Die „Tannenburg“ im Knickhagen in Heiligenstadt

Tannenburg vor dem Abriss im Jahre 1985
Im Knickhagen in Heiligenstadt steht die sogenannte „Tannenburg“. Seit Bau der Stadtmauer im Jahre 1227 diente hier ein Gebäude als Kommandostand des Stadtkommandanten. Der Teil der Stadtmauer war von Tannen umringt, deshalb kam vermutlich auch im Volksmund der Name „Tannenburg“ auf. Der Stützpunkt besaß einen Wehrturm, dessen Fundamente noch heute erhalten sind. Nach dem 30jährigen Krieg wurde das Gebäude zum Wohnhaus umgebaut.

1924 und 1934 wird der Stadtarbeiter Christian Degenhardt als Eigentümer aufgeführt. Die Wiese vor der Stadtmauer hieß „Degenhards Wiese“ und wurde von den Kindern gerne zum Schlittenfahren genutzt.

Im Februar 1945 bombardierten die Amerikaner die Tannenburg. Personen, die sich in der Umgebung aufhielten, wurden mit Maschinengewehren der Flugzeuge beschossen. 1948 ist eine Berta Degenhardt als Bewohnerin aufgeführt, Besitzer des Gebäudes ist die Stadt Heiligenstadt. Bis kurz nach der Wende wurde das kleine Anwesen, bestehend aus Wohngebäude und Stall, bewohnt.

Später sollte die Tannenburg als Stadtinformation dienen. 1993 kaufte Dr. Werner Freund das Gebäude von der Stadt. Das Fachwerkhaus musste komplett abgerissen werden, da es teilweise baufällig und noch vom letzten Krieg beschädigt war. Nach der Stadtmauersanierung 1996 wurde im folgenden Jahr das Fundament für den Neubau gelegt. Am 23. Juli 1999 öffnete die Gaststätte „Tannenburg“ ihre Türen.

Im Juni 2000 fand vor dem Gebäude eine Fernsehaufzeichnung über das Leben der Gebrüder Grimm statt. Nach mehrmaligem Pächterwechsel übernahm um 2005 Carmine Perriello, auch als "Pepe" bekannt, die Tannenburg und eröffnete das Restaurant „Al Castello". Am 29. November 2007 brannte das Haus. Die Polizei ging von Brandstiftung aus.

Weitere interessante Geschichten und Informationen findet ihr auf http://schuster-heiligenstadt.de
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