Ferienfreizeit des Betreuten Jugendwohnens des Diakoniewerkes Gotha

  Die fragenden Gesichter der Jugendlichen, als wir am Vorabend der Reise Brett um Brett und Rohr um Rohr in den Wohnwagen packten, waren wie ein offenes Buch.
,Fahren wir in die Ferienfreizeit oder auf Montage?´, stand darin geschrieben.
Für insgesamt 6 Jugendliche und 2 junge Mütter aus dem betreuten Jugendwohnen des Diakoniewerkes Gotha, begann am 25.06. eine ereignisreiche Woche. Die jungen Muttis fuhren nach Boltenhagen an die Ostsee, den Rest zieht es seit Jahren schon an die Zeltplätze der Mecklenburger Seenplatte.

Doch zurück zu den Brettern und Rohren.
Im Zuge der Vorbereitungen kam die Idee auf, mit den Jugendlichen ein Floß zu zimmern und damit in See zu stechen. Gleich am ersten Tag nach unserer Ankunft legten wir los. Zwei Teams hatten für einige Zeit ordentlich zu grübeln, sägen, schrauben. Und irgendwie musste Luft in die Traktorschläuche.
Als 3 von 4 Schläuchen mühsam aufgepumpt und 4 von 4 Jungs völlig ausgepumpt waren, holte Oliver Ekert (Einrichtungsleiter) lächelnd den Kompressor aus dem Wohnwagen und kümmerte sich um das verbliebene Exemplar.
Doch kaum dass wir die Flöße schließlich zu Wasser ließen und fröhlich aus der Badebucht schipperten, war diese kleine Schikane längst verziehen.

Es sind gerade die Erlebnisse in der Natur, das Austesten der eigenen Kräfte, das gemeinsame Kochen, Spielen und die allabendlichen Lieder am prasselnden Lagerfeuer, die verbindend wirken und Zusammenhalt schaffen. 16,8 Lebensjahre ist der Altersdurchschnitt unserer Abenteuergruppe.
Klar, eine Woche ohne den Schatz, das eigene Bett und den Fernseher tut schonmal weh. Aber spätestens wenn das Kanu an einem Seerosenfeld halt macht und man genießerisch die Zähne um einen Pausen-Doppelkeks schließt, verblassen solche Alltagstrivialitäten kurzzeitig zur Nebensache.
Wer nach dem Paddeln noch Energie hat, kann auf dem Volleyballplatz oder beim Badminton seine Muskelkater-Garantie unterschreiben. Wollte deshalb jemand jammern, konnte er dies unserem Reisetagebuch erzählen, in dem wir täglich die Geschehnisse festhielten.
Ein besonderes Highlight war auch in diesem Jahr wieder das Bogenschießen. Ein Kollege brachte seine beiden Sportbögen nebst Pfeilen mit und leitete uns in einem Workshop an. Nach wenigen Stunden hatten alle den Dreh heraus, und der Mythos um Robin Hood war entzaubert.
Abends pflückten wir unsere Deutschlandfahne vom Vorzelt des Wohnwagens und versammelten uns in der Zeltplatz-Taverne vor der Leinwand zum Achtelfinale. Damals gab es noch Tore ohne Elfmeterschießen.

Die Woche verflog, und auch wenn viele der schönen Momente in Erinnerung bleiben sollten, gehört es zum pädagogischen Konzept, auch für die Nachbereitung des Erlebten Sorge zu tragen. Dazu zählen eine CD mit Liedern, die wir jeden Tag sangen und die gemeinsamen
Ferienfreizeit-T-shirts ebenso wie das spätere Gestalten einer Fotowand inklusive Tagebuch-Lesung an einem Gruppenabend nach den Ferien.

Wir hatten keinen Stau auf der Rückfahrt, alles verlief reibungslos. Und beim Ausladen der Rohre und Bretter, hatten wir Floß-Bauteile in den Händen.
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