Der Nordthüringer Arbeitsmarkt im Mai 2013

Betrachtung der Entwicklung


„Wir haben die niedrigste Arbeitslosigkeit im Mai seit 23 Jahren, allerdings sind die Auswirkungen der Konjunktureintrübung deutlich zu merken“, so Karsten Froböse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Nordhäuser Arbeitsagentur, anlässlich einer Pressekonferenz im Unternehmen Technik in Form in Heiligenstadt zur Arbeitsmarktentwicklung im Mai. „Die Personalnachfrage ist verhaltener als in den Jahren zuvor, und die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt lässt nach.“

Arbeitslosigkeit geht weiter nach unten


Die Zahl der Arbeitslosen beträgt aktuell 12.543 und hat damit im Monat Mai den niedrigsten Stand seit der Wende erreicht. Im April lag die Arbeitslosigkeit um über 1.000 Personen höher, gegenüber dem Vorjahr ging die Zahl um rund 400 zurück.

Während die Arbeitslosigkeit zum Jahr zuvor in den Landkreisen Nordhausen und Eichsfeld unverändert blieb, sank die Zahl der Jobsuchenden im Kyffhäuserkreis um über acht Prozent. Die Arbeitslosenquote lag bei 8,9 Prozent und ging erstmals in einem Mai damit auf unter neun Prozent zurück.

Im Vergleich zum April sank die Quote um 0,7, zum Vorjahr betrug der Rückgang 0,2 Prozentpunkte. Im Kyffhäuserkreis wurde erstmals im Mai ein Wert von unter 12 Prozent registriert.

Männer und Frauen im Vergleich


Die Nachfrage nach Arbeitskräften aus dem Baugewerbe und der Landwirtschaft ließ im Mai vor allem die Männer vom Rückgang der Arbeitslosigkeit profitieren. Um über 10 Prozent sank hier die Zahl zum April, zum Vorjahresmonat betrug der Rückgang knapp ein Prozent. Bei den Frauen war mit einem Minus von über fünf Prozent vor allem die Entwicklung zum Vorjahr positiv.

Unterbeschäftigung leicht unter Vorjahr


Mit Qualifizierungsaktivitäten begegnet die Nordhäuser Arbeitsagentur derzeit verstärkt dem Fachkräftebedarf in Branchen, wie der Metall- und Elektroindustrie, in Transportbereichen oder in der Altenpflege.

Seit Jahresbeginn ist die Zahl der Personen, die eine zielgerichtete Weiterbildung oder Umschulung begonnen hat, um fast 50 Prozent gestiegen. Derzeit qualifizieren sich in Nordthüringen rund 600 Männer und Frauen für eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt weiter.

Neben der Zahl der Arbeitslosen weist die Nordhäuser Arbeitsagentur die sogenannte Unterbeschäftigung aus. Sie zeigt transparent sowohl Arbeitslose als auch Personen mit Förderungen auf, die nicht als Arbeitslose erfasst sind, aber noch keiner vollen wettbewerbsfähigen Beschäftigung nachgehen.

Danach erhielten im Mai rund 4.700 Personen finanzielle Unterstützung, 30 weniger als vor einem Jahr. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit ist damit nicht wie vielfach vermutet auf statistische Effekte zurück zu führen.

Mehr sozialversicherungspflichtige Stellen als im April


464 sozialversicherungspflichtige Stellen wurden der Nordhäuser Arbeitsagentur im Mai gemeldet, rund acht Prozent mehr als im Vormonat. 54 Stellen kamen allein aus der Metallbearbeitung, 47 Stellen aus den Hoch- und Tiefbaubereichen und 43 Stellen aus dem Maschinenbau.

Gleichwohl ging die Nachfrage nach Arbeitskräften im Jahresverlauf deutlich zurück. Danach wurden von den Unternehmen 26 Prozent weniger Stellen gemeldet als vor einem Jahr. Die Entwicklung lässt zudem erkennen, dass Fachkräfte auf dem Markt die besten Chancen haben, für Helfer gestalte sich die Situation zunehmend schwieriger.

Gerade in schwachen konjunkturellen Phasen sei es aus Sicht der Arbeitsagentur deshalb umso wichtiger, die eigene Qualifikation zu überdenken. Chancen für Fachkräfte sind vorhanden. Fast 1.200 Stellen stehen derzeit in Nordthüringen zur Besetzung an, über 85 Prozent sind unbefristet.

Trend auf dem Ausbildungsmarkt setzt sich fort


Bis Ende Mai haben sich bei den Berufsberatern 1.357 Bewerber um eine Ausbildungsstelle gemeldet, etwa so viel wie vor einem Jahr. 1.460 Ausbildungsstellen meldeten die Nordthüringer Unternehmen bis letzten Monat, die Hälfte kam aus Produktion und Fertigung.

Auf 100 Ausbildungsstellen entfallen damit 93 Bewerber. Im Maschinenbau ging die Zahl der Lehrstellen um rund 12 Prozent nach oben, im Metallbau erhöhte sich der Ausbildungsbedarf um 3,2 Prozent auf fast 100 Stellen.

Bei den Transportunternehmen zeigt das Engagement um den Nachwuchs Erfolge und das Werben für Berufe in Transport, Verkehr und in Logistik wurde von den jungen Leuten verstanden. 26 Interessenten haben sich gemeldet um eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer zu absolvieren, mehr als doppelt so viel wie vor einem Jahr.
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