Faschingsmuffelabend Nummer 13 im Puschkinhaus Mühlhausen !!!

  Grund zum Schmunzeln und auch Nachdenken hatten am Mittwochabend Faschingsmuffel aus Mühlhausen und Umgebung, als traditionell zum 13. Mal Dr. Christel Burkhardt mit wechselnden Hutkreationen und die Gruppe „Swingtime“ zum Nicht-Faschingsabend ins Puschkinhaus einluden, um dem närrischen Treiben mittels anspruchsvoller Lyrik, Prosa und jeder Menge Musik zu trotzen. Dr. Christel Burkhardt ist die angeheiratete Urenkelin Karl-Andreas Haages - seines Zeichens Mitbegründer der Mundartgruppe „Müllhisser Schpellschtobbn“ und Ururenkelin des bekannten Gärtnermeisters Carl August Haage. Ins Leben gerufen wurde der Faschingsmuffelabend seinerzeit vom Vorsitzenden des Mühlhäuser Kulturbundes Jürgen Thormann, der auch immer wieder selbst gern beim Faschingsmuffelabend dabei ist und es schätzt, dass dieser Abend durch einen dramaturgischen Ablauf zu etwas ganz Besonderem wird.

„17 Millimeter zum Glück“ - der Klassiker der Schauspielerin und Chansonsängerin Hildegard Knef musste als Grundlage des amüsant besinnlichen Faschingsmuffel-Abends herhalten.

Für eine musikalisch glückliche Umrahmung sorgte die Gruppe „Swingtime“ bestehend aus Herbert Haberkorn am Saxophon und Sopranino, Volker Hilbert am Klavier, Wolfgang Abe am Schlagzeug und Wolfgang Rewicki an der Bassgitarre. Das Ensemble machte seinem Namen alle Ehre und unterhielt die Gäste mit peppig mitreißendem Swing und Jazz. Man legte sogar die Instrumente zur Seite, um Christel Burkhardt bei dem einen oder anderen Vortrag rezitierend zu unterstützen bzw., um selbst die Stimme zu erheben, wie es beispielsweise Volker Hilbert mit Otto Reutters Lied „Ach, was sind die Zeiten schlecht“ tat.

Zitiert wurden mit nahezu professioneller Mimik, Gestik und starker Ausdruckskraft der Stimme bekannte Namen wie Tucholsky, Ringelnatz, Brecht, Busch oder Kästner, aber auch Verse unbekannter Autoren wurden zu Gehör gebracht. Den Gästen im vollbesetzten kleinen Saal des Puschkinhauses wurde in gemütlicher Atmosphäre ein buntes und abwechslungsreiches Programm rund um das Glück, die Liebe und das Leben geboten. Zum Repertoire gehörten neben Liebe und Leid Brechts „Unzulänglichkeiten des menschlichen Lebens“, ebenso wie die Behörde, welche auf die Schippe genommen wurde, aber auch der Mann, der laut Christel Burkhardts Vortrag das eigentliche Problem sei. Die Swingtime-Herren konnten dies so gar nicht unterstreichen und revanchierten sich mit einem passend ausgewählten Lied.

Paris Hilton, so Christel Burkhardt, sagte wohl einmal, dass jede Frau vier Haustiere ihr Eigen nennen solle: einen Nerz in der Garderobe, einen Jaguar in der Garage, einen Tiger im Bett und einen Esel, der alles bezahlt. Die Vortragskünstlerin hatte mit dieser Aussage die Lacher auf ihrer Seite.

An die Wünsche, Ziele, Träume sowie Partnerschaften und Beziehungskisten der Menschen wurde ebenso kurzweilig erinnert wie an die einstige Diva Hildegard Knef, deren Klassiker dem Abend das Motto verlieh. Gedacht wurde auch dem leider kürzlich verstorbenen Udo Jürgens, dessen Klassiker „Ich war noch niemals in New York“ kurzerhand von Wolfgang Rewicki aktualisiert wurde. So ging nicht Dalli Dalli gleich los, sondern der Faschingsmuffelabend. Auf humorvolle literarisch-musikalische Couleur präsentierten die Anti-Faschings-Komödianten gelungene glücklich köstliche Unterhaltung vom Feinsten und beendeten den Abend mit dem von Friedrich Silcher adaptierten und 1827 erstmals publizierten deutschen Volkslied und gleichzeitig dem einzigen Satz, den Elvis Presley in Deutscher Sprache sagen konnte: „Muss i denn, muss i denn zum Städtele hinaus …“.
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