Kein „Kaltes Feuer“ oder „Zuckerglas“ - Die „Las Fuegas Cooperation“ zeigt bei „Terra Magica“ in Duderstadt eine Fakir- und Feuershow

Sabine Ludwig auf dem Nagelbrett. Die Nägel sind echt, nicht abgefeilt und tun wirklich weh. (Foto: Las Fuegas Cooperation)
 
Das Feuer ist so echt, wie die Hitze, die es ausstrahlt. Und eine "Schutzpaste" dagegen trägt Sabine Ludwig alias Silva nicht auf der Haut. (Foto: Las Fuegas Cooperation)
 
Anmutig und fatasievoll: Sabine Ludwig - mit Künstlernamen heißt sie Silva la Renarde - beim Tanz. (Foto: Las Fuegas Cooperation)

DUDERSTADT. Sie nennen sich „Las Fuegas“ und spielen im wahrsten Sinne des Wortes mit dem Feuer. Wie gut sie dieses Spiel beherrschen, werden sie am 20. Juli beim 1. Orientalischen Fantasy Spektakel „Terra Magica“ demonstrieren, auf das sie sich derzeit vorbereiten. Der Allgemeine Anzeiger sprach mit Las-Fuegas-Gründungsmitglied Silva la Renarde alias Sabine Ludwig.

Wann und wie ist „Las Fuegas“ entstanden?

Die Gruppe entstand Ende 2001 durch den Zusammenschluss zweier wesensverwandter Seelen. Die Rede ist von mir und Ina Schaarschmidt (Vianne de Mirage, d. Red.). Uns genügte das Mitreisen mit befreundeten Musikerkollegen zu Mittelaltermärkten nicht mehr, wir wollten eine aktive Rolle einnehmen. Wir hatten sozusagen „Blut geleckt“ und wollten wissen, wie diese Fakir-Darbietungen - über Glas laufen, auf Nagelbrettern liegen, Feuerspucken und so weiter - funktionieren. 2005 kamen als drittes Mitglied Katrin Günther und 2013 Carola Hess dazu.

Wo seid ihr zu Hause?

Wir kommen aus Chemnitz und Leipzig, und unsere an „Terra Magica“ beteiligten Kollegen von den „Flames of Delight“ sind aus dem Raum Hannover.

Was reizt euch eigentlich selbst an „Las Fuegas“?

Wir alle suchten eine Herausforderung, auf die sich unsere gesamten kreativen Energien, unsere Experimentierfreude und unsere Neugier konzentrieren können. Es ist reizvoll, sich an seine physischen und psychischen Grenzen heranzutasten, um sie dann zu überwinden und hinter sich zu lassen. Nicht zuletzt sind die großen staunenden Augen des Publikums der großartigste Anblick der Welt!

Macht ihr das hauptberuflich Künstler oder ist das Ganze nur ein Hobby?

Wir gehen alle einem ganz normalen Beruf nach. Katrin ist zum Beispiel Stadtteilmanagerin, Sascha Richter Fitnesstrainer, Ina Angestellte im Bankwesen, Michaela arbeitet im Einzelhandel, Carola im Büro und ich im ingenieurtechnischen Dienstleistungsbereich. Wir verstehen die von uns praktizierten Tanz-, Fakir- und Feuerkünste und das ganze kreativ-gestalterische Drumherum mit dem Entwerfen von Kostümen und Stories gewissermaßen als sehr leidenschaftlich und mit viel Herzblut gelebtes Hobby, welches viel Zeit und Energie in Anspruch nimmt. Es gibt uns die Möglichkeit uns künstlerisch zu entfalten, Ideen umzusetzen und zu Experimentieren.

Bleibt daneben noch Platz für andere Hobbys?

Na ja, wir können nicht zuletzt verschiedene andere Steckenpferde, wie zum Beispiel Zeichnen, Filzen, Nähen, Tanzen oder Kampfsport, integrieren. Da wir viel Zeit investieren, um ein qualitativ hohes Niveau unserer Darbietungen zu erreichen und zu halten, kann man unseren Status mit Recht als semiprofessionell bezeichnen.

Wie oft übt Ihr?

Mindestens einmal wöchentlich, nach Bedarf auch häufiger, findet nach Möglichkeit eine gemeinsame Probe in einem eigens dafür vorgesehenen Tanzraum in Silvas Haus in Chemnitz statt, bei denen wir Show- und Nummernchoreografien planen, entwickeln oder festigen. Fast jeder von uns ist darüber hinaus jede Woche noch in mind. einem Sport- oder Tanzkurs aktiv, wovon unsere Vielfalt ebenfalls profitiert.

Wie habt ihr euer Repertoire entwickelt?

Unser Tanz- Feuer- und Stelzenlauf-Repertoire hat sich im Laufe der Zeit entsprechend unseren wachsenden Fähigkeiten und Ideen entwickelt. Für das Erweitern der körperlichen Grenzen bezüglich der Fakir-Elemente unseres Programms war eine kontinuierliche Übung und Steigerung des Schwierigkeitsgrades von Nöten. Damit die Leser sich dies besser vorstellen können, hier ein kleines Beispiel an Hand des Nagelbrettes: Wir haben begonnen, uns vorsichtig daraufzulegen und haben die Verweildauer und die Belastung auf den Körper immer ein wenig mehr erhöht. Ähnlich steigerte sich auch das Laufen über die Schwertleiter.

