Mein High School Year in den United States

Christiane Löffler mit ihrer Gastfamilie beim Cardinalsbaseballspiel
 
Christiane Löffler mit ihrer Gastschwester während Prom (Foto: Janice Bunch, Hobbyfotografin)
Nachdem ich, Christiane Löffler, die 10. Klasse im Eichsfeld erfolgreich absolviert hatte, wollte ich unbedingt etwas Neues sehen und meine Englischkenntnisse erweitern. Ich entschied mich, die 11. Klasse in den USA zu absolvieren, wobei ich die Zeit über bei einer Gastfamilie lebte und eine typische amerikanische High School besuchte.
Für mein zehnmonatiges Auslandsjahr habe ich mich mir die Organisation Travelworks ausgesucht. Diese organisiert den gesamten Aufenthalt und wählt eine geeignete Gastfamilie aus. Es gab sogar die Möglichkeit, eine Wunschregion anzugeben, doch ich wollte meinen Aufenthaltsort komplett dem Zufall überlassen. Die Organisation hatte mir eine Betreuerin als Ansprechpartnerin für Probleme oder Fragen an die Seite gestellt. Da ich mich prima eingelebt und integriert hatte, nahm ich ihre Hilfe nur ganz selten in Anspruch.
Meine Reise begann in Düsseldorf. Von da aus flog ich nach New York, wo ich mit vielen weiteren Austauschschülern aus verschiedenen Ländern zusammentraf. Mit Travelworks besuchten wir gemeinsam in New York ein letztes Vorbereitungsseminar. Hier erhielten wir nützliche Informationen über Gewohnheiten und Lebenseinstellungen der Amerikaner, um von Vornherein Missverständnissen zwischen den unterschiedlichen Mentalitäten der Bewohner Europas und Amerikas vorzubeugen. Das Beste in N. Y. war die Aussicht vom Empire State Building auf Manhattan mit dem Central Park. Diesen weltberühmten Park wenigstens ein Stück weit zu erleben, war für uns Pflicht, genauso wie das amerikanische Symbol schlechthin, die Freiheitsstatue. Diese drei Tage waren ein genialer Einstieg für mein beginnendes High School Year.
Während des Fluges zu meiner Gastfamilie nach Cape Girardeau im Bundesstaat Missouri war ich extrem aufgeregt, da immer noch ungewiss war, was auf mich zukommen würde. Doch diese Sorgen waren aus heutiger Sicht betrachtet völlig unnötig, da alle mich sofort ganz herzlich aufnahmen und alles taten um mir den Aufenthalt von Anfang bis Ende so angenehm und familiär wie möglich zu gestalten.
Der Ort Cape Girardeau liegt am Mississippi und befindet sich sehr nah am Bundesstaat Illinois. Ich empfand den Ort sehr viel größer als Leinefelde, und alle Geschäfte waren vom Wohnort entfernter, als man sich das in Deutschland überhaupt vorstellen kann. Für mich am Schönsten war Downtown mit seinen alten Backsteingebäuden, den kleinen Bars und Antiquitätenläden. Gleich danach die vielen Wälder, die sich rings um meinen neuen Wohnort wunderschön in die Landschaft einbetten, denn hier ging ich öfters mit unserem Hund spazieren. Dabei konnte ich den Blick in die Weite und auf den Fluss genießen.
Natürlich gibt es in Cape Girardeau wie überall in den USA überwiegend Fast Food Restaurants. Mir fiel außerdem auf, dass – anders als in Europa, wo die Fahrradkultur wächst -, alle jeden Schritt mit dem Auto fahren. Die Menschen selbst jedoch sind die Freundlichsten und Aufgeschlossensten, die ich je kennengelernt habe. Alle waren sehr interessiert und fragten mich, woher ich komme und was es zu Deutschland in Amerika für Unterschiede gibt. Meine Freunde fanden die deutsche Sprache sehr lustig, weil es, wie sie mir sagten, für amerikanische Ohren gewöhnungsbedürftig klingt. Trotzdem versuchten sie immer wieder, neue deutsche Wörter zu lernen. So lernten wir auch voneinander.
Mein High School Year war für mich etwas sehr Besonders, da meine Gastfamilie eine weitere Austauschschülerin aus Spanien aufgenommen hatte. Mit ihr verstand ich mich von Anfang an. Uns verband ja die Trennung von Zuhause, doch wir waren uns zusätzlich sehr sympathisch. Deshalb unternahmen wir sehr viel zusammen. Unter anderem hatten wir die Möglichkeit, zwei Wochen nach San Diego in Kalifornien zu Freunden zu verreisen. Hier besuchten wir die Universal Studios in Hollywood und das berühmte Disneyland. Wir sind auch wegen der Einbindung in die Gastfamilie im Laufe der Zeit immer vertrauter geworden, so dass sie jetzt wie eine richtige Schwester für mich ist. Deshalb schreiben wir uns noch immer regelmäßig.
