Trotz des nun deutlichen 0:2 Satzrückstands gab sich der VC Gotha nicht geschlagen und bewies erneut Moral. Schulz hatte mehr Risiko beim Aufschlag verlangt und die Mannschaft setzte dies jetzt konsequent um. Die Gastgeber wackelten nun in der Annahme und waren in ihrem Angriffspiel nicht mehr so zwingend. In Gothas Annahme war inzwischen aus einem Zweierriegel nahezu ein Einerriegel geworden, weil Libero Isaac Kneubuhl sich fast alle Annahmen nahm und so Ariel Hilman entlastete. Der Israeli kommt nach seiner Verletzung seiner Höchstform immer näher und wurde nach Spielende zum MVP gewählt. „Ariel ist zurück“, sagte Schulz zu dessen Leistung. Nach dieser Leistungssteigerung schaffte Gotha mit 25:22 und 25:16 den Satzausgleich.
Leider wurde die Mannschaft für dieses kämpferische Aufbegehren am Ende nicht belohnt. Einige kleinere Unkonzentriertheiten auf Gothaer Seite, so unterliefen dem bis dahin ganz starken Kneubuhl zwei Annahmefehler, brachten die Moerser gleich zu Beginn des Tie-Break in Führung. Diesen Vorsprung verwalteten Gastgeber im weiteren Satzverlauf routiniert. Einen Aufreger gab es dann noch zum Schluss. Als die Thüringer den Rückstand noch mal verkürzten, brachte eine umstrittene Schiedsrichterentscheidung das endgültige Aus. Marcel Herrmann sollte einen Gegenspieler unterm Netz getreten haben und erhielt dafür die Gelbe Karte und Gotha einen Strafpunkt. Der Satz ging schließlich mit 10:15 verloren.

Am Ende hatten die Moerser knapp aber nicht unverdient das bessere Ende für sich und holten sich die zwei Punkte und nahmen erfolgreich Revanche.

Nach dem Motto „Zwei Herzen schlagen ach in meiner Brust“ wusste Gothas Coach Jörg Schulz nach dem Spiel nicht, ob er sich freuen oder enttäuscht sein sollte. „Wir haben heute durchaus einen Sieg drauf gehabt. Von daher bin ich enttäuscht. Andererseits zwei Sätze beim Tabellenvierten zu gewinnen, ist auch nicht so schlecht“, fasste er die Ambivalenz seiner Gefühle in Worte.

Sei es drum, die Gothaer Volleyballanhänger kommen so am nächsten Sonnabend in Ohrdruf in den Genuss eines echten Endspiels, wenn Gotha und Düren um die Play-Off-Teilnahme kämpfen.

Foto: VC Gotha, K. Strensch
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