Wie das Schlosstor zum Schmied kam …

  Es geschah am 11.Juli 2013. Der Landkreis führte mit der Firma Heunemann die beschlossene Ersatzvornahme durch. Fenster, Türen und Dächer sollten am Schlossgebäude Reinhardsbrunn gesichert werden. Ziel der Maßnahme war die Schlossanlage Reinhardsbrunn wirkungsvoll vor Witterung und Vandalismus zu schützen. Mitglieder und Sympathisanten des Fördervereins Schloss und Park Reinhardsbrunn waren zur Filmdokumentation vor Ort. Der Förderverein hat eine eigene Filmproduktion ( Thüringen im Film ), die sämtliche Ereignisse in und um Reinhardsbrunn chronologisch aufzeichnet. Es war ein sonniger Tag. Euphorie und Aufbruchstimmung bestimmten das Handeln. Die Worte von vergangenen Versammlungen kamen ins Gedächtnis: Die Schlossanlage muss wirkungsvoll vor Vandalismus geschützt werden. Im Vordergrund steht der Schutz von Kindern. Ein verunglücken von Kindern und Jugendlichen auf der Schlossanlage muss verhindert werden. Wir alle tragen Verantwortung. Mit diesen Gedanken im Kopf rückte das stark verbogene Schlosstor immer mehr in den Mittelpunkt des Geschehens. Was nützen gesicherte Türen und Fenster am Gebäude, wenn die Außenanlage so schlecht gesichert ist, das verbogene Tor Kinder und schlanke Erwachsene gerade zu verführt in das Schlossgelände einzudringen. Mit weiblichem Charme wurden die Mitarbeiter der Firma Heunemann überzeugt, die Reparaturmaßnahme des Tores zu unterstützen. Mit gebündelten Kräften und Krananlage schwebte das verbogene Tor aus seiner Verankerung und wurde anschließend zum Schmied gebracht. Was sich so einfach anfühlte und umsetzen ließ, hätte aber vorher einen erheblichen bürokratischen Akt erfordert. Ein Antrag auf Torreparatur hätte vorher eingereicht werden müssen. Natürlich wird so ein Papier von einem fürsorglichen Beamten bearbeitet und irgendwann gibt es eine Genehmigung. ( oder auch nicht ) Wir handelten unbürokratisch. An diesem 11. Juli waren die Krananlage und die Schlossliebhaber da. Jetzt war die Zeit und die Stunde zum Handeln. Nach getaner Umsetzung des Tores zur Reparatur beim Schmied regte sich der Amtsschimmel gewaltig und begann zu galoppieren.
Ein Sündenfall war passiert. Bürger handelten einfach ohne das Amt und Eigentümer vorher gefragt zu haben. Was für ein Frevel. Die gut gemeinte Aktion wurde als Diebstahl deklariert und eingestuft. All die warmen und herzigen Worte der politisch Verantwortlichen waren vergessen. Wir waren die Bösen und das Amt hat immer Recht. Es wurden zwar Gespräche mit entsprechenden Personen geführt mit aber unklaren Ergebnissen und Aussagen. In der Not in der sich die Handelnden befanden wurde auch die Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht informiert. Sie bekundete in mehreren Schreiben ihre Sympathie und Wertschätzung für die Schlosstoraktivisten. Mit zunehmender Öffentlichkeit der Schlosstoraktion gab es eine unglaubliche Sympathiewelle in der Bevölkerung im Kreis Gotha und darüber hinaus. Die Schlosstoraktivisten standen mit einem Mal nicht alleine da. Der Höhepunkt der Unterstützung war die Fernsehsendung „ Mach Dich ran…“. Am 17. Dezember unterstützte das MDR – Fernsehteam die Schlosstoraktivisten. Sie tauften die Schlosstoraktivisten „ Olsenbande „ und gemeinsam ging es zum Landratsamt nach Gotha. Dort wurde eine gemeinsame Lösung für das Schlosstorproblem gefunden. Die Zeit verging und das Frühjahr kam und pünktlich zum vereinbarten Fristendes war das reparierte Schlosstor wieder an Ort und Stelle. Tagespresse und MDR- Fernsehen begleitete die Aktionen. Was bleibt?
Es lohnt sich einzusetzen für kulturelle und soziale Probleme. Wir sind keine wehrlosen Bürger, die wie die Schafe grasen.
Verlasst Euch nicht auf die GROSSEN !
Nehmt die Dinge gegebenenfalls selbst in die Hand.
Wir ALLE tragen Verantwortung für unsere Heimat!

PS.: Der Schlosseigentümer bekundete Sympathie für die Schlosstoraktivisten.
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