Valentin Schwerdt ein Sportlerportrait

Ein Sportlerporträt



Der lange Weg nach oben...

... beginnt früh. Deshalb wurde Valentin Schwerdt 2002 mit gerade mal vier Jahren beim Karateverein Nippon Gotha angemeldet. Sein drei Jahre älterer Bruder war bereits seit zwei Jahren mit Begeisterung dabei, was also lag näher, als den „Kleinen“ die gleiche Sportart erlernen zu lassen.
Erster Trainer war Tobias Ackermann. Mit viel Herz und Hingabe betreute er die Jüngsten, brachte Valentin die ersten Schritte bei, nannte ihn „Valentino Rossi“ und wurde Valentins erster Held.

Es dauerte vier Jahre, bis sich Valentin das erste Mal traute, an einem Wettkampf teilzunehmen. Begrüßt wurde er dort von Kasseler Sportskameraden: „Bist du Bruder von Ludwig? Und bist du gut?“. So recht wohl fühlte er sich auf der Wettkampffläche nicht, wollte aber trotzdem weiter machen.
Mit 10 Jahre endlich schaffte er seinen ersten großen Erfolg und wurde Thüringer Landesmeister. Um die vorhandenen Reserven weiter auszubauen, wurde Valentin zu Bruder Ludwig, der inzwischen seine Heimat im Bushido Waltershausen gefunden hatte, ins Auto gesetzt. Zusätzlich zum einmal pro Woche stattfindenden Training in Gotha sollte Valentin noch zwei weitere Trainingseinheiten in Waltershausen absolvieren. Dort lernte er die Spitzen-sportler Christian Grüner, Noah Bitsch und Christoph Genau kennen, durfte mit und neben ihnen trainieren und hatte gewaltigen Respekt vor ihnen. Traurig stimmte es ihn manchmal, dass sich der Bundestrainer Klaus Bitsch viel mehr seinem großen Bruder widmete und ihn gar nicht zu sehen schien. Dabei hatte der längst den Eltern signalisiert, dass hier ein Talent vorhanden zu sein scheint, welches nur noch wach gerüttelt werden müsste. Den nötigen Trainingseifer und die Ausdauer brachte Valentin mit.

Auch in den folgenden drei Jahren schaffte er den Weg aufs oberste Treppchen bei den Thüringer Landesmeisterschaften. Die Wettkampfbegeisterung entwickelte sich langsam. Es kamen weitere Wettkämpfe hinzu: Jena, Northeim, Köln, Salzburg, Luxemburg und der Karate-Junior-Cup in Koblenz, den er einmal gewann.
Mit 11 Jahren durfte Valentin erstmals an der Deutschen Meisterschaft im Karatesport teil-nehmen. Während er aber im Training immer wieder durch saubere Techniken und gute Kombinationen auffiel, fehlte in den Wettkämpfen oft noch der nötige Biss, um die erforderlichen Punkte kassieren zu können.

Bruder Ludwig wurde zweimal Deutscher Meister und qualifizierte sich für die Teilnahme an zwei Europameisterschaften und einer Weltmeisterschaft. Das weckte irgendwie auch Valentins Ehrgeiz. Obwohl er sich bisher nie dazu entschließen konnte, zu mehrtägigen Lehrgängen mitzufahren, ließ er sich zum Internationalen U 21 Randori anmelden, nahm an allen Trainingseinheiten teil und wurde am Ende zum Vergleichswettkampf mit einem 3. Platz belohnt.
Letzten Samstag nun durfte Valentin zum dritten Mal an einer Deutschen Meisterschaft teilnehmen und fuhr mit den anderen Thüringer Karateka nach Lübeck. Die Vorbereitungen dafür nahm er sehr ernst, trainierte einmal pro Woche in Gotha. Das Training wird inzwischen von Fabian Kunze geleitet, der als Lehramtsstudent die Liebe zu Kindern nicht nur beruflich realisiert hat, sondern auch während seiner Freizeit als Trainer von Nippon Gotha sehr engagiert ist. Er ließ es sich auch nicht nehmen, Valentin persönlich mit nach Lübeck zu begleiten und zu coachen.
Und auch weiterhin trainiert Valentin zwei bis dreimal mit dem Bundestrainer Klaus Bitsch sowie Noah und Christoph im Bushido Waltershausen. Noah und Christoph, selber noch aktive Leistungssportler, wissen genau, worauf es ankommt. Und wenn sie ihre Trainingszeiten nicht nur nutzen, um selber voran zu kommen, sondern auch besonders dazu, den Nachwuchs zu trainieren und zu entwickeln, dann ist es die Teamarbeit, für die der Name Bushido Waltershausen steht.
Tja, und was ist aus der Deutschen Meisterschaft geworden? Valentin hat es gepackt, kämpfte entschlossen wie selten, wurde von Kampf zu Kampf immer souveräner, erreichte das Finale, welches er mit 3:0 völlig verdient und überlegen gewann. Eine Super Leistung, auf die er sehr stolz sein kann. Und neben dem engagierten Coach Fabian stand auch Noah im Finale an seiner Seite, um noch ein paar wichtige Tipps zu geben und den „Kleinen“ nicht im Stich zu lassen.

„Woher kenne ich nur den Namen Schwerdt?“ konnte man bei facebook lesen. „Bruder von Ludwig!“ lautete der nächste Kommentar. Und Valentin hat’s gefreut. Das ist schließlich auch etwas Schönes (wenn man nicht gerade mit innerfamiliären Revierkämpfen außerhalb der Tatami beschäftigt ist).
Hat Valentin das Ende des Weges erreicht? Auf keinen Fall. Er hat eine Stufe erklommen. Der Weg geht weiter, wird aber steiler und steiniger.
Kommendes Jahr wechselt Valentin vom Schüler in den Jugendbereich und fängt dort (fast) ganz unten an.
Tobias, Fabian, Noah, Christoph und natürlich der Bundestrainer Klaus Bitsch sind auch weiter für ihn da, fordern ihn im Training, bauen ihn auf und entwickeln sein Talent weiter.
Umsetzen aber muss es Valentin dann, wenn es darauf ankommt, ganz allein. Dass es möglich ist, hat er letzten Samstag in Lübeck gemerkt. Hoffen wir also, dass der sympathische Sportler diesen Weg zielstrebig weiter geht. Wir drücken ihm die Daumen und werden uns freuen, mehr zu hören.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige