Neue Fakten für die Ortschronik: Schwarzhausen feiert sein 1225-jähriges Bestehen

 
"Alleinunterhalter": sorgt für Gute-Laune-Musik an den Schlossteichen
Schwarzhausen: Schlossteich | Vor 25 Jahren zogen bäuerlich gekleidete Männer und Frauen mit Tragekörben, Sicheln, Sensen und Handwagen durch Schwarzhausen. Sie waren Teil des großen Festumzuges, der die Geschichte des Ortes anlässlich der 1200 Jahrfeier repräsentieren sollte. Neben Bauern, so haben am Samstag die Ortsansässigen im vollbesetzten Gasthaus zur Linde erfahren, waren die Schwarzhäuser in den vergangenen Jahrhunderten vor allem Handwerker und Fuhrmannsleute, die ihre Waren unter zum Teil abenteuerlichen Bedingungen durch das Land transportierten.

Irgendwann in der Geschichte war der Ort auf 27 Personen zusammengeschrumpft. Wann genau das war, kann jeder Interessierte in der aktuellen Festschrift nachlesen, in der viele Ausschnitte aus der Ortschronik enthalten sind. „Die Akten und Daten über Schwarzhausen sind lückenhaft“, erklärt Alexander Schreyer, der schon viele Jahre die Ortgeschichte in seiner Freizeit erforscht. Als die Winter hart und Brennmaterial knapp war, was man sich in unserer waldreichen Gegend gar nicht vorstellen kann, habe man in den städtischen Verwaltungsämtern Akten aussortiert und als Heizmaterial verwendet.

Der Nachbarort Schmerbach hatte hinsichtlich der überlieferten Akten mehr Glück, sagt die Geschichtslehrerin Dagmar Reißig, die dort die Ortschronik führt. Sie schlug in der Veranstaltungsrunde vor, dass die Ortschronisten, der vier zum Emsetal gehörenden Dörfer, zusammenarbeiten sollten – denn wie der Vortrag von Alexander Schreyer bewies, findet oft einer etwas raus, das auch für die anderen Dörfer geschichtlich relevant ist. Schreyer stieß bei seinen Recherchen auf ein Dokument, in dem sich Schmerbach als Standort um eine Postagentur bewarb – damals, als sich die Post als Institution etablierte. Die Schmerbacher hatten zuvor erfolglos versucht, ein Dokument zu finden, in dem das überlieferte Gründungsjahr der Post bestätigt wird.

Dank der Recherchen von Alexander Schreyer sind nun auch die Oberbefehlshaber und das Regiment der Amerikaner namentlich bekannt, die kurz vor Ende des 2. Weltkrieges Schwarzhausen und Schmerbach besetzt hatten, bevor sie wenige Wochen danach von den Russen abgelöst wurden. Schreyer hatte eine Anfrage an die amerikanische Botschaft gestellt und die war weitergeleitet worden an eine Einrichtung des amerikanischen Militärs, die solche Daten archiviert und dazu Auskünfte erteilt.

Der Geschichtsvortrag in der Linde war ein Höhepunkt des aktuellen Dorfjubiläums. Ein anderer war der Vortrag vom Pfarrer Krüger, der bis Ende der 60er Jahre in Schwarzhausen gewirkt hatte und sich gemeinsam mit den Gemeindemitgliedern an diese Zeit erinnerte. An den Schlossteichen wird seit Freitagabend gefeiert. Das bunte Volksfest mit Blasmusik, Bratwurst, Bier und gegrilltem Fisch und Kuchen wird noch bis Sonntag zu genießen sein.

Am Samstagnachmittag wurden die Kinder unterhalten. Beim Schnupperangeln konnten sie das Angelhalten und Werfen austesten und sich in Geduld üben. Mit dem Hebekran des Dachdeckers Heunemann erblickten viele Kinder in schwindelerregender Höhe Schwarzhausen aus ungewohnter Perspektive. Hüpfburg, Torwandschießen und die zwei Tage alten Küken eines ortsansässigen Züchters waren weitere Attraktionen.
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