925 Jahre Uder Ossenritterfest vom 18. Juli bis 28. Juli

    Die Vorbereitungen zu den Jubiläumsfeierlichkeiten in der Gemeinde Uder starteten am 22. Juni 2012. 20 Freiwillige organisieren seither als „Team 2014“ rund um Bürgermeister Gerhard Martin ihre 925-Jahrfeier. Die offizielle Eröffnung der Feierlichkeiten wird am Freitag, den 18. Juli von Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht im Rahmen eines Festaktes vollzogen werden.

Mittlerweile 10 Jahre ist der 55-Jährige Gerhard Martin Bürgermeister von Uder. Dem gebürtigen Steinheuteröder, dem Uder seit 1989 zur Heimat geworden ist, ist es in seinem Amt besonders wichtig, dass das Klima im Ort stimmt, dass das soziale Miteinander funktioniert und es keinen Zank und Streit gibt.

Heidi Zengerling war im Gespräch mit Bürgermeister Gerhard Martin:

Herr Martin, welche Highlights bietet die Gemeinde Uder innerhalb ihrer 925-Jahr Feier?

„Im Anschluss an die feierliche Eröffnung dürfen sich die Einwohner und Gäste der Gemeinde Uder auf einen Mittelaltermarkt unter dem Motto „Unser Dorf zeigt sich“ rund um das älteste Haus Uders – das Knorrsche Haus – freuen. Zu diesem Ereignis werden 11 Höfe entlang der Hauptstraße ihre Tore für die Öffentlichkeit öffnen, um historische Motoren, Landwirtschafts- und Arbeitstechnik zu zeigen. Außerdem haben sich zahlreiche Einwohner zusammen getan, um eine „Ost-Straße“ zum Leben zu erwecken.

Highlights für alle Generationen werden geboten. So ist es eine bunte Mischung aus spannenden und unterhaltsamen, aber auch besinnlichen und feierlichen Programmpunkten geworden, die zu erwarten ist. Die Kinder dürfen sich auf Detlef Jöcker freuen und die Jugendlichen auf DJ Chris Avedon, der zur großen Discoparty mit Peter Lack von HR3 im Festzelt aufspielen wird. Aber auch die Gruppe „Karat“, Ute Freudenberg und die Geschwister Hofmann haben sich angesagt. Es wird Filmvorführungen geben, einen Wandertag sowie eine „Klangreise durch den Körper“ mit Physiotherapeutin Melanie Thüne und eine hochkarätige Lesung mit Charlotte Thomas in der örtlichen Bibliothek. Die Autorin ist bekannt für ihre historischen Romane. Weitere Programmhöhepunkte sind das für den Leinepark geplante Lichterfest. Der Park wird in 5000 Lichter getaucht sein. Es wird Weinstände geben und dezente Musik, zu der man durch den Park flanieren kann. Dazu gab es neulich eine Projektwoche innerhalb der Grundschule, während der die Schüler die Lichter in Handarbeit gebastelt hatten. Den offiziellen Abschluss der Feierlichkeiten bildet der über 60 Bilder umfassende Festumzug unter dem Motto „925 Jahre Uder – Unsere Gemeinde im Wandel der Zeit“ am 27. Juli.“

Herr Martin, erzählen Sie uns doch bitte, was das Besondere an den Bürgern von Uder ist:

„Die Iderschen – so werden wir genannt - sind nicht nur traditionsbewusst, sondern immer da, wenn man sie braucht, sie helfen, wo sie können. Wenn man ruft, dann ist immer jemand da, der hilfreich zur Seite steht. Beispielsweise denke ich da an unseren Frühjahrsputz, bei dem alle engagiert mitgemacht haben, um unserem Uder nach dem Winter wieder ein fröhliches und sauberes Antlitz zu verleihen. Außerdem bin ich begeistert vom regen und vielfältigen Vereinsleben in unserer Gemeinde. Es gibt im Ort … Vereine, so beispielsweise den Verein für Eichsfeldische Heimatkunde,

