Ach du meine Nase! - Pitti und seine Märchenwald-Freunde - Im Gespräch mit Mario Behnke, Leiter des Pittiplatsch-Ensembles

René Dymar (links) und Interviewpartner Mario Behnke mit einem der Plakate, die derzeit schon auf den Besuch von Pittiplatsch und seinen Lieben in Heiligenstadt hinweisen.
 
Pittiplatsch (Mitte) im Kreise der anderen Märchenwaldbewohner bei der 50. Geburtstagsfeier. Mit ihm am Tisch Herr Fuchs und Frau Elster, die sich nicht mehr so oft streiten wollen, und außerdem Moppi und Schnatterichen. (Foto: Show-Express)
Heiligenstadt Heilbad: Eichsfelder Kulturhaus | Pittiplatsch, der kleine braune Kobold mit dem Spruch „Ach du meine Nase!“ ist wieder da. Zur Freude vieler kleiner und größerer Zuschauer treiben der kleine Kobold und seine Freude aus dem Märchenwald weiterhin Unfug. Nicht nur auf dem Bildschirm sondern auch auf Tournee. Im Rahmen Letzterer kommen Pitti und seine Freude nach Heiligenstadt. Der Allgemeine Anzeiger sprach mit Mario Behnke, dem Leiter des Berliner Pittiplatsch-Ensembles.

„Pittiplatsch auf Reisen“ heißt das Programm. Wohin geht‘s?

Pitti und seine Freude reisen mit einem ausrangierten Eisenbahnwaggon, der nicht etwa durch Kohle oder Öl angetrieben wird, sondern ganz allein durch Musik. Die Fahrt führt durch verschiedene Stationen im Zauberwald.

Zum Beispiel?

Nun, an einer Station treffen sie auf Schnatterinchen, das eine Zauberschule eröffnen will. An einer anderen Haltestelle begegnen sie Herr Fuchs und Frau Elster, die sich wieder mal streiten, und zwar darum, wer denn nun die Fahrkarten hat.

Wer spielt den Pittiplatsch?

Heinz Schröder, der die Puppe von der ersten Stunde an spielte, ist im vergangenen April leider plötzlich und völlig unerwartet gestorben. Eine sehr traurige Sache, zumal Heinz Schröders Pittiplatsch nicht nach zu machen ist.

Aber Pitti ist doch auf Tournee dabei!?

Natürlich. Als es nach Schröders Tod von allen Seiten hieß, bitte, lasst den Pitti nicht auch noch sterben, haben wird uns auf die Suche nach einem neuen Pitti-Spieler gemacht und auch tatsächlich zwei Kandidaten gefunden.

Gleich zwei?

Einer der beiden konnte zwar den Pitti gleich auf Anhieb gut spielen, kam leider aber live nicht zurecht. Der zweite Kandidat, Christian Sengewald, beherrschte zwar von der ersten Sekunde an Herr Fuchs sehr gut, hatte mit Pitti aber so seine Probleme. Nach fleißigem Üben geht es allerdings jetzt.

Was ist denn so schwierig an der Pitti-Rolle?

Es geht nicht nur darum, Pittis unverwechselbare Stimme zu imitieren. Man muss die Puppe, die man spielt, auch lieben und neue Ideen einbringen. Christian Sengewald kann das. Er ist schließlich ausgebildeter Puppenspieler und zudem Schauspieler. Er hatte zuletzt die Hauptrolle in dem Film „Der Turm“ und spielt unter anderem auch am St.-Pauli-Theater in Hamburg.

Pitti wird somit wohl nie älter?

Pitti ist 51 Jahre alt, so alt, wie ich (grinst). Schnatterinchen ist mit 56 Jahren sogar noch älter und Herr Fuchs geht sogar auf die 60 zu, ist schon fast im Vorruhestand.

Wird eigentlich noch mit den Originalpuppen von damals gespielt?

Zum Teil ja. So sind zum Beispiel Moppel und Mischka noch die uralten Originalfiguren. Es gibt aber auch einige Puppen neueren Datums, ganz einfach, weil der Zahn der Zeit seine Spuren hinterlassen hat. Die „Neuen“ wurden aber ebenfalls im Trickfilmstudio hergestellt, aus dem schon die ursprünglichen Puppen kamen.

Pittiplatsch und seine Freude sind sicher schon viel herum gekommen.

Naja, früher hatten wir meist nur Auftritte in Ostdeutschland. Vor zwei Jahren starteten wir dann - mit etwas Bammel, muss ich sagen - auch in den Alten Bundesländern. Unsere Angst war jedoch unbegründet. Das „Hessen-Pflaster“ beispielsweise ist ein gutes Pflaster, denn dort kannte man Pitti auch schon vor unseren Auftritten.

Pitti und seine Freunde sind also nach wie vor sehr beliebt?

Die Kinder kommen zu unseren Vorstellungen sehr gern. Aber fast noch lieber kommen ihre Eltern oder sogar Großeltern. Wir hatten da vor kurzem ein älteres Paar, das vorsichtig gefragt hat, ob denn Kinder unbedingt Bedingung seien, um die Vorstellung besuchen zu dürfen (schmunzelt). Wir vereinen in unseren Vorstellungen die Generationen.

Herr Behnke, spielen sie auch selbst einige der Puppen?

Ich? Nein, ich bin nur der, der alles organisiert. Im Sommer, vermutlich im Juni, wird es die 2.500. Vorstellung sein, die ich betreue. Als Kind allerdings hatte ich Zuhause mein eigenes Kasperle-Theater. Die Kinder aus der Nachbarschaft haben zugeschaut. Spielen durfte aber nur ich!

Hintergrund


- 1962 hatte Pittiplatsch seinen ersten Fernsehauftritt 1962 im „Abendgruß“ des Sandmännchens.

- Die Fernsehkarriere begann allerdings mit einem Knick, nach seinem ersten Auftritt im TV wurde Pitti sofort von der Mattscheibe verbannt, weil er den damals Verantwortlichen zu dreist erschien.
Es wurde befürchtet die Kinder im Land würden diesem Wesen nacheifern.

- Als die Fernsehmacher mit Körben voller Briefe von empörten Zuschauern überflutet wurden, mussten sie reagieren.

- Mit entschärften Texten und einem neuen Outfit zog Pitti ein halbes Jahr später in die Schneiderstube des Meister Nadelöhr ein und war nun neben dem alles besserwissenden Schnatterinchen und dem braven Bummi, der Dritte im Bunde, der einmal wöchentlich alle kleinen und großen Märchenfreunde begrüßte.

- Seit Anfang der 90er Jahre gibt es durch das Pittiplatsch-Ensemble regelmäßige Gastspiele zu den verschiedensten Anlässen in Theatern, Gasthäusern oder Freilichtbühnen.

- Im Eichsfeld traten der kleine Kobold und seine Märchenwald-Freude bereits in Heiligenstadt, Leinefelde und Worbis auf.

- Am Sonntag, dem 10. März, um 16.00 Uhr, ist „Pittiplatsch auf Reisen“ im Eichsfelder Kulturhaus in Heiligenstadt zu erleben.

- Karten gibt es im Vorverkauf an der Theaterkasse.
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