Das traurige Okapi

Museumsleiter Thomas Reinecke ist in Gedanken bei seinem Lieblingsexponat, dem „traurigen Okapi“. (Foto: Text & Bild: schliv)
Waltershausen: Schloss Tenneberg | Im Schloss Tenneberg erfahren kleine und große Besucher bewegende Geschichten rund um Teddys, Puppen und andere Lieblinge:|||

Wohl fast jeder Mensch verbindet mit einem Teddy, einer Puppe oder der Kuscheldecke aus seiner Kindheit eine ganz besondere Geschichte. Sie waren liebevolle Tröster, gelassene Zuhörer und immerwährender Kuschelersatz. Der Verlust dieser Lieblinge kann zum Drama ausarten: Mütter kennen die Abende, an denen sie das ganze Haus nach dem einzig wahren Einschlafteddy absuchen.

Ein kleiner Junge spielte vor ca. 40 Jahren so oft und intensiv mit seinem Okapi, bis es am Bauch aufplatzte. Der Blick in die Augen des geliebten Steiff-Stofftieres vergewisserte dem Kind, dass das Okapi nun sehr traurig sein muss und befürchtet, im Müll zu landen. Also beschloss der 10-Jährige den Riss mit Nadel und Faden selber zu flicken. Diese Geschichte gab der Ausstellung auf dem Schloss Tenneberg seinen Namen. Thomas Reinecke ist Museologe vor Ort und kennt viele berührende und bewegende Geschichten dieser Art und führt durch die Ausstellung, die noch bis Ende Dezember geöffnet ist: „Im Bestand führen wir drei Sammlungen aus Leihgaben auf Zeit. Ich schätze, hier sehen unsere Besucher 500 Plüschtiere und circa 50, zum Teil sehr wertvolle Puppen. Der großzügigen, anonymen Spende einer älteren Dame ist es zu verdanken, dass das Museum 2004 über 1000 Plüschtiere und Puppen erhielt.“

Die Besucher bringen ihre eigenen Geschichten mit und werden in vergangene Zeiten zurückversetzt: Noch vor wenigen Jahrzehnten wurde in so mancher Familie vor dem 1. Advent der Lieblingsteddy oder die „Einschlafpüppi“ von den Eltern „entführt“.

Bis Heiligabend erhielten diese dann ein liebevoll gestricktes oder genähtes neues Gewand und groß war die Freude über dieses persönliche Geschenk. Welches Kind würde sich heutzutage über eine solche Gabe wahrlich freuen?
Das Museum auf Schloss Tenneberg freut sich auf Besucher und lädt ein, den Geschichten zu lauschen, berührende Zeilen zu lesen und mit den eigenen Kindern oder anderen Besuchern ins Gespräch zu kommen.

Schließlich ist Waltershausen eine Puppenstadt: Vor fast 200 Jahren, 1816, gründete Johann Daniel Kestner die erste Puppen- und Spielwarenfabrik hier.

HINWEIS: Die Ausstellung öffnet für Besucher von Mittwoch bis Sonntag, jeweils von 10 bis 16 Uhr. Erwachsene zahlen 2,50 Euro, Familien 6 Euro und die ermäßigte Karte kostet zwischen 1 und 1,50 Euro.
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1 Kommentar
Michael Steinfeld aus Erfurt | 20.12.2011 | 16:56  
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