Engel über Etzelsbach …

Anneliese Blacha
 
Anneliese Blacha
Die Kirchenmalerin Anneliese Blacha trat einst in die Fußstapfen ihres bekannten Vaters, des Kirchenmalers Joseph Richwien. Nachdem sie einige Jahre im väterlichen Betrieb mitgearbeitet hatte, machte sie sich selbstständig. Neben dem Malen, welches ihr in die Wiege gelegt wurde, ist auch das Schreiben für sie von großer Bedeutung.

AA-Mitarbeiterin Heidi Zengerling war im Gespräch mit der pensionierten Restauratorin und ideenreichen Autorin und Malerin :

Frau Blacha, verraten Sie uns, was das Schreiben für Sie bedeutet und wie Sie zum Schreiben kamen?

Das Talent zum Schreiben und auch die Art, wie ich schreibe, habe ich von meinem Großonkel Adam Richwien geerbt. Er war Heimatdichter, und seine unbremsbare Ader hat er an mich weitergegeben. Schon in der Schule während des Unterrichts habe ich alles aufgeschrieben, was mir einfiel. Zu Hause musste ich der Familie helfen. Ich hatte Geschwister, auf die ich aufpassen musste. So habe ich meine freie Zeit in der Schule genutzt, um dem Schreiben zu frönen.
Meine erste Veröffentlichung konnte man im Lengenfelder Echo lesen. 1975 schrieb ich die Chronik von Ferna, wo ich viele Jahre lebte. Auch für den Marienkalender hatte ich Beiträge verfasst. Als Kirchenmalerin hatte ich immer Zugang zu vielen Menschen und erfuhr auf diesem Weg interessante Geschichten, die ich zu Papier brachte. Mittlerweile sind drei Bücher von mir im Buchhandel erhältlich. („Weihnachtsgeschichten eines Jahrhunderts“, "Eichsfelder Spinnstubengeschichten" und "Tausend Grüße schick ich dir") All meine Bücher habe ich selbst illustriert.


Was bedeuten die Engel für Sie, die man auf Ihren Bildern immer wieder findet?

Engel sind für mich einfach schöne Wesen, die auch mein Vater schon immer gern in seine Werke eingebunden hatte. Sie stehen für mich für Güte, Gnade und auch Kraft. Der Engel über Etzelsbach aber ist etwas ganz besonderes für mich. Ich muss Ihnen erklären, dass ich nach dem Besuch des Papstes vor 2 Jahren tiefe Gefühle und Empfindungen in mir trug. Es waren dies Freude und auch Dankbarkeit, dass alles gut verlief und Papst Benedikt seinerzeit unser katholisches Eichsfeld besuchte. Nur ein Engel konnte für das gute Gelingen zuständig gewesen sein. Ich wurde inspiriert von diesem Gedanken, und so entstand mein „Engel über Etzelsbach“. An dieser Stelle würde ich gern ein Zitat aus einer Abhandlung eines Bekannten anführen, die er eigens für mich verfasst hat. Hartmut Mai schreibt: “…Beeindruckt von der schnörkellosen Frömmigkeit des Eichsfelders kniete der Fremde nieder, schloss die Augen und überließ sich ganz den Empfindungen, die Himmel, Flur, Hirt, Herde, Licht und Stille in ihm auslösten, sich in seiner Seele verdichteten, sie erfüllte und zugleich erregte. Raum und Zeit schienen aufgehoben…“, „…Bildlose Wirklichkeit berührt die Seele. Und die Berührung stellt sich dem Geist dar in längst vertrauten Bildern. Jahre später, am 23. September 2011, betete Benedikt, Diener der Diener Gottes, in Etzelsbach die Marienvesper. Innige Freude überwältigte die Gläubigen. Den Glocken, die zur Andacht riefen, folgte auch die Tochter eines Kirchenmalers, bestimmt zum Schaffen von Gestalt durch Sehen von Gestalt…“





Haben Sie neue Projekte im Kopf, die Sie in nächster Zeit verwirklichen möchten?

Ich arbeite ständig mit einem heiteren Gesicht und einem Lächeln. Was ich anfange, mache ich mit Lust und Freude – es ist für mich kein Muss. Daher ist es mir auch noch immer möglich neue Projekte in Angriff zu nehmen. Es wird eine umfassende Arbeit werden, die sich mit den elementaren Lebensfragen beschäftigen soll. Die Lebensfragen kleide ich in Personen. Es sind Dinge, die jedem Menschen täglich begegnen, und es wird teilweise auch eine heitere Arbeit sein, weil ich die Gefahr und das Kriminelle nicht mag. Über den Titel bin ich mir noch nicht schlüssig.

Was sehen Sie für sich als Ihr Lebenswerk an?

Mein Lebenswerk ist für mich meine Familie, sind meine 4 Söhne und die 10 Enkel, auf die ich sehr stolz bin. Die Familie ist es auch, die mich in meinen Werken immer wieder inspiriert. Ich binde sie in meine Bilder und Geschichten ein. Es sind meine Erinnerungen, die ich aufschreibe, und es ist meine Familie, die in meinen Bildern neben den Engeln einen Platz einnimmt.

Aber auch die Initiativgruppe für Literatur, Wissenschaft und bildende Kunst „CREATIVO“ füllt in meinem Leben einen großen Teil der Zeit und des Herzens aus. Die Gruppe hat in Bilshausen zwischen Osterode und Göttingen eine Galerie. Im November wird mit den Creativo-Autoren des Eichsfeldes eine Lesung unter dem Motto „Novembermond“ stattfinden, auf die ich mich schon sehr freue.

Infokasten:

Das Ölbild „Engel über Etzelsbach“ kann als
Ansichts- oder Doppelkarte bestellt oder
erworben werden über: www.fabuloso.de (05528/1545)
und den Heimat- und Verkehrsverband Worbis
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