Herzen am Baum

Gotha: Herkules | Weihnachtsfreude für benachteiligte Kinder aus der Region im „Herkules-Markt“:|||


Von Hildruth Sommer

Wahrlich stark, so wie Herkules der Sage nach gewesen sein soll, ist die Weihnachtsidee des gleichnamigen Einkaufsmarktes in Gotha. Sie beschenken einheimische Kinder, deren Eltern ihren Kleinen wenig oder gar nichts unter den Baum legen können.

Vor der Elektroabteilung stellten die Mitarbeiter des Marktes zu Adventsbeginn einen Weihnachtsbaum auf. An ihm hängen lauter kleine Bastel­arbeiten mit Namen und Weihnachtswünschen. Insgesamt 62. Genau diese 62 Kinder hatte das Jugendamt ausgewählt. Sie durften hier ihre Wünsche in Form dieser kleinen Bastelarbeit aufhängen. Wer auch immer am festlich geschmückten Bäumchen vorbei kam und dessen Herz sich nach dem Lesen der ­Erläuterung auf der Aufstellertafel rührte, konnte sich einen Wunschzettel auswählen, den entsprechenden Wunsch erfüllen und zu Weihnachten eine Kinderseele glücklich machen.
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Am 16. Dezember werden die Geschenke vom Jugendamt im „Herkules-Markt“ abgeholt, damit am 19. Dezember, zur Weihnachtsfeier des Jugendamtes der Stadt, diese Kinder ihre Gaben erhalten können. Viele Mitarbeiter des Marktes erfüllen oft sogar mehrere der Kinderwünsche selbst. Letztere weichen schon sehr von denen ab, die üblicherweise an die meisten Eltern und Verwandten oder, via Wunschzettel, direkt an den Weihnachtsmann gerichtet werden. Vorschulhefte, Malstifte, eine warme Winterhose, Winterschuhe, ein Buch und Unterwäsche stehen auf den Zetteln. Freilich gehören auch Süßigkeiten oder ab und an ein bescheidenes Spielzeug zu den Wünschen. Dinge, die gar viele Kinder als selbstverständlich betrachten und erwarten, dass sie „nebenbei abfallen“.

Es macht betroffen, wenn man diese Zettel auf den Pappglöckchen oder -sternen liest. Die Vornamen der Kinder stehen dabei, Familien­namen nur in seltenen Fällen. Und das macht noch betroffener. Es gibt einige Gründe, warum sie verschwiegen werden. Genau das ist noch weitaus beschämender für eine ganze Gesellschaft, auch das System unter der sie funktioniert – oder eben gerade nicht. Viele schütteln darüber zwischenzeitlich nur noch resigniert den Kopf..., um nicht selten anschließend für die Bescherung der Kinder daheim die neuen Ski oder das Fahrrad zu kaufen.

Auf die Idee, den benachteiligten Kindern in unserer „direkten Nachbarschaft“ damit ein schönes Weihnachtsfest zu ermöglichen, kamen schon im Jahr 2010 einige Mitarbeiter des Einkaufsmarktes. Marktleiter Sandro Walther war begeistert und sorgte mit seinem Team auch 2011 für deren Umsetzung.

Sollte Sie also heute oder morgen der Weg in den „Herkules-Markt“ führen, dann schauen Sie einfach mal an den Baum, ob da nicht doch noch ein sehnlicher Kinderwunsch darauf wartet erfüllt zu werden. Weil es die Eltern leider nicht können.
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