Ein Blick hinter die Kulissen - Eichsfelder Heimatmuseum eröffnet nach Umbau und Sanierung wieder und lädt zum Umschauen ein

Wann? 03.06.2012 14:00 Uhr

Wo? Eichsfelder Heimatmuseum, Kollegiengasse 10, 37308 Heiligenstadt Heilbad DE
Feiert nach Umbau und Sanierung am 3. Juni feierliche Wiedereröffnung: Das Eichsfelder Heimatmuseum - hier eine Ansicht vom Barockgarten aus mit zusätzlichem Blick auf die Propsteikirche "St. Marien".
 
Museumsleiterin Veronika Merten und Werner Löwe bei der Auswahl von Fotos für die Sonderausstellung "Bauen im Bild - Fotodokumentation der Sanierung und Umbaumaßnahmen im ehemaligen Jesuitenkolleg".
Heiligenstadt Heilbad: Eichsfelder Heimatmuseum | In ihrem Verwaltungszimmer im Eichsfelder Heimatmuseum - im Zuge der Baumaßnahmen „rutschte“ das Büro im Erdgeschoss sozusagen um ein Zimmer weiter - besprechen sich Museumsleiterin Veronika Merten und Mitarbeiter Werner Löwe vor einem Computerbildschirm. Sie sind gerade dabei, Bilder für die neue Sonderausstellung „Bauen im Bild - Fotodokumentation der Sanierungs- und Umbaumaßnahmen im ehemaligen Jesuitenkolleg“ auszuwählen. Dabei können sie aus einem gewaltigen Fundus schöpfen.

„Nach dem Beginn der Arbeiten im Mai vergangenen Jahres musste das Museum für gut ein dreiviertel Jahr schließen“, erzählt Veronika Merten. „Bis auf das große Gerüst und die Dacharbeiten bekam man in dieser Zeit von außen allerdings nicht viel von den Sanierungs- und Umbaumaßnahmen zu sehen. Mit der Sonderausstellung ‚Bauen im Bild‘ wollen wir den Eichsfeldern und allen interessierten Gästen einen Blick hinter die Kulissen ermöglichen und näher bringen, was sich im zurückliegenden Jahr hinter den Sandsteinmauern des Museums so alles getan hat.“

Die erste Besuchsmöglichkeit der Präsentation besteht bereits am Wiedereröffnungstag, dem 3. Juni. In der Zeit von 14.00 bis 17.00 Uhr öffnet das Museum seine Türen und lädt zu einem kostenlosen Besuch der musealen Räume sowie der Ausstellung ein. „Bei Fragen stehen wir den Besuchern selbstverständlich gern zur Verfügung“, verspricht Veronika Merten.

Im gesamten Museum wurden - sozusagen in Eigenleistung durch den städtischen Bauhof - Malerarbeiten durchgeführt. Neu entstanden ist ein Personenaufzug, mit dem nun ein behindertengerechter Zugang zu allen Museumsetagen möglich ist.

128 Fenster im gesamten Gebäude wurden erneuert und die alte, zum Teil noch aus verschiedenen Epochen stammende Dacheindeckung, komplett durch Naturschiefer ersetzt und mit einer modernen Blitzschutzanlage versehen.

Im Ergebnis einer statischen Überprüfung der kompletten Tragkonstruktion des Dachstuhles musste dieser in wesentlichen Teilen ersetzt werden. Dies betraf vor allem verfaulte Balkenköpfe sowie teilweise gebrochene Holzunterzüge. Es erfolgte eine Verstärkung mit einer Stahlkonstruktion.

An der südlichen Stirnseite des Museums entstand ein barrierefreier Zugang. Für diesen fand ein bereits beim Bau des Gebäudes im Jahre 1740 geschaffener Durchgang Verwendung. Er sollte ursprünglich einmal eine Verbindung zwischen dem Kolleg und der von den Jesuiten geplante Kirche (die allerdings nie errichtet wurde) schaffen.

Durch den Einbau neuer Toilettenanlagen im Erdgeschoss mussten einige Museumsräume umverlegt werden. Zu ihnen zählt auch das so genannte „Lingemann-Zimmer“, das nun in der ersten Etage einen neuen Platz gefunden hat, interessanterweise in genau jenem Raum, den Johann-Georg Lingemann als Gymnasialdirektor einstmals als Büro nutzte.

Zur Historie des Gebäudes

- 1739 - Ein Stadtbrand vernichtet 405 von rund 600 Häusern in Heiligenstadt, darunter auch Kolleg und Schule der Jesuiten.
- 1740 - Neuaufbau des Jesuitenkollegs in der Kollegiengasse.
- 1741 - Einzug der Jesuiten in den noch nicht restlos fertiggestellten Bau und Grundsteinlegung für eine eigene Kirche, die aber nie errichtet wird.
- 1773 - Aufhebung des Ordens und Abberufung der Jesuiten durch Papst Klemens XIV.
- 1774 - Der Mainzer Kurfürst Friedrich-Karl-Josef von Erthal wandelt das Kolleg in ein „Kurfürstliches Gymnasium“ um.
- 1805 - Umwandlung in ein „Königlich preußisches Gymnasium“ - die Einrichtung wird als Gemeinschaftsschule für Kinder unterschiedlicher religiöser Bekenntnisse geführt.
- 1929 - Auszug des Gymnasiums in den Neubau am Bahnhof.
- 1932 - Eröffnung des „Eichsfelder Heimatmuseums“ im 1. Obergeschoss, rechts. Nach wie vor sind Schulklassen im Haus untergebracht (Volksschule).
- 1943 - Auslagerung des Museums und der Schulklassen. Das Gebäude wird Lazarett.
- 1945-50 - Nach Aufhebung des Lazaretts beherbergt das Haus Schulklassen, Teile der Stadt- und Kreisverwaltung und zeitweise auch Flüchtlingsfamilien.
- 1951 - Wiedereröffnung des Eichsfelder Heimatmuseums bei Weiternutzung des Gebäudes für Schule und Verwaltung
- 1994-98 Restaurierung des gesamten Gebäudes einschließlich des Hauptportals.
- 1996- Wiedereröffnung des Eichsfelder Heimatmuseums auf drei Etagen.
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