Die Früchtchen gehen, der Lebensart e.V. kommt - Gothaer Kinderclub hat sich umbenannt

Mitarbeiterin Silke Körner, die Köchinnen Manuela Henke und Mary Meister, Geschäftsführerin Anke Merbach und Personalleiterin Nikola Behrens (v.l.) gehören zum Team des Mehrgenerationenhauses in Gotha.
Vor 13 Jahren passte der Name trefflich: "Kinderclub Früchtchen" versprach das Besondere, zumal junge Mütter und Väter sich voller Tatendrang an die Verwirklichung ihrer Ideen machten. Schließlich aber wuchsen nicht nur deren Früchtchen heran, auch der Verein weitete sein Aufgabengebiet immer mehr aus. Der Name blieb hinter der Entwicklung zurück.

"Wir diskutierten schon seit zwei Jahren darüber, uns umzubenennen", sagt Anke Merbach, Geschäftsführerin des Gothaer Mehrgenerationenhauses.

Nun hat der Verein Nägel mit Köpfen gemacht und heißt ab jetzt "Lebensart". Das mag wie ein Schritt ins Erwachsenenalter scheinen, doch hat den der Verein im Laufe der Jahre ohnehin vollzogen. "Als wir am Anfang standen", benennt Anke Merbach ein Beispiel, "suchten wir zunächst nach einem Babysitter, ehe wir einen Flohmarkt veranstalten konnten. Heute bauen unsere Kinder die Stände mit auf und sitzen an der Kasse."

Was vor 13 Jahren auf 20 Quadratmetern begann, ist längst nicht mehr mit dem vergleichbar, was sich heute auf 400 Quadratmetern abspielt.

Zwar bestimmen in der Pfarrgasse vormittags immer noch junge Mütter mit ihren Babys das Bild. Doch seit langem schon ist das Café auch Treffpunkt für Kinderlose und ältere Menschen.

Das Mehrgenerationenhaus, aufgebaut von den Vereinsmitgliedern des Kinderclubs, entwickelte sich schnell zum Vorzeigeobjekt unter den Mehrgenerationenhäusern. Und für viele Gothaer zu einer festen Größe.

Hinter dem Erfolg steckt jede Menge Arbeit. Davon kann Anke Merbach ein Lied singen. Die ersten fünf Jahre hat sie mit ihren Mitstreitern alles ehrenamtlich bewältigt. Doch bald schon wuchsen die Aufgaben so, dass feste Arbeitsplätze unumgänglich waren. Doch selbst dann bestimmten die Geschicke des Kinderclubs noch die Gespräche nach Feierabend. Daran hat sich wenig geändert, auch wenn jetzt "Lebensart" auf dem Banner steht.

Allerdings steht der neue Name für tiefgreifende Veränderungen. Die Stadtverwaltung hat dem Verein angeboten, neue Räume im Brühl 4 zu beziehen und zugleich das Frauenzentrum mit unter seinem Dach aufzunehmen.

"Das sind allerdings bislang nur Vorstellungen; auch wenn sie bereits konkrete Gestalt angenommen haben, das letzte Wort hat der Stadtrat", betont Anke Merbach. Und der entscheidet im Mai über die Zukunft von "Lebensart". Ein möglicher Umzug ist für Januar 2012 vorgesehen. Allerdings hofft Anke Merbach, dass der Verein schonfrüher im Gebäude am Brühl loswerkeln kann.

Der Umzug würde für "Lebensart" viele Vorteile bringen, ist die Geschäftsführerin gewiss. Zunächst stünde auf sicheren Füßen, was durch die auslaufende Förderung der Mehrgenerationenhäuser durch die Bundesregierung im Fortbestand bedroht wäre. Und mit dem Frauenzentrum bekäme der Verein eine neue, reizvolle Aufgabe.

Was sich im Sommer im Gebäude in der Pfortenstraße als Manko erwies, nämlich das Fehlen jeglicher Außenanlagen, könnte am Brühl zum Vorteil werden. "Im Innenhof könnte unser Verein auch in den Abendstunden zum Treffpunkt für die Gothaer werden. Ideen, wie wir das gestalten, haben wir längst", erklärt Anke Merbach.

Der Kinderclub "Früchtchen" ging übrigens nicht sang- und klanglos unter: Am 1. April gab es eine Abschiedsparty.
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