Kleine Kirche erlebt vierte Renaissance -- Freundeskreis in Gründung

Am 1. August gründet sich der „Freundeskreis Frauenzentrum“ e.V., der unter anderem das Gotteshaus im Maria-Magdalenen-Hospital wieder mit Leben füllen will:

Von Pauline Werner

GOTHA. Die Begriffe Krankenhaus und Hospital werden heute gern vermischt oder in einem Atemzug genannt. Im frühen Mittelalter hatte jeder für sich aber eine ganz andere Bedeutung. Während Krankenhäuser meist am Rande einer Stadt und manchmal auch davor erbaut wurden dienten Hospitäler eher als Herberge, in denen Alte und Gebrechliche Kost und Logie bekamen. So stand Gothas ältestes Hospital, das Hospital Maria Magdalena, schon immer innerhalb der Stadtmauern. Gestiftet wurde der erste Bau um das Jahr 1222 von Landgraf Ludwig IV., dem späteren Ehemann der Heiligen Elisabeth von Thüringen. Sie war es auch, die bei Papst Gregor IX. eine Erlaubnis erwirkte auf dem Grundstück des Maria-Magdalenen-Hospital, welches von der Gothaer Bürgerin Hildegardis zur Verfügung gestellt wurde, eine Kirche zu erbauen und einen Gottesacker zum Begräbnis errichten zu lassen. Das war neun Jahre später.

Viele Kaiser, Könige und Päpste später, im Jahr 1541 musste die Kirche dem Neubau des Vorderhauses weichen. Friedrich Myconius beschreibt das so: „Anno 1541 ward das Fodder-haus am selben Spital erbaut, stund etwa eine alte baufällige Kirchen alda.“ Weitere 120 Jahre später wurde das Hospital „samt der lang wüst gelegenen Capelle“ renoviert, um es einer Anordnung Herzog Friedrich II. folgend im Jahr 1716 samt Kirche abzureißen. Noch im gleichen Jahr, am 24. August, wurde der Grundstein gelegt und auf den Tag genau drei Jahre später konnte man Hospital und Kirche einweihen.

Fast 300 Jahre sind seit dem vergangen und im Maria-Magdalenen-Hospital hat unter anderem das städtische Frauenzentrum seine Heimat gefunden. „Für mich ist die kleine Kirche im Haus ein Juwel, das es gilt erhalten zu werden, um es wieder mit Leben zu erfüllen“, sagt Steffanie Eisenächer, deren Idee, einen Freundeskreis zu gründen, unter den Frauen des Frauenzentrums schnell ein breites Echo fand. Und so gründet sich schon am 1. August 2013 der „Freundeskreis Frauenzentrum“ e.V. Sein Ziel ist unter anderem, das Frauenzentrum auf kultureller und finanzieller Ebene zu unterstützen und damit für Frauen aus Gotha und Umgebung noch attraktiver zu gestalten. Der ganz große Traum von Steffanie Eisenächer und des sich in Gründung befindlichen Freundeskreises ist aber das vergessene Kirchlein im Herzen des Frauenzentrums aus seinem Dornröschenschlaf zu erwecken.

„Wir haben schon viele Ideen“, sagt Corinna Karolat, die sich ebenfalls im Freundeskreis engagiert. „Vorstellbar wären beispielsweise Veranstaltungen, Lesungen, ein Literatur-Café oder ein Literatur-Kreis, aber auch Veranstaltungen für Kinder. Aber auch als großes Musikzimmer könnte man die rund 100 qm große kleine Kirche nutzen.“ Perspektivisch will man von Seiten des Freundeskreises auch der Diakonie und dem Bodelschwingh-Hof Gespräche zur Nutzung anbieten, die ebenfalls Teile des Maria-Magdalenen-Hospitals nutzen.

Übrigens, wer sich mit guten Ideen und Anregungen in den Freundeskreis einbringen oder gleich selbst Mitglied werden möchte, ist zu der ersten Informationsveranstaltung am 1. August, ab 17 Uhr, im Brühl 4, in Gotha, herzlich willkommen.
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