Sitzung des Forst- und Jagdausschusses der Stadt Heilbad Heiligenstadt

Der Harvestereinsatz im Stadtwald war Thema der Sitzung des Forst- und Jagdausschusses der Stadt Heilbad Heiligenstadt am 19. März.

Im Pferdebachtal und im Schierbachtal kommt im Herbst der Harvester zum Einsatz. 1000 Festmeter Laubholz (vornehmlich Buche) sollen mittels Harvestertechnik im Pferdebachtal geerntet werden, im Schierbachtal sind es zirka 600 Festmeter Mischbestand (Nadel- und Laubholz).

Die Bäume stehen an beiden Forstorten an Steilhängen, so dass schon aus arbeitsschutzrechtlichen Gründen die Harvestertechnik gegenüber motormanuellem Einschlag durch die Waldarbeiter vorzuziehen wäre. Weiterhin ist es nur so möglich, die derzeitigen erheblichen Personalengpässe wirtschaftlich zu kompensieren.

Als weiteres Thema wurde der Antrag der Schützengesellschaft Heiligenstadt behandelt. Die Schützengesellschaft plant die Erweiterung des Schießgeländes im Pferdebachtal, um den Bau einer Wurfscheibenanlage. Eine vergleichbare Anlage gibt es in der Region nicht.

Die Anlage soll auch von der Jägerschaft genutzt werden. Eine Fläche von zirka 0,8 Hektar des Stadtwaldes müsste weichen, als Ausgleich ist eine dreifache Fläche wieder aufzuforsten. Dem Forst- und Jagdausschuss wurde das Vorhaben bei einem Ortstermin einige Tag vor der Sitzung durch die Schützengesellschaft vorgestellt.

Die anfänglichen Bedenken, insbesondere hinsichtlich einer Beeinträchtigung des Wanderweges auf dem Alten Bahndamm, konnten bei der Begehung ausgeräumt werden.

Die Stadt ist hier nicht Genehmigungsbehörde, sondern muss als Waldbesitzer eine Entscheidung treffen. Die Prüfung, ob eine Gefährdung von der Anlage ausgeht bzw. diese überhaupt genehmigungsfähig ist, obliegt dem Landkreis Eichsfeld als Genehmigungsbehörde.

Unter Abwägung der waldbaulichen Belange und der Vereinsförderung, gab der Ausschuss mehrheitlich eine Empfehlung an den Stadtrat für den grundsätzlichen Bau der Wurfscheibenanlage. Die Verwaltung hat nun zunächst gemeinsam mit dem Forstamt zu prüfen, ob entsprechende Ausgleichsflächen zur Verfügung stehen. Weiterhin müssen mit der Schützengesellschaft die finanziellen Aspekte geklärt werden.

Durch Bürgermeister Thomas Spielmann wurde eine Senkung der Brennholpreise entschieden, Ordnungsamtsleiter Thomas Hucke informierte darüber in der Sitzung.

Ab 20. März gelten folgende Preise:

Laubholz:
Selbstwerbung: 18,00 Euro/Raummeter (vorher 22,00Euro)
Industrieholz: 55,00 Euro/Festmeter (vorher 59,50 Euro)

Nadelholz:
Selbstwerbung: 11,00 Euro/Raummeter (vorher 13,00 Euro)
Industrieholz: 44,00 Euro/Festmeter (vorher 47,60 Euro)


Mit der Selbstwerbung soll auch ein Aufräumen des Waldes insbesondere an den Wegen erreicht werden. Durch die Preissenkung erhofft man sich eine Steigerung der Nachfrage, dass mehr Waldrestholz gelesen wird. Gleichzeitig soll damit auch die Preissenkung kompensiert werden. Beim Industrieholz wurde der Preis an die Marktlage angepasst.

Seit einiger Zeit tagt der Ausschuss öffentlich, so dass auch wieder die Bürger zu Wort kommen konnten. Eine Bürgerin kritisierte, dass zu wenig für die Tiere, die im Wald ihren Lebensraum haben, getan wird.

Hierzu äußerte sich der stellvertretende Forstamtsleiter, Hartmut Ulonska: Die Forstwirtschaft werde unter Berücksichtigung des Naturschutzes betrieben. Der Lebensraum der Tiere spiele eine besondere Rolle. So würden im Stadtwald zum Beispiel Gebiete mit Tot- und Habitatbäumen ausgewiesen. Diese Bäume würden forstwirtschaftlich nicht genutzt, sondern bleiben stehen und bilden einen natürlichen Lebensraum für die Tiere.
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