Sechs Tonnen pro Wettkampf

 

Altschützenverein zu Gotha bietet Nachwuchs tolle Möglichkeiten für eine sinnvolle Freizeitgestaltung:





GOTHA. Kristin Kreppert ist gerade 15 Jahre alt und fährt bereits jetzt, dank ihrer ausgezeichneten Leistungen, zu den Deutschen Meisterschaften der Sportschützen nach München. Hier vertritt sie nicht nur den Freistaat und ihre Heimatstadt Gotha sondern auch ihren Verein, die Herzoglich privilegierte Altschützengesellschaft zu Gotha, und natürlich sich selbst. Dem Allgemeinen Anzeiger verriet sie viel private Details zum Sportschießen und ihre Beweggründe für dieses nicht alltägliche Hobby.

Wie bist du zu deinem, für ein Mädchen, eher ungewöhnlichen Hobby gekommen?
„Ich bin in der vierten Klasse beim Bogenschießen gewesen und habe dort meine Leidenschaft für den Schießsport entdeckt. Danach folgten die Anfänge des Schießens mit Bogenschießen im Verein und mit der Pistole. Und nun nutze ich hauptsächlich das Kleinkaliber Gewehr (KK Gewehr). Man sollte generell allerdings so früh wie möglich beginnen, da man es sonst eventuell später mit der Leistungsdichte des Kaders schwieriger hat. Trotzdem ist der Sport auch für Quereinsteiger geeignet. In unserem Verein sind alle Altersklassen vertreten, das beginnt bei den Kindern und Jugendlichen und geht dann über 40 plus.“

Inwieweit ist deine Familie in den Sport involviert?
„Meine Eltern unterstützen mich sehr, abgesehen vom Fahren zu diversen Wettkämpfen, sind sie auch im Verein tätig. Meine Mutter trainiert die Kinder im Bogenschießen und mein Vater im Kleinkaliberschießen, außerdem ist er der Platzwart hier.“

Welchen Stellenwert hat das Sportschießen für dich und wie oft trainierst du?
„Ich investiere viel Zeit in mein Hobby. Training findet zwei bis dreimal die Woche statt und eine Einheit dauert ebenfalls zwischen zwei bis drei Stunden. Das heißt, ich bin während der Schulzeit oft auf dem Schießstand zu finden. Jetzt in den Ferien, während der Vorbereitung auf die Deutsche Meisterschaft, verbringe ich noch mehr Zeit auf dem Schießstand.

Wie kann man sich so ein Training vorstellen?
„Meist wird mit diversen Techniktrainings begonnen, weil die Technik einfach das A und O ist und man eine ruhige Hand braucht. Konditions- und Konzentrationstraining schließen sich an. Dann gibt es verschiedene Parcours die man absolvieren kann oder Einheiten mit Schießscheiben. Abgesehen davon muss man auch lernen die Waffe zusammen- oder umzubauen. Dazu kommt immer das Thema Sicherheit.“

Gibt es spezielle Trainingseinheiten als Vorbereitung auf die Deutschen Meisterschaften?
„Eigentlich nicht. Weil in unserem Verein generell nur olympische Disziplinen trainiert, bin ich gut im Training und kenne mich aus. In München trete ich im Luftgewehr und Dreistellungskampf (Stehen, Knien, Liegen) an. Weil mein KK Gewehr mit sechs Kilogramm recht schwer ist und im Wettkampf wir ungefähr 100 Schuss am Stück verschießen, werden in Sachen Kondition verstärkt Trainingseinheiten geschult. Aber ein reines Spezialtraining gibt es nicht. Lediglich jetzt in den Sommerferien habe ich eben viel trainiert, mindestens drei Stunden pro Einheit.“


Was bereitet dir den meisten Spaß daran?
„Es ist einfach unheimlich toll, wenn man am Ende eines Wettkampfes für sein Training belohnt wird und die Erfolge feiern kann.“

Wie finden deine Freunde dein Hobby?
„Sie akzeptieren es und haben nichts dagegen. Denn es ist eine Sportart wie jede andere und man schießt ja auch nur auf Scheiben. Von Anfang an bekommt man zudem Regeln zur Sicherheit und dem Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit der Waffe beigebracht.“

Hat sich dein Bild gegenüber dem „Schießen“ nach Amokläufen oder Geiselnahmen verändert?
„Eigentlich nicht. Für mich ist es seit meinem ersten Kontakt ein Sport und die Waffe, ein Sportgerät. Es gibt meiner Meinung nach auch keinen Zusammenhang zwischen Sportschützen und diesen Verbrechen, denn die Waffe ist nicht schuld daran, sondern der Mensch. Hierbei verwischt schnell die Grenze. Dabei sollte es eine stärkere Abgrenzung geben, denn nicht jeder Sportschütze ist automatisch ein Amokläufer.“
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