Schillers Schädel ...

Rita Hausen und der Schädel von Friedrich Schiller

Die Autorin Rita Hausen beschäftigt sich schon seit ihrer Jugend mit der Biographie und dem Werk Friedrich Schillers. Sie sagt: „Die erste Begegnung mit Schiller hat bei mir eine Initialzündung bewirkt. Ich war damals auf der Handelsschule und habe im Anschluss bei einer Sparkasse gearbeitet. Mir wurde klar, dass ich mich mit Literatur und Philosophie beschäftigen wollte. Ich machte das Abitur nach und studierte in Bonn Germanistik und katholische Theologie.“
Als 2008 der Dokumentarfilm „Der Friedrich-Schiller-Code“ von Ute Gebhardt im MDR gesendet wurde, wurde Rita Hausen hellhörig. „Das war eine ungemein spannende Angelegenheit. Ich hatte mich aufs Krimischreiben verlegt und begann mich mit diesem „Fall“ zu beschäftigen. Spannend fand ich, mit welchem Aufwand die DNA Schillers ermittelt wurde und das Ergebnis, dass Schädel und Gebeine Schillers in der Fürstengruft zu Weimar nicht die des Dichters sind.“, sagt Rita Hausen. Was die