Welche Emotionen wollt ihr mit eurer Show beim Zuschauer wecken?

Wir wollen das Publikum mit abwechslungsreichen, spannenden, ästhetischen und lieblichen Programmnummern bezaubern und mit unserer Show einfach gut unterhalten. Es soll einfach eine bunte Veranstaltung von großer Darstellungsbandbreite mit wunderbaren, unglaublichen und lieblichen Momenten und Bildern zum Wohlfühlen und Staunen sein.

Ist das Ganze wirklich so gefährlich, wie es aussieht, oder arbeitet ihr mit Tricks?

Wir arbeiten ohne Spiegel, Netz und doppelten Boden. Das bedeutet, dass wir weder Nägel am Nagelbrett abfeilen, noch Schwerter oder Glasscherben abschleifen. Wir behandeln unsere Haut auch nicht mit Pasten gegen die Hitze des Feuers! Auf unseren Reisen kommen uns immer wieder sehr seltsame Dinge zu Ohren, die Eltern ihren Kindern als Erklärung für die bei unseren Shows beobachteten Fakir-Elemente anbieten. Wie zum Beispiel das „Kalte Feuer“ oder „Zuckerglas“. Wir verwenden bei jeder Glasscherbennummer eine echte Glasflasche, und die Legende vom „Kalten Feuer“ sollte man Kindern auch besser ersparen.

Habt ihr euch auch schon mal verletzt?

Da wir gut und lange in dem geübt sind, was wir tun, bleiben die Verletzungen mittlerweile auf einem sehr geringen Stand. Allerdings waren wir schon von diversen Schnittverletzungen, Verstauchungen, schlimmeren und weniger schlimmen Brandverletzungen betroffen. Dieses Risiko ist eine unweigerliche Begleiterscheinung des riskanten Fakir- und Feuerhobbys!

Gibt es besonderes Projekt, das ihr gerne einmal umsetzen würdet?

Als besondere Projekte beschäftigen uns momentan die Entwicklung unseres Programms bei der Proserpina-Nacht 2014 und der Wunsch, einen anerkannten Bühnenpyrotechnikerlehrgang zu absolvieren. Letzteres würde uns ganz neue Möglichkeiten für unsere Darbietungen eröffnen.

Bei welchen besonderen Veranstaltungen wollt ihr gerne dabei sein?

Da gibt es innerhalb der Gruppe so einige Vorschläge. Als Beispiel seien hier das WGT in Leipzig (Wave-Gotik-Treffen, Anmerk. d. Red.) und das Castlefest in den Niederlanden, sowie das Plattenburgspektakel genannt. Dort waren wir zwar schon mehrmals, stets mit viel Freude, kreativer Entwicklungsfreiheit und Spaß dabei. Diese Erlebnisse würden wir jederzeit gerne auffrischen. Wir würden uns aber auch besonders über eine Neuauflage des großartigen Konzeptes von „Terra Magica“ freuen.

Wieso nennt ihr euch jetzt „Las Fuegas Cooperation“?

Cooperation steht für den Zusammenschluss befreundeter Künstler für den Auftritt bei Terra Magica. Die Wege von „Las Fuegas“ und unseren Freunden von den „Flames of Delight“, Runa el Vinéla und Khalisa, haben sich seit 2010 schon mehrmals künstlerisch gekreuzt und zu stets wunderbaren gemeinsamen Auftritten geführt. Demzufolge war der Schritt zu einer Anfrage von „Las Fuegas“ bei den lieben Kollegen zwecks einer gemeinsamen Beteiligung bei „Terra Magica“ nicht weit. So entstand für dieses Event die „Las Fuegas Cooperation“.

Was habt ihr für euren Auftritt bei „Terra Magica“ in Duderstadt im Gepäck?

„Terra Magica“ liegt ein einzigartiges, interessantes Konzept mit der Verschmelzung von orientalischer Kultur und Elementen der Mittelalterszene zu Grunde. Es regt viele großartige Künstlerkollegen sowie das Publikum zum Träumen und Fantasieren an und bietet für uns ganz andere Möglichkeiten zur Entfaltung als zum Beispiel bei einer reinen Mittelalterveranstaltung. Wir präsentieren in Duderstadt unser Abendprogramm „Oriental Dance and Fire“ mit vielseitigen, orientalischen sowie Fantasy-Tänzen, unter anderen mit LED-und Schwarzlichttechnik, Tribal, Fakir-Kunststücken und einer finalen Feuershow. Am Samstag werden wir die Fangdorn Project Group mit Stelzen und Masken beim Walking-Act begleiten, welche dankenswerterweise unsere Abendveranstaltung anmoderiert. Wir haben also jede Menge bunter, glitzernder, gefährlicher und exotischer Sachen im Reisegepäck und natürlich auch ein wenig Bühnendekoration.
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