- 4. Küllstedter Passionsspiele - Die letzten Tage im Leben Jesu werden zum vierten Mal in der Eichsfeldgemeinde Küllstedt lebendig

Szene aus der Passion des Jahres 2007 (Foto: Fotografen Tilman Graner)
 
Szene aus der Passion des Jahres 2007 (Foto: Fotografen Tilman Graner)
Küllstedt: Pfarrkirche St. George und Juliana | Der Ort brodelt – Küllstedt geht in die heiße Phase – die monatelangen Vorbereitungen neigen sich dem Ende entgegen. Noch sind die Bänke in der größten Pfarrkirche des Eichsfeldes „St. Georg und Juliana“ leer, aber bald wird erneut Passionsstimmung aufkommen. Zum vierten Mal werden die Passionsspiele in der rund 1500 Einwohner zählenden Eichsfeldgemeinde lebendig. Im Jahr 1996 gingen die ersten Passionsspiele in der Geschichte des Ortes über die Bühne. Damals konnten 80 Darsteller gezählt werden. Die Idee wurde sozusagen geboren aus einer Laune des Karnevalsvereins heraus, der seine Proben und Aufführungen direkt unter dem Altarbereich der Pfarrkirche im Georgsheim abhielt. Damals war es eine Aufführung, die am Palmsonntag stattfand. Da aber die Resonanz von Jahr zu Jahr größer wurde, wird mit nunmehr neun zu erwartenden Aufführungen dessen Rechnung getragen. Bis heute allerdings, so Roland Schmerbauch von der Spielleitung, ist es das Anliegen aller Beteiligten, sämtliche Aufführungen nur in der geschlossenen Fastenzeit stattfinden zu lassen.

Die Heilige Schrift, so Schmerbauch weiterhin, bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, szenische Neuerungen einzubringen. Die Texte der vergangenen Jahre wurden fortgeschrieben, erweitert, ergänzt und Einzelszenen wurden durch den Regisseur Wolfgang Montag komplett neu erarbeitet. Die letzten fünf Tage Jesu sind es, die als Spielinhalt zu Grunde liegen. In diesem Jahr werden als besondere Schwerpunkte die Bergpredigt, die Lazarusrolle und die Hochzeit zu Kana thematisiert. Die Kreuzigungsszene, so die Verantwortlichen, wurde zum ersten Mal in der Geschichte der Küllstedter Passionsspiele dem Kreuzigungsgemälde des Kreuzweges der Kirche nachempfunden. Unter dem diesjährigen Motto „Füllt die Krüge mit Wasser!“ wird auf der multifunktionalen Bühne mit wechselnden Szenerien und Lichteffekten gearbeitet werden. Die Bühne bietet Raum für vier Szenenbereiche, die das komplette Bühnenbild ausmachen. So werden im Altarbereich die Abendmahlszene gespielt werden, die Zuschauer dürfen sich aber auch an der Tempeldarstellung, am Berg Golgatha sowie am Pilatuspalast erfreuen. Das Besondere an der Küllstedter Passion ist, dass sämtliche Darsteller ständig wahrnehmbar und die Zuschauer umgekehrt ins Spiel eingebunden sind.

In der großen Szene werden 150 Darsteller zu erwarten sein, und das Gesamtprojekt der Passion zählt 330 Mitwirkende, die nicht nur aus dem Ort, sondern mittlerweile auch aus den Nachbarorten kommen. Hinter den Passionsspielen steckt weit mehr als die schauspielerische Leistung. Schon Monate sind viele ehrenamtliche Helfer mit großem Engagement dabei, Kostüme anzufertigen sowie die Bühne aufzubauen und zu gestalten. Besonders die Gemeinschaft aller ist es, die dieses Ereignis ausmacht, und so soll es auch bleiben, sind sich alle Beteiligten einig.

Eine weitere 2013er Neuerung ist die spezielle Vorstellung für Kinder der 3. bis 6. Klassenstufen, zu der sich Wolfgang Montag die Anregung und Idee aus Loudeac, einem Passionsspielort an der Wertküste Frankreichs geholt hat. Der Erlös aus dieser „Kinderpassion“ soll Kindern zu Gute kommen. Die Verantwortlichen haben sich für das seit 1952 arbeitende Kinderhilfsprojekt „Kinderhilfe Bethlehem“ entschieden, dem die Einnahmen aus dieser Veranstaltung zugute kommen sollen. Der Erlös der gesamten Passionsspiele ist zur Finanzierung einer neuen Turmglocke der Küllstedter Pfarrkirche bestimmt.

Zu den 80 Sängern des Chores unter Leitung von Dietmar Ackermann kommen 20 Musiker eines Orchesterensembles hinzu, die den musikalischen Klangrahmen noch erweitern. Der Organist und musikalische Leiter hat sich neben Klassikern wie Mozart und Haydn auch für einige moderne Stücke entschieden. Das Publikum darf also gespannt sein.

Nun bleibt zu erwarten, dass die Resonanz ebenso überwältigend sein wird wie in den Vorjahren. Beginnend mit der öffentlichen Generalprobe am 3. März verteilen sich die neun Vorstellungen bis zum Palmsonntag.
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