Lernen, Gefahren zu erkennen

Friemar: Fitnesscenter |

Kinder in Friemar und Umgebung lernen, wie sie sich Fremden gegenüber zu verhalten haben:



GOTHA. Es ist der Alptraum aller Eltern und die Horrorvorstellung schlechthin. Eben war das Kind noch da. Nun ist die Tochter oder der Sohn weg. Man war doch nur mal kurz in dem Geschäft. Oder man wartet, und der Nachwuchs kommt nach der Schule oder vom Spielen nicht nach Hause. Ist etwas passiert, ist das Kind etwa mit einem Fremden mitgegangen?

„Um solch einem Szenario vorzubeugen, können wir nur immer wieder mit den Kindern diese Situation üben und im spielerischen Training dafür sorgen, dass die Kleinen in solch einem Fall wissen, wie sie sich richtig zu verhalten haben“, sagt Sozialpädagoge Constantin Hayn, selbst Vater dreier Kinder. Der in Erfurt lebende Sozialarbeiter trainiert in einem halbjährigen Kurs in Friemar gegenwärtig eine Gruppe von Kindern im Alter von 5 bis 11 Jahren in einer kindgerechten Mischung aus eben diesen wichtigen Verhaltensmustern und Wing Chun - einer alten chinesischen Kampftechnik. Der Legende nach geht diese Sportart zurück auf die Nonne Ng Mui, die ein Kampfsystem für körperlich Unterlegene entwickelt. Ihr Wissen gab sie an ein Mädchen namens Yim Wing Chun weiter, das sich gegen einen lokal ansässigen Kämpfer zur Wehr setzen musste, der sie immer wieder bedrängte.

„Auch bei unserem Kurs lernen die Kinder sich zur Wehr zu setzen, sich im Notfall zu verteidigen und sich gegen Stärkere zu behaupten. Selbst die Stärke des Nachgebens ist Teil dessen, was ich den Kindern versuche beizubringen. Dabei sollen sie in erster Linie Spaß an Bewegung haben und Gefahren erkennen“, erzählt Constantin, der selbst bereits mit 14 Jahren angefangen hat, sich in Escrima, einer philippinischen Kampftechnik, zu üben. Heute ist er ein ausgebildeter Übungsleiter mit Trainerschein. „Was ich versuche den Kindern zu vermitteln, ist eine Art Gewaltprävention. Denn in einem Stufenmodell lernen die Jungen und Mädchen, sich erst freundlich, dann deutlich zu behaupten. Sie sollen klar ausdrücken, was sie nicht wollen und sich lautstark gegenüber dem Stärkeren äußern. Erst wenn nichts fruchtet, dürfen sie sich angemessen verteidigen.“

Unterbrochen durch Spiele werden die Kinder immer wieder gezielt abgelenkt von der Konfrontation mit der vermeintlichen Gefahr, um ihnen danach, wieder voll konzentriert aber doch spielerisch, zu vermitteln, wie sie sich zu verhalten haben, wenn sie durch Fremde angesprochen oder zum Mitgehen animiert werden. „Natürlich lernen die Kinder auch richtiges Verhalten am Telefon gegenüber Fremden. Sie werden über Einrichtungen wie `Notinsel´ oder `Safe Point´ informiert und befähigt Hilfe zu holen. Ganz wichtig ist auch, dass wir bei allem, was wir hier mit den Kindern machen, die Eltern mit ins Boot holen. Auch sie müssen wissen, was bei einer bestimmten Verhaltensweise ihrer Kinder geschehen ist und angemessen reagieren. Selbst bestimmte Code-Worte können hier hilfreich sein“, sagt Constantin Hayn, der ab April solch einen Kurs auch im Mehrgenerationenhaus in Gotha anbieten möchte.


KONTAKT: Constantin Hayn, Tel.: 0172/5733080, constantin.hayn@gmail.com
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