Projektbericht der Naturschutzjugend

Juliane Balmer (Wildkatzenprojekt Hainich), Umweltbeauftragter Peter Goldhahn mit Finn und Felix bei der Lockstockaufstellung. (Foto: Privat)

Von Lurchen, Knilchen und Bilchen:



GOTHA. Die Naturschutzjugend (NAJU) ist eine eigenständige Organisation im NABU, in der sich Menschen im Alter von sechs bis 27 Jahren für einen besseren Umgang mit der Natur einsetzen. Naturschutz kann auf Dauer nur dann erfolgreich sein, wenn er auf einer breiten gesellschaftlichen Basis gründet. Die Kindergruppe des NAJU Gotha hat die Erfahrung gemacht, dass es sich lohnt, anzufragen. Denn bekannter Weise ist ein Teil des Krahnberges mittlerweile in Privatbesitz und ohne Zustimmung und Unterstützung des Besitzers Herrn Dr. Klaus Ammermann und dem verantwortlichen Revierförster Thomas Melcher wäre unser neues Projekt nicht durchführbar. Wir danken beiden für den Vertrauensvorschuss. Es tut gut, zu wissen, dass man einer Kindergruppe so viel Verantwortung zutraut. Auf eine gute Partnerschaft. Wir danken dem NABU Kreisverband Gotha, der unseren Projektantrag an die Sachgebietsleiterin für Naturschutz und Landschaftspflege im Umweltamt Frau Petra Schache herangetragen hat. Mit den von ihr bewilligten Projektmitteln können wir drei Mikroprojekte durchführen: Die naturnahen Laubmischwälder auf dem Krahnberg sind bekanntermaßen Rückzugsgebiet für Füchse, Dachse, Kaninchen, Hasen und Rehe. Aber was ist mit der Wildkatze? Sie soll da oben vorkommen. Gesehen wurde sie schon mal – Man munkelt eben. Wir wollen der spannenden Frage nachgehen, ob es uns als Kindergruppe gelingt, die scheuen Einzelgänger ganz in unserer Nähe nachzuweisen. Die wohl wichtigste Methode zum Nachweis ist das Aufstellen von präparierten Lockstöcken. Der Baldrianduft motiviert die Katzen, sich an den Stöcken zu reiben. Die zurückgelassenen Haare schicken wir an das Forschungsinstitut Senckenberg. Dort werden sie genetisch analysiert.

Ein Schlafhaus für die Schlafmaus (Bilch)

Zwar ist die kleine Haselmaus scheu und nur nachts im Gestrüpp unterwegs. Weil sie so schwer zu beobachten ist, ist nur sehr wenig über die Verbreitungsgebiete bekannt. An lichten Waldrändern unter alten und großen Haselsträuchern wurden verräterische Haselnussschalen gefunden. Experten haben anhand der Fraßspuren erkennen können, dass diese von einer Haselmaus stammen.
Erst die Aprilsonne macht die Haselmäuse munter. Nach sechs Monaten Winterschlaf hat sie zwar die Hälfte ihres Körpergewichts verloren, aber das wird sie schnell wieder drauf haben. Vermutlich hat sie in Thüringen viel von ihrem Lebensraum, den Hecken und Waldrändern, verloren. Hier wollen wir ansetzen und durch Ausbringen von speziellen Nistkästen die o.g. Defizite minimieren.


Tümpel entrümpeln

Dass Erdkröte, Kammmolch & Co. nicht nur während der Amphibienwanderung schutzbedürftig sind, sondern auch der Lebensraum dieser Amphibien stark gefährdet ist, wissen die Kinder der NAJU nur zu gut. Naturschützer gehen davon aus, dass in den vergangenen 50 Jahren rund 80% bis 90% der Amphibienlaichgewässer verschwunden sind. Mit den Gewässern sind einige der früher heimischen Amphibienarten verschwunden oder sehr selten geworden. Davon kann auch Herr Goldhahn, der Naturschutzbeauftragte der Stadt Gotha ein Lied singen. Auf dem Krahnberg waren trotz oder gerade wegen der militärischen Nutzung viele Kleinstgewässer als Laichplätze vorhanden. Wir wollen mit Unterstützung erfahrener Biotoppfleger einen Tümpel von Unrat befreien. Durch Entbuschung der als Laichgebiete besonders wertvollen Flachwasserzonen wird der Tümpel wieder für die Lurche attraktiv.

Andrea Witt-Kunstmann, Anleiterin der Naturschutzjugend in Gotha
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