Bewegte Zeiten: In Boilstädt wird seit 50 Jahren gekegelt

Torsten Barth (rechts) überreicht die Jubiläumsplakette an Vereinschef Bernd Schunke. (Foto: privat)
  Boilstädt: ... | Uelleben/Boilstädt.
Loch an Loch – und hielt doch. Aber nur eine begrenzte Zeit. Die Kegeltradition in Boilstädt hat eine lange Geschichte. Fünfzig Jahre wurden am Samstag in würdigem Rahmen im Bürgerhaus Uelleben gefeiert. Von Torsten Barth, Geschäftsführer des Kreissportbundes Gotha (KSB), gab es für die Verdienste die Vereinsjubiläumsplakette.

Begonnen hat die Geschichte des Kegelsports in Boilstädt 1961 auf der ziemlich maroden Ein-Bahn-Anlage der Gaststätte „Wiesengrund“. Am Anfang hatte man sich nur der Geselligkeit wegen dort getroffen. Später erwachte der Ehrgeiz. „Zwar wurde auch Fußball gespielt und sehr viel später eine Gymnastikabteilung gegründet“, erinnert sich Altvereinschef Winfried Ritter, „Doch Kegeln ist seit jeher die dominante Sportart bei uns“.
Als die Anlage ihren Anforderungen nicht mehr gerecht und baupolizeilich geschlossen wurde, wanderten einige Kegelfreunde nach Sundhausen ab. Diesem Trend wirkten die Boilstädter schnell entgegen und organisierten sich im Deutschen Turn- und Sportbund (DTSB), um an Wettkämpfen teilnehmen zu dürfen. Das war die Geburtsstunde der BSG Traktor Boilstädt, deren erster Vereinschef Joachim Wachsmuth war.
„1967 kamen dann auch die Frauen auf den Geschmack und gründeten eine Damenmannschaft Kegeln“, erzählt Winfried Ritter, der heute noch Ehrenvorsitzender des Vereins ist. Seine eigene erste Bekanntschaft mit dem Kegelsport reicht bis in die Kindheit zurück. Damals wurden die Kegel noch von Hand aufgestellt. „Als Aufsteller verdiente ich 6 Mark pro Abend. Außerdem gab es eine Bockwurst und eine Brause.“
1974 zwackte der damalige Gemeinderat 10.000 Mark vom Etat ab und baute den Kegelsportlern eine Zwei-Bahn-Anlage. Das Fundament schachteten die Männer von Hand aus, sehr viel Eigenleistung floss in die neue Anlage. Klaus Henning absolvierte allein knapp 2000 Arbeitsstunden. Drei Scheunen mussten dran glauben – man benötigte das Baumaterial für den Bau des Vereinshauses. Mit der Inbetriebnahme im Jahr 1976 explodierte auch die Mitgliederzahl. Über 100 waren es binnen kürzester Zeit. 1985 zog mit der ersten Automatik die Technik ein. In dieser Ära fand auch das erste Sportfest statt, das sich bis heute zum beliebten Dorffest etablierte. Erst 1997 wurde die alte DDR-Automatik der Kegelanlage gegen eine gebrauchte und 2006 gegen eine neue Automatik ausgetauscht.
Seit dem 30. Mai 1990 heißt die ehemalige BSG nun SV Eintracht Boilstädt. Seit 1993 ist sie Mitglied im Landessportbund (LSB) und im KSB.
Im Punktspielbetrieb wurde die erste Männermannschaft Kreismeister, 2010 stieg sie in die höchste Klasse, die Verbandsliga, auf. Leider ließ der Abstieg nicht lange auf sich warten – wegen personeller Engpässe. Hoffnungsvolles Nachwuchstalent ist Marc Schunke. Er wurde Kreiseinzelmeister Jugend und 2011 Vize-Landesmeister bei den Männern.
Was den Vereinsmitgliedern aus Boilstädt heute zum vollständigen Glück noch fehlt, bringt Winfried Ritter auf den Punkt: „Jetzt träumen wir von einer Vier-Bahn-Anlage“.

Weitere Termine des KSB im Juli:
6. Juli: „Sport trifft Ehrenamt“, Sportschule Bad Blankenburg
7. Juli: 10 Kreissportspiele schwimmen in Georgenthal
8. Juli: Sportabzeichentag im Stadion
14. Juli: Auszeichnung Erich Backhaus, Wandersleben; Finale der Kreissportspiele Finale in Turnen, Waltershausen
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