Knallig bunt und ein bisschen verrückt

Mit ihren ersten Auftritten macht die neue Guggen-Kapelle "Ohr gugge ma" aus Ohrdruf auf sich aufmerksam:


OHRDRUF. „Ohr gugge ma“. Was nach einem verwunderten und überraschten Ausruf eines sächsischen Touristen zu einem anderen klingt, ist der pure Spaß. „Ohr gugge ma“ ist der Namen der neu gegründeten Musikformation, die seit kurzem Ohrdruf und Umgebung erfreut. „Ohr gugge ma“, das sind 24 Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Und doch haben sie sich gefunden um gemeinsam Guggenmusik zu machen. Und falls mal jemand fragt: „Ohr gugge ma“ klingt schon richtig gut.


Schon vor mehr als zwei Jahren hatten Dominik Rieck und Jens Anschütz die Idee zu einem gemeinsamen Projekt. Sie wollten Musik machen. Sich einfach mal an Guggenmusik probieren. Lange gärten die Gedanken, die schlussendlich in einem Aufruf im sozialen Netzwerk Facebook gipfelte. „Hier haben wir das Projekt mit dem Arbeitstitel `Ohr gugge ma´ vorgestellt und gefragt, wer Lust zum Mitmachen hat. Wir rechneten mit einer Handvoll Interessierte und wollten ganz langsam anfangen“, sagt Dominik Rieck und konnte nicht fassen, was sich darauf hin alles tat. „Schon nach einem Tag hatten wir die Zusage von fast 10 potentiellen Musikern, die sich an `Ohr gugge ma´ beteiligen wollten“, schiebt Jens Anschütz nach, der heute unter dem Namen „Anna Endlos“ bei „Ohr gugge ma“ eine der Trompeten bläst.


Aus dem schnöden „bitte melden“ im Gesichtsbuch wurde in kurzer Zeit eine bunte Truppe, die schon auf den ersten Blick verrät, was hier passieren soll: Musik, die anders ist, als Guggenmusik. Dabei konnte in der Anfangsphase kaum einer der „Musiker“ mit einem Instrument umgehen, geschweige denn es spielen. „Das war aber völlig egal. Denn Gugge ist verrückt. Und ein bisschen verrückt sind wir ja auch. Gugge muss man in sich haben, egal ob jung oder alt“, sagt Inge Machts, die in der lustigen Truppe mit den Becken hantiert, als ob sie das schon immer macht(s).


Jeder der Mitspieler bei „Ohr gugge ma“ hat sich selbst ein Instrument gekauft und sofort mit dem Üben begonnen. Schon das ein sehr gewagtes Unterfangen, weil bei den meisten die musikalischen Vorkenntnisse gen Null tendieren. Auch das war ein Fall für Jens Anschütz. Er hat die Noten der Musikstücke umgeschrieben und in eine Grifftabelle verwandelt. Statt Notennamen zieren jetzt Ziffern die Notenblätter. Und siehe da, schon war das Instrument mit seinen sieben Siegeln überlistet. Die Musikauswahl von „Ohr gugge ma“ wird übrigens im Team beschlossen. Jeder kann vorschlagen, was ihm gefällt. Nur ein Kriterium ist dabei zu überwinden: „Der Song muss notentechnisch umschreib- und letztendlich spielbar sein“, erklärt Dominik Rieck, der mit seinem Kumpel „Anna Endlos“ bereits vor der Wende im Fanfarenzug gemeinsam gespielt hat.


Ihre ersten Auftritte hatte „Ohr gugge ma“ auch schon. Als „Support“ erfreuten die Ohrdrufer, die übrigens nicht nur aus Ohrdruf kommen, die Gäste beim 3. Thüringer Guggenspektakel in Günthersleben-Wechmar. Hier erntete das junge Ensemble in den Farben gelb, rot, schwarz viel Applaus. Dazu hatte Nancy Rieck die Männer, Frauen und die drei Kinder, die Guggenzwerge, mit Kriegsbemalung versehen. Perfekt geschminkt, natürlich in gelb, rot und schwarz, mit verschiedenen Ornamenten auf dem Gesicht, musizierte „Ohr gugge ma“ munter drauf los und sich in die Herzen der Besucher. Zwar haben sich die einzelnen Bandmitglieder tolle T-Shirts drucken lassen, aber „auf einen Sponsor warten wir noch“, sagt Dominik Rieck, in der Hoffnung, dass sich die lustige Truppe bald besser ausrüsten kann und dann, neben den Burgenlandkrachern, zu einer festen musikalischen Größe im Landkreis Gotha wird.
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