Außerdem kann ich stolz sein auf das 4. Wohngebiet unserer Gemeinde und die damit verbundene stabile Einwohnerentwicklung, von der sogar Heiligenstadt sich eine Scheibe abschneiden kann. …

Wir haben es als Gemeinde sogar geschafft in Zusammenarbeit den zweiten Teil unserer Ortschronik zu verfassen, die pünktlich zum Jubiläum erscheinen wird. Bernhard Rinke ist hauptverantwortlich für ihre Entstehung. Er hat sich mit diesem Buch einen Traum erfüllt und bezeichnet es sozusagen als sein Lebenswerk. Ganz sicher geht er damit – genau wie der 1865 in Uder geborene Mundartdichter Martin Weinrich und einer der Erfinder der Mundharmonika – der Volkskünstler Johannes Weinrich – 1793 in Uder geboren - in die Annalen des Ortes ein. Die Chronik der Gemeinde Uder liegt momentan in Buchform bis zum Jahr 1936 vor. Teil II wird in den 30er Jahren beginnen und bis in die heutige Zeit hinein reichen. Ein 500-seitiges Buch inklusiv 90-seitigem Bildteil ist zu erwarten.“

Können Sie unseren Lesern erklären, wie die Uderschen zum Ossenritter kamen?
„Im Mai 1153 reiste Kaiser Friedrich Barbarossa durch Sachsen und Thüringen. Er kam auch an Heiligenstadt vorbei. Jeder wollte den Kaiser sehen - so auch der damalige Bürgermeister von Uder, Hansfranz Hase, der so begeistert war vom Gefolge, dass er selbst auch ein Ritter werden wollte. Barbarossa indes stellte ein Bedingung: Schulze Hansfranz Hase musste ein Pferd vorweisen. Ochsen gab es in Uder, aber an Pferden mangelte es. Der Kaiser erlaubte es dem Schulzen, einen Ochsen als ritterliches Reittier zu nutzen. Aus Hansfranz Hase wurde Ritter von Eulenburg. Als Ritter kam er zurück nach Uder, und die Menschen waren so begeistert, dass sie ihm zu Ehren am Bachrasen ein Turnier veranstalteten. Nicht Schwerter und Lanzen, sondern Peitschen und Dreschflegel wurden als „Waffen“ verwendet. Der Schulze Ritter von Eulenburg bildete den Abschluss des Spektakels – mit seinem Bullen als Reittier. Seit dieser Zeit betitelt man die Einwohner von Uder mit dem Spitznamen „Ossenritter“. Im Jahr 2009 wurde in Erinnerung an die Sage das Ossenritter-Denkmal - vom gebürtigen Uderaner Prof. Dr. Heimo Ertl gestaltet – im Leinapark aufgestellt.“
Eine weitere Figur, die zum Wahrzeichen Uders geworden ist, ist der Jakobspilger des Heiligenstädter Bildhauers Werner Löwe. Erzählen Sie uns, was einen Jakobspilger mit Uder verbindet?
„Uder liegt seit 925 Jahren am Jakobusweg. Die strata communis führte im Mittelalter durch unseren Ort. Die Pilger zog es nicht nur nach Santiago de Compostela (2.407 km von Uder entfernt), sondern auch in die Städte Köln oder Aachen. In Uder wurden die Pilger versorgt, bekamen Essen und konnten Unterkunft finden. Man wählte seit dieser Zeit Jakobus d. Ä. zum Kirchenpatron. Noch heute ist der heilige Jakobus überall im Ort spürbar. So ist er auch Patron der Apotheke, des örtlichen Kindergartens sowie Pfarrzentrums und Pfadfinderstammes. Die Figur ist immer wieder ein beliebtes Fotoobjekt, wenn Wanderer durch unseren Ort kommen.“
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