VC Gotha zieht trotz verpasster Play-Offs eine positive Bilanz

Nach dem Ende der Saison 2011/12 zieht der Volleyball-1.Bundesligist VC Gotha trotz der unglücklich verpassten Play-Offs eine positive Bilanz.


Für die Bundesligavolleyballer des VC Gotha war es eine Saison mit besonderen Vorzeichen. Zum einen waren die finanziellen Voraussetzungen so, dass lange Zeit unklar war, ob man die Saison würde bestreiten können. Altschulden und mangelnde Sponsorengelder erschwerten die entsprechenden Planungen. Zum anderen ist, glaubt man den vielen selbsternannten Sportexperten, das zweite Jahr nach einem Aufstieg stets das schwerste.

Von daher stand vor dem Vorjahreszehnten zu Saisonbeginn eine wahre Herkulesaufgabe. Die Spielzeit musste auf Sparflamme gefahren werden und deshalb stand Trainer Jörg Schulz auch nur ein 10-Mann-Kader zur Verfügung. Trotzdem sollte der Klassenerhalt gesichert werden. Hinzu kam, dass sechs neue Spieler integriert werden mussten, von denen keiner sagen konnte, ob sie wie erhofft einschlagen würden.

Schon der Saisonstart gegen den TV Rottenburg verlief dann alles andere als glücklich. Nach einer 2:0 Satzführung verlor der VC den Heimauftakt noch mit 2:3. Doch schon eine Woche später zeigte das neu formierte Team Moral. Gegen damals noch komplette Bottroper gewann man nach großem Kampf in deren Halle mit 3:2. Aber in den folgenden Wochen gab es trotz teilweise guter Leistungen nur Niederlagen. Mit 2:12 Punkten schien der VC Gotha auf direktem Weg in die 2.Liga.

Dann wurde ausgerechnet der Serienmeister VfB Friedrichshafen zum Erweckungshelfer. Sensationell besiegten die Gothaer den haushohen Favoriten mit 3:2 und sorgten für ein gehöriges Achtungszeichen, auch bei der Konkurrenz. Dass sich die Mannschaft gefunden hatte und alle Neuzugänge sich mit guten Leistungen bestens eingefügt hatten, bewiesen die folgenden Erfolge gegen den Moerser SC und evivo Düren. Spätestens jetzt stand fest, dass Gotha kein billiger Punktelieferant war, sondern berechtigte Ansprüche auf einen Play-Off-Platz stellte. Eine Einschätzung, die auch Trainer Jörg Schulz stets mit dem Brustton der Überzeugung unterstrich.

Einen Rückschlag gab es im Spiel bei den Berlin Recycling Volleys. Gleich zu Beginn der Begegnung verletzte sich mit dem israelischen Nationalspieler Ariel Hilman, ein Leistungsträger der Mannschaft. Sein Ausfall war in den folgenden Wochen ein schweres Handicap, doch „Ersatzmann“ Ákos Hoboth bestand seine Bundesligafeuertaufe und vertrat ihn gut.

Überhaupt gab es im gesamten Saisonverlauf kaum einen Ausfall. Alle Spieler bewiesen ihre Bundesligatauglichkeit, Einige, wie zum Beispiel Sebastian Hähner empfahlen sich mit ihren Leistungen für die Topteams der Liga. Andere, wie die beiden Ur-Gothaer Marcel Herrmann und Sven Kellermann bewiesen weitere Fortschritte und waren unverzichtbar für die Mannschaft.

Nachdem der Klassenerhalt frühzeitig gesichert wurde, hatte der VC Gotha noch am letzten Spieltag der Hauptrunde beste Aussichten, den angestrebten Play-Off-Platz zu erreichen. Ein Platz unter den besten acht Mannschaften Deutschlands wäre für Jörg Schulz auch ein mehr als verdientes nachträgliches Geschenk zu seinem im Februar gefeierten 50.Geburtstag gewesen. Die Schuld dafür, dass Gotha, wie schon im Vorjahr, am Ende wieder knapp am angestrebten Ziel vorbeigeschrammt ist, muss man bei sich selbst suchen. Sowohl gegen Moers als auch gegen Düren hatte es die Mannschaft bei den jeweiligen Tie-Break-Niederlagen in den eigenen Händen, dieses Ziel zu erreichen, konnte den Sack aber in beiden Fällen nicht zubinden. Die Umstände des Spiels von Friedrichshafen bei CV Mitteldeutschland sollten deshalb nur auch nicht als Begründung herhalten.

Derzeit laufen beim VC Gotha bereits die Vorbereitungen auf die kommende Saison. Noch ein solches finanzielles „Zitterjahr“ will man sich nicht mehr antun. Nur wenn der Etat von ca. 500.000,00 € zu großen Teilen von Sponsoren abgesichert ist, wird man erneut in der 1.Bundesliga antreten. Mit diesem geplanten Finanzrahmen wird der bisherige Sparkurs weiter verfolgt aber insgesamt der Verein in ruhigere Fahrwasser geführt. Allerdings reichen die bisher gemachten Zusagen von Sponsoren noch nicht aus, den geplanten Etat zu sichern. Von dieser Stelle ergeht deshalb auch der Aufruf an alle potentiellen Sponsoren, den VC Gotha zu unterstützen, um auch zukünftig Spitzenvolleyball der Männer in Thüringen erleben zu können.

Foto: VC Gotha, J. Schröter
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