Reif für die Insel - Die Insel ist reif

Wer zur Insel in Günthersleben möchte, kommt über diese Brücke.
Günthersleben-Wechmar: Informationszentrum Wasserburganlage/Insel | Am Freitag startet das Inselfest auf der Insel in Günthersleben-Wechmar

GÜ-WE. Zwei Vereine, ein gemeinsam organisiertes Fest. Von Freitag bis Sonntag laden der Geschichtsverein Günthersleben e.V. und der Feuerwehrverein Günthersleben e.V. wieder zum Fest auf die Insel ein. Da wo einst das ehemalige Wasserschloss stand, ist heute viel Platz zum Feiern. „In vielen freiwilligen Stunden haben die Mitglieder beider Vereine dafür gesorgt, dass alle Programmpunkte stehen und die Besucher sich bei unserem Fest wohlfühlen“, erzählt Birgit Baier, die auch gerade wieder mit weiteren Männern und Frauen aus den Vereinen beim Arbeitseinsatz auf der Insel aktiv ist.

Aktiv war man schon vor vielen Hundert Jahren. Nämlich bereits im Jahr 722. Damals bereisten Willibrord, der Missionar der Friesen, und Bonifatius, das heutige Thüringen. Unterstützt wurden sie in der Region durch Gundhareo, den Namensgeber von Günthersleben. Im Jahr 874 wurde in Günthersleben zum ersten Mal eine Burg erwähnt. Die Hauptzufahrt zur Schlossinsel erfolgt über die östliche Zufahrtsbrücke und trifft auf die Schmalseite des als Rechteck angelegten Schlossgeländes. Durch das filigrane Haupttor und die Tordurchfahrt gelangt man in den vorderen Hof. Charakteristisch für die Anlage ist die wirtschaftliche Ausrichtung der Gebäude. Das Herrenhaus wurde in eine Ecke im Nord-Osten der Insel gebaut, ganz im Widerspruch zu den sonst so protzig und zentralisiert gebauten Schloss- und Herrschaftsbauten. Dies hat einen historischen Hintergrund. Die Brüder von Volgstädt planten im 17. Jahrhundert nach dem Vorbild des Schlosses Friedenstein eine parallele Anlage von identischen Schlössern. Allerdings wurde nur eine fertiggestellt. Auf dessen Grundmauern wurde dann das Schloss gebaut. Der vordere Hof bildet mit seiner klaren Gliederung der Wirtschaftsgebäude einen gefassten Platz, der wirtschaftlich und funktionsfähig war und gleichzeitig auch eine attraktive Gestaltung für einen landwirtschaftlichen Gutshof aufwies. Das Gutsgelände auf der Insel bestand ehemals nur aus dem vorderen Hof, der dann später noch durch die Viehställe und den westlich abschließenden Speicher erweitert wurde. Direkt neben der Tordurchfahrt befand sich die Wagenremise, in der die Zugmaschinen und Fuhrwagen aufgestellt wurden. Die südliche Begrenzung bildet der 3-geschossige Rinderstall der in den oberen beiden Etagen als Futterspeicher genutzt wurde. Die Rinderboxen sind in Längsrichtung zum Stall angeordnet und werden durch einen Verbindungsgang mit acht Zugängen erschlossen. Nördlich des Hofes befanden sich der Schweine- und Pferdestall, sowie separat das Inspektorenhaus.

Der Inspektor leitete alle Angelegenheiten auf dem Hof. Sein Wohnhaus war durch seine Lage dem Gutsherrenhaus zugeordnet. Beide verband eine ca. 90 cm hohe Terrasse, die im Gegensatz zum gestampften Boden des Hofes stets trocken und gut begehbar war. Neben dem Gutsherren und seiner Familie war der Inspektor der einzige Angestellte, der noch auf dem Gut wohnte. Die übrigen Arbeiter lebten gegenüber dem Gut an der Chaussee nach Gotha. Das alles ist lange her. Nach dem Krieg und der Enteignung im Zuger der Bodenreform 1945 erfolgte der vollständige Abriss, der sich bis in das Jahr 1952 hinzog. Erst 1974-76 entsann man sich dem Erholungswert der Anlage und begann mit dem Aufbau eines Naherholungszentrums. Allerdings erst ab dem Jahr 2000, hier wurde die Gemeinde Günthersleben-Wechmar Eigentümer der Anlage, begann sich das Aussehen zu wandeln, die mit der Umgestaltung 2008 ihren vorläufigen Abschluss fand. „Jetzt liegt es an uns, das alles hier zu erhalten und den Besucher den Eindruck von der ehemals imposanten Anlage zu vermitteln“, erzählt Birgit Baier, die sich gemeinsam mit den anderen Mitgliedern von Geschichts- und Feuerwehrverein auf ein tolles Wochenende auf der Insel freut.
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