Zeit für ein Dankeschön

Apfelstädt: ... | Werner Gernadt ist sichtlich gerührt. Blaue Augen leuchten unter weißem Schopf, als Peter Gösel, Präsident des Landessportbundes (LSB) Thüringen, ihm für 40 Jahre Engagement im SV Eintracht Apfelstädt die höchste Auszeichnung auf Landesebene zuteil werden lässt: die Guts-Muths-Ehrenplakette in Gold. Glückwünsche gibt es auch von Kreisebene: Torsten Barth, Geschäftsführer des Kreissportbundes (KSB) Gotha, ergänzt Plakette und Urkunde mit einem Sommerblumenstrauß.

140 Jahre Turnverein Siebleben, Sportfest in Apfelstädt, 50 Jahre Kegelverein Boilstedt – zurzeit reihen sich (sport)festliche Anlässe im Landkreis Gotha aneinander wie Perlen auf einer Kette. LSB und KSB haben alle Hände voll zu tun in diesen Tagen: Die sportlichen Ereignisse bieten viel Gelegenheit, Ehrenamtliche für ihr Engagement zu würdigen.
So geschehen auf dem Sportplatz in Apfelstädt, wo das gesamte vorvergangene Wochenende im Zeichen des Sportfestes stand. Dort, wo früher eine Latte und zwei Bäume als Tor dienten, gibt es jetzt Vorzeigerasen und Flutlichtanlage. Werner Gernadt, 21 Jahre lang Bürgermeister in Apfelstädt, hat den Beginn miterlebt. 1947 kam der heute 73-Jährige aus Ostpreußen in die kleine Gemeinde. „Wir Jungs hatten nichts weiter als den Fußball“, erzählt er. „Ich sehe heute noch unsere Schulranzen am Torpfosten stehen“. Wer hinfiel, kam meist mit offenen Knien nach Hause, denn „es gab kaum Rasen, wir spielten praktisch auf dem Schotter“. Weil er gut war, spielte Gernat vorübergehend in der 1. Liga in Rudisleben. „Ich war fußballverrückt“, beschreibt er sich selbst. Später lernte er die Frau kennen, die diese Leidenschaft teilte.
Sport ist bis heute Werner Gernats Lebensinhalt. Warum sich junge Menschen in ihrer Freizeit hinter Technik verschanzen, wird er, der im Dezember 2011 den Vereinssitz bei der Eintracht abgab, nie verstehen. „Sport prägt die Gemeinschaft“, ist er überzeugt. „Mit seiner Hilfe entsteht das für uns so wichtige Zusammengehörigkeitsgefühl“. Nachwuchssorgen plagen heute nicht nur Tierzuchtvereine – auch die Sportgemeinschaften sind zunehmend davon betroffen. „Es wird immer schwieriger, geeignete Trainer, Schiedsrichter und Übungsleiter zu finden“, klagt Werner Gernat und sieht sich im Verein längst nicht als Alleindarsteller: „Für Apfelstädt und den Sport habe ich nur soviel erreicht“, betont er: „weil ich immer Mitstreiter hatte, auf die ich mich verlassen konnte“.
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