Neue Großbartloffer Ortschronik

Heidi Zengerling im Gespräch mit Bernd Homeier, dem Autor der neuen Großbartloffer Ortschronik

Orgelklänge empfingen mich, als ich Bernd Homeier in seiner Wohnung besuchte, So entstand das abgebildete Foto, welches ihn an seiner elektronischen Kirchenorgel zeigt.

Der gelernte Stickermeister und nebenberufliche Organist Bernd Homeier, der seit seiner Kindheit das schöne eichsfeldische Dorf Großbartloff seine Heimat nennt, hat sein großes Projekt „Geschichte des eichsfeldischen Dorfes Großbartloff – von 1900 bis 2000 “ zu einem guten Ende geführt. Im Mai dieses Jahres kam nach mehr als 30 Jahren umfangreicher Recherchearbeit, die über 500 Seiten umfassende Schrift in den Druck. Wie es dazu kam, berichtet der Autor nur allzu gern:

„Wenn man ein solches Unternehmen startet“, so Bernd Homeier, „muss man in gewissem Sinne ´eine Macke´ haben. Das A und O einer über 100 Jahre umfassenden Chronik eines Ortes ist die Recherche, die ich sehr akribisch, jahrelang betrieben habe. Ich ging in Archiven ein und aus und musste mitunter für nur einige wenige Daten, die ich benötigte um weiterarbeiten zu können, lange recherchieren und viele Menschen befragen. Die Idee bzw. der Anstoß, diese Chronik zu verfassen, wurde eigentlich aus der Not geboren. Der Onkel mütterlicherseits, der in Mühlhausen wohnhaft war, hatte seinerzeit mit chronologischen Aufzeichnungen über die Kirmes und den Sportverein begonnen, konnte diese aber, auf Grund fehlender Mobilität, in dem Ausmaße nicht fortführen, wie es erforderlich gewesen wäre. So dachte ich mir, dass es sehr schade wäre, wenn die vielen historischen Informationen verloren gingen. Zeitzeugen wird es irgendwann auch keine mehr geben. Also musste etwas geschehen. So beschäftigte ich mich damit, diese unwiederbringlichen, historisch wichtigen Dinge festzuhalten, wo immer ich sie auch fand. In den Jahren 2002/03 habe ich dann begonnen, alles, was ich im Laufe der Jahre zusammengetragen hatte, auf Papier zu bannen. Ich habe dies mit meiner mechanischen Schreibmaschine, Baujahr 1955, getan. Das Manuskript musste dann allerdings noch einmal in den Computer geschrieben werden. Mein Sohn hat mir dabei, mit nie versiegender Geduld, die wichtigsten Computerkenntnisse beigebracht, alle Rückschläge mit getragen und mich immer wieder aufgebaut. Ich schrieb, schrieb und schrieb, bis ein falscher, für mich unerklärbarer Tastendruck dann 14 Tage harter Eingabearbeit zunichte gemacht hatte. Alle Versuche, das unwillkürlich Gelöschte zu finden, schlugen fehl. Auch damit musste ich leben, aber nun ist das Werk beendet und alles hat ein gutes Ende genommen.“

Auf die Frage, ob der Autor dieses Buch als sein Lebenswerk betrachtet, antwortete dieser, ohne lange zu überlegen: „Ja, dieses Buch ist mein Lebenswerk, es hat praktisch mein gesamtes Leben in Anspruch genommen."

Im Jahr 1923 wurde erstmals eine Chronik des Ortes vorgestellt. Diese stammte vom damaligen Ortspfarrer Nikolaus Görich. Homeiers Chronik nimmt nun das gesamte 20. Jahrhundert unter die Lupe, listet auf und berichtet von Ordensfrauen, Pfarrern, Platzmeistern, Ordnungshütern, Förstern, Lehrern, aber auch von Kirmesbräuchen, vom kirchlichen Leben, von der Eisenbahn und vom Brauchtum, um nur diese Dinge zu nennen.

Heute werden für die historische Ortschronik Görichs Liebhaberpreise gezahlt. Es gibt nur noch wenige Exemplare davon.

Wie aber ist Bernd Homeier zum Schreiben gekommen? Sein Vater hat daran einen großen Anteil. Er kaufte im Jahr 1955 eine Schreibmaschine und Sohn Bernd musste dem Vater, der eine Strickerei besaß, die Post erledigen, Briefe verfassen und mit der Maschine schreiben. Schon früh hatte sein Sohn Gefallen gefunden am Schreiben und Formulieren. Die Chronik Großbartloffs ist nicht sein erstes Werk. Schon zwei Schriften hat er verfasst, die aber nicht veröffentlicht wurden. Sie haben die Geschichte der örtlichen Feuerwehr und der Gesangvereine zum Inhalt.

Zum Verlag Rockstuhl kam der Autor auf eigenes Zutun. Zwei Verlage hatten Interesse angemeldet, ließen den Autor dann aber lange warten und letztendlich hängen, so dass er es selbst in die Hand nahm, einen Verlag zu finden. Der Verlag Rockstuhl war dem Autor als ein solider Verlag bekannt, der immer wieder gute Kritiken bekommt. Er überlegte nicht lange und klopfte an Harald Rockstuhls Tür. So entstand eine fruchtbare Zusammenarbeit, und die Leser dürfen nun das Ergebnis zwischen zwei Buchdeckeln erleben.

Der Autor denkt noch nicht daran aufzuhören. Es spuken schon neue Pläne in seinem Kopf. So möchte er sich in der Zukunft mit nicht mehr gebräuchlichen Ausdrücken und Redewendungen des Eichsfelds beschäftigen, die es wert sind aufgeschrieben zu werden, weil ihnen mitunter sehr viel Weisheit und Lebenserfahrung zugrunde liegt. „Die Idee aber muss noch reifen“, sagt Bernd Homeier, „denn auch hier läuft, ohne eine gezielte Recherche rein gar nichts.“


Das Buch kann erworben werden über:

http://www.literaturversand.de


oder direkt über den Autor:

Bernd Homeier
Herztorstraße 11
37359 Großbartloff

Telefon: 036027/74439
E-Mail: berndhomeier@gmx.de
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