DL8AKA wünscht: vy 73 es 55 de

Die Mühlberger Funker auf der Mühlburg. (Foto: Foto: privat)
 
Antennen auf der Mühlburg. (Foto: Foto: privat)
Drei Gleichen: Mühlburg | Wie der Mühlberger Funkerverein um Volker Felsberg zu weltmeisterlichen Ehren kommt:


Sie funken, was das Zeug hält und senden Codes in den Äther, bei denen Laien nur Bahnhof verstehen. Und das überaus erfolgreich seit vielen Jahren: die Mühlberger Funker.

Bereits in den 60er-Jahren brachte Volker Felsberg alte Radios wieder zum „Quietschen“ und verdrahtete in seiner Freizeit Röhren, Kondensatoren und Widerstände neu. Mit großem Interesse las er Artikel über Funkbereiche von Funkamateuren. „Auf unserem Familienradio befand sich auch ein 40-Meter-Band im Kurzwellenbereich“, erzählt der Mühlberger, der damals völlig überrascht war, „als ich zwei Stationen, eine aus Gotha (Marschstall) und eine aus Georgenthal (Schule), in einer Verbindung (QSO) hörte.“ Schnell war klar: „Da muss ich hin.“

Beiden Stationen wurde ein Besuch abgestattet und in Georgenthal begann er schließlich die Ausbildung zum Funkamateur. „Funken ging damals nur, wenn man Mitglied der GST (Gesellschaft für Sport und Technik) war“, erinnert sich Volker Felsberg. 1972 bestand er die Prüfung zum Funkamateur und konnte unter dem Rufzeichen DM5XI eine Klubstation in Mühlberg errichten. „Den Raum stellte die Gemeinde, Kurzwellenempfänger und Sender musste ich selbst ­bauen.“ In einer Arbeits­gemeinschaft an der Mühlberger Schule gab er das eben erlernte Wissen an Jüngere weiter. Rasch fand er Mitstreiter, die sich für den Amateurfunk begeisterten.

Nach der Abnahme der Technik durch die Deutsche Post konnten die ersten Amateurfunkverbindungen von Mühlberg aus getätigt werden. Nun wuchs auch das Interesse bei Jüngeren ohne Amateurfunkgenehmigung. „Rüdiger (Rich) Armstroff, Volkmar Riede, Hans-Joachim (Hansi) Huppach, Willi Krausel waren die ersten, die bei uns nach abgelegter Prüfung die Amateurfunkgenehmigung von der Deutschen Post bekamen“, erzählt Volker Felsberg. „Viele weitere folgten.“ Schnell entstand so in Mühlberg eine feste Truppe, die begeistert funkte.

Dank der Unterstützung der ­Gemeinde Mühlberg durfte die Klubstation DM5XI ab 1975 das Gelände der Mühlburg nutzen, um an Funkwettbewerben teilzunehmen. Regelmäßig erreichte die Mannschaft Top-Ten-Platzierungen. Auch nach 1990 gingen diese Erfolge weiter, jetzt unter dem Rufzeichen DL0MBG. Die vielen Siege blieben auch der deutschen Nationalmannschaft (Rufzeichen DA0HQ) nicht verborgen. Und so wurden die „Mühlberger“ gebeten, in der Nationalmannschaft mitzukämpfen. Bereits elfmal wurden sie so schon Weltmeister, siebenmal Zweite und zweimal Fünfte.

„Leider hat es im vergangenen Jahr nicht geklappt mit dem WM-Titel und wir konnten das Dutzend nicht voll­machen“, resümiert das Rufzeichen DL8AKA (Felsberg) die letztjährige WM. „Zwar hatten wir in der vorgeschriebenen Zeit deutlich mehr Verbindungen, aber dank der territorialen Lage erreichten die Nationalmannschaften aus Spanien (EF8HQ) und Frankreich (TM0HQ) mehr Punkte“, zieht Volker Felsberg Bilanz und gratuliert vom Bronzeplatz aus den Funkfreunden. Er freut sich schon auf die nächste IARU-Radiosportmeisterschaft, die vom 14. bis 15. Juli stattfindet.

Wie andere Vereine haben auch die Funker in Mühlberg Probleme mit dem passenden Nachwuchs. „Deshalb würden wir uns als DARC-Ortsverband »Drei Gleichen« X16 (DL0MBG) freuen, wenn Interessierte immer freitags ab 18 Uhr in den Ratskeller Mühlberg kommen. Schon jetzt wünschen wir allen:
vy 73 es 55 de (viel Glück und alles Gute)“, sagt DL8AKA Volker Felsberg.

HINTERGRUND:
• Die IARU-Radiosportmeisterschaft (WM-Contest) ist die Weltmeisterschaft für die Funkamateure.
• Die Weltkugel ist in 90 ITU-Zonen ­aufgeteilt.
• In 24 Stunden müssen so viele Funkverbindungen wie möglich aufgebaut werden.
• Acht deutsche Mannschaften (Vereine) bilden die Nationalmannschaft.
• Für jede Verbindung (QSO) gibt es Punkte:
1 Punkt – gleiche Zone, 3 Punkte – andere Zone auf gleichem Kontinent, 5 Punkte – Verbindung mit anderem Kontinent.
• Verbindungen werden in sechs Kurzwellenbereichen (160 m, 80 m, 40 m, 20 m, 15 m, 10 m) in den Betriebsarten Sprechfunk (SSB) und Telegrafie (CW) aufgenommen.
• Infos unter www.darc.de
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