Zwei- und Vierbeiner in Not

Kodak ist nur einer von derzeit sieben Deutschen Schäferhunden, die im Tierheim Uelleben auf ein neues Zuhause warten und von Maik Timmler liebevoll betreut werden.
Gotha: Tierheim | Niemand weiß genau, wie Kommunen das neue Gesetz zum Schutz vor gefährlichen ­Tieren umsetzen sollen:||

Aus den Augen, aus dem Sinn. Dieses geflügelte Wort drängt sich bei dem vom Thüringer Landtag verabschiedeten Gesetz zum Schutz vor gefährlichen ­Tieren förmlich auf. Das Gesetz ist beschlossen und in Kraft, aber die sich aus ihm ­ergebenden Probleme und Kosten werden auf Kommunen und Hundehalter abgeschoben. Und auf die Tierheime und Tierschutzverbände.


„Abgesehen davon, dass wir in Uelleben bei Hunden und Katzen aus allen Nähten platzen, habe ich Angst vor dem Tag, wenn der erste `Kampfhund´ angebunden bei uns vor dem Tor sitzt“, sagt Bärbel Bärwald, Leiterin des Tierheims Arche Noah. Die vom Tierschutzverein getragene Einrichtung ist weder für diese Tiere ausgelegt, noch hat das Personal die entsprechende Ausbildung. Das bestätigt auch Michael Brendel, Leiter des Ordnungsamtes in Gotha, der selbst keine Lösung parat hat.


Was wäre nun die Konsequenz für ein Fundtier oder einen beschlagnahmten „Kampfhund“? „Das Land hat die Verordnung erlassen, ohne sich um die entsprechenden Arbeits­regularien zu kümmern“, kommentiert Michael Brendel das Papier, das nun die Kommunen umsetzen müssen, ohne zu wissen wie.
„Kurzfristig haben wir kein Patentrezept und können uns in einem solchen Fall nur versuchen selbst zu helfen. Vielleicht über die Tierrettung oder befreundete Tierheime. Mittelfristig planen wir die Polizeiinspektion Gotha mit ins Boot zu holen, Schulungen anzubieten, auch für die Mitarbeiter des Tierheims“, sagt Amtsleiter Brendel, der sich auch einen runden Tisch zum Thema „Kampfhunde“ zusammen mit Ordnungs­ämtern, ­Innenausschuss, Tierärzten und Polizei vorstellen kann. Doch bis dahin hoffen alle Beteiligten, das keines der registrierten Tiere auffällig wird.


Ein weiteres Problem zeichnet sich bei der Pflicht zu Chip und Haftpflichtversicherung ab. „Schon jetzt ist unser Tierheim fast an seiner Kapazität“, erzählt Bärbel Bärwolf. Sie befürchtet, dass Hunde einfach ausgesetzt werden, wenn sich der Halter die Kosten nicht leisten kann oder diese einfach sparen will. „In mancher ­Woche erreichen uns drei bis vier Fundtiere, und nicht alle sind entlaufen...“
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Ulf Wirrbach aus Gotha | 25.11.2011 | 21:02  
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