Meine Gasteltern haben drei Kinder, welche aber schon erwachsen und weitestgehend aus dem Haus sind und studieren. Doch zu großen Feiern wie Thanksgiving, Weihnachten oder Geburtstagen waren und sind sie immer da. Während dieser Zeiten haben wir viel Zeit miteinander verbracht.
Das Highlight meines USA-Aufenthalts erlebte ich mit meiner Gastfamilie an einem sagenhaften Wochenende, an dem wir nach St. Louis, der Hauptstadt von Missouri, fuhren. Hier verlebten wir eine tolle Zeit. Zuerst waren wir in einem Drive-In-Kino, wie man es aus typischen amerikanischen Filmen kennt. Ein Drive-In-Kino ist ein Kino, wo der Film im Freien auf einer großen Leinwand läuft und man vom Auto aus zusieht. Den nächsten Tag waren wir dann in Six Flag, einem Freizeitpark, wo ich so viel Spaß wie noch nie mit meinen Gastgeschwistern hatte. Das Beste kam zum Schluss, und das war ein Baseballspiel der Mannschaft von Missouri, den St. Louis Cardinales gegen die Diamondbacks von Atlanta. Wir waren so in Siegerstimmung, dass wir die ganze Zeit Laolawellen veranstalteten und den Cardinales zujubelten. Sie haben dann auch wirklich 3:2 gewonnen, weshalb das Stadion vor Begeisterung tobte.
Anfangs hatte ich große Probleme, mit der englisch-amerikanischen Sprache zu Recht zu kommen. Doch über die Zeit merkte ich Verbesserungen, und nach ca. vier Monaten, nachdem das Jahr 2014 zu Ende war, gab es für mich keine Kommunikationsprobleme mehr. Es fiel mir sehr viel leichter, Freunde zu finden.
Die High School in Cape Girardeau war um einiges größer als das Gymnasium in Leinefelde. Genauso waren die Stundenpläne sehr verschieden. Dort konnte ich alle meine Fächer frei wählen, wobei ich in jeder Stunde neue Mitschüler hatte. Eins meiner Lieblingsfächer war Drama, wo ich sehr viel über die Schauspielkunst gelernt habe. Das Schöne an meiner Schule waren die frei wählbaren Aktivitäten nach dem Unterricht wie Leichtaltethik, Baseball, Basketball oder Football. Doch ich wollte unbedingt auch einmal bei einem Theaterstück dabei sein. Die Verwirklichung meines Wunsches war mein persönliches Highlight während der Schulzeit an der High School.
Bei den "One Acts", welches zwei voneinander getrennte Stücke sind, die jedoch thematisch zusammen gehören, führten wir "Lockdown" und "Bang Bang you´re dead" auf. Im ersten Teil ging es um einen Amoklauf in einer High School, und im zweiten um das Gewissen und die Gedanken des Schützen, was mehr surrealistisch dargestellt wurde. Schon allein das Thema war gewagt, doch ich fand es gut und wichtig, dass auch derartigen Themen dargestellt werden. Es soll die Menschen zum Nachdenken anregen. Das Bemerkenswerteste dabei war der Zusammenhalt in der Theatergruppe. Nach jeder Aufführung sind wir zusammen essen gegangen und feierten viele Partys gemeinsam. Hierbei lernte ich auch die meisten Freunde kennen.
Alles in allem war dieses Jahr eins der Aufregendsten und Schönsten, die ich bisher hatte. Ich möchte keine dieser Erlebnisse und Erkenntnisse missen und bin sehr dankbar, dass mir das meine Eltern und die Gastfamilie ermöglicht haben.
Ich empfehle allen, die so abenteuerlustig sind wie ich, ein High School Year oder etwas Vergleichbares zu machen, da man seine Fähigkeiten und Grenzen so besser kennenlernt. Ebenso erlangt man mehr Selbstvertrauen und Selbstständigkeit und hochwertige Sprachkenntnisse, was für die Zukunft viele Vorteile mit sich bringt. Bei Interesse könnt Ihr Euch einfach mal unter www.travelworks.de über die aktuellen High School Angebote informieren.

Christiane Löffler, 29.07.2015
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