Keine Alternativen: Autobahn wird zum Parkplatz beim Besuch des Papstes

Trier: Marienvesper | Wenn am 23. September Papst Benedikt XVI. auf dem "Pilgerfeld" an der Wallfahrtskapelle Etzelsbach eine Marienvesper feiert werden zwischen 50.000 und 100.000 Pilgerinnen und Pilger aus der gesamten Bundesrepublik und dem benachbarten Ausland erwartet.

Daraus ergibt sich eine enorme logistische Herausforderung für die Verkehrsplanung, nicht zuletzt vor dem Hintergrund der schwachen, zum Teil nicht vorhandenen Infrastruktur im näheren und weiteren Umfeld des Veranstaltungsortes Etzelsbach. Lediglich die in direkter Nachbarschaft befindliche Autobahn A38 wird von den Planern im Koordinierungsbüro für den Papstbesuch als eine "leistungsstarke Einheit" betrachtet werden. Alles andere, wie etwa die kurzfristige Hochrüstung vorhandener oder die Schaffung komplett neuer Infrastrukturen (wie etwa der bereits diskutierte Bau einer neuen Autobahnabfahrt im Bereich nahe der Talbrücke Etzelsbach) rechnen sich vor allem unter ökologischen, ökonomischen und logistischen Gesichtspunkten in keiner Weise. Sie würden einen immens hohen Flächenverbrauch bedeuten, der - abgesehen vom arg begrenzten zeitlichen Rahmen der Errichtung - unverantwortbar wäre.

Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf die Sicherheit der Pilgerinnen und Pilger sowie zur Vermeidung eines Verkehrsinfarkts in der Region bleibt als Planungsgrundlage einzig und allein die Vollsperrung der Autobahn A 38 übrig. Sie soll nun in der Zeit von Freitag, dem 23. September, ab 0.00 Uhr, bis Samstag, dem 24. September, um 5.00 Uhr, erfolgen.

Mit der Sperrung der Südharzautobahn erfolgt zugleich ihre zeitlich befristete Umwidmung in einen leistungsstarken Parkplatz für registrierte Busse auf einer Länge von insgesamt zehn Kilometern. Parallel hierzu haben Pilgerinnen und Pilger die Möglichkeit, mit dem öffentlichen Personennahverkehr anzureisen. Menschen aus dem näheren Umfeld der Wallfahrtskapelle sollten außerdem die Möglichkeit nutzen, zu Fuß oder mit dem Fahrrad den Ort des Geschehens zu erreichen. Dies würde auch dem Wallfahrtcharakter der Vesper mit Papst Benedikt XVI. noch stärker betonen. Der Pkw-Individualverkehr wird so weiträumig wie möglich reduziert und auf Auffangparkplätze außerhalb des Kernbereiches rund um die Wallfahrtskapelle Etzelsbach umgeleitet.

Mit der Sperrung der Autobahn und des direkten Umfeldes der Wallfahrtskapelle Etzelsbach für den regulären Durchgangsverkehr werden weiträumige Umleitungsstrecken eingerichtet. Natürlich ist das jetzige Konzept einer Sperrung der Autobahn und ihre Nutzung als Parkplatz nicht ganz unproblematisch, da das Verkehrsaufkommen auf der A38 gerade an den Freitagen durch die vielen auswärtig arbeitenden Thüringer, Sachsen und Sachsen-Anhaltiner sehr hoch ist. Aber: "Die von uns vorgelegte Verkehrskonzeption berücksichtigt alle erforderlichen Maßnahmen und liefert eine umfangreiche Lösungsstrategie. Zu ihr gibt es nach einhelliger Auffassung aller eingeschalteten Planer keine vertretbare Alternative - vor allem aus sicherheitstechnischer Perspektive", zeigte sich Dr. Kurt Herzberg, Leiter des Koordinierungsbüros für den Papstbesuch, bei der Vorstellung des Konzepts im Marcel- Callo-Haus in Heiligenstadt überzeugt.
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