Ehrenvorstand Lothar Hartung ist 90 Jahre jung

Lothar Hartung (Foto: Siegmar Gleichmar)
Günthersleben-Wechmar: | Bach-Stammort Wechmar: Geboren zu Wechmar in der Weimarer Republik, für Hitlerdeutschland zum Wehrdienst verpflichtet, nach der Gefangenschaft in die Heimat zurückgekehrt, am Aufbau des geteilten Deutschlands mitgewirkt, die Neugestaltung der Landwirtschaft wesentlich geprägt und im Wechmarer Heimatverein die Krönung seines Lebenswerkes gefunden, mit diesen Schlagzeilen kann man das Leben von Lothar Hartung umschreiben, der am 12. Juli vor 90 Jahren in Wechmar geboren wurde.
Aus einer alten Bauernfamilie stammend hat der Jubilar Zeit seines Lebens die Verbundenheit zur Heimat, zur Natur und zum Denkmalschutz bewahrt.

Als sich im Jahre 1982 die ersten Mitglieder fanden um eine Ortsgruppe Heimatgeschichte in Wechmar zu gründen liebäugelte Lothar Hartung bereits mit einem Eintritt in den jungen Verein, den er ein Jahr später verwirklichte. Als Mitglied des Vorstandes und Schatzmeister war er in den nächsten zwei Jahrzehnten wesentlich an der Entwicklung des Vereins beteiligt. So fand er im Jahre 1984 in der Kirche zu Schmalkalden das Wappen der Herren von Wechmar, das fortan zum Wappen des Ortes geworden ist. Er schrieb 1988 den Artikel zur Landwirtschaft in der Turmknopfchronik und ein Jahrzehnt später mehrere Beiträge für die Chronik „Im Tal des wilden Wassers“. Auf seine Initiative geht 1994 die Aufstellung des Wechmarer Wappenbaumes am Markt zurück. 1992, nach dem Besuch des Oktoberfestes in München und dem Beginn einer Freundschaft mit dem Ehrenpräsidenten des Deutschen Trachtenverbandes, Otto Kragler, fuhr Lothar Hartung einer Gruppe mit ganz großen Kuhglocken hinterher, die die Wechmarer beim Festumzug faszinierten. Er fand die Gruppe in Lungern in der Schweiz und begründete eine bis heute bestehende Freundschaft mit der Trinklergruppe Lungern. Er zählte zu den Aktivisten bei der Gründung des Museums im Bach-Stammhaus oder bei der Restaurierung des Landhauses Studnitz mit seinem herrlichen Rokokosaal. Anlässlich seines 80.Geburtstages ernannten die Mitglieder des Wechmarer Heimatvereins Lothar Hartung zum Ehrenmitglied.

Anlässlich der Ausstellungseröffnung „Die Geschichte der Deutschen – das Gräberfeld der Germanen im Altfeld bei Wechmar“ im Frühjahr 2012 war Lothar Hartung mit dabei und berichtete, wie er 1937 als Schuljunge gemeinsam mit dem Lehrer Kurt Ludloff in der Kiesgrube seines Vaters nach prähistorischen Urnen buddelte.

Mit seiner Frau Ilse, Sohn Detlef und Enkeltochter Julia zählt die gesamte Familie Hartung zu den Eckpfeilern des Vereins und unvergessen bleiben die Einsätze, die Lothar erbrachte in der Finanzierung der Wechmarer Trachtenfeste, die in den Jahren 1992, 1994, 1997 und 2000 das kulturelle Leben des Dorfes veränderten.
Der rüstige, nun junge Neunzigjährige, erholt sich gerade in einer Reha-Klinik von einem Sturz, und die Mitglieder seines Vereins wünschen ihm beste Gesundheit, sind dankbar, für all die Jahrzehnte der Gemeinsamkeit, in denen er maßgeblich das Leben des Vereins bestimmte und freuen sich auf das Wiedersehen.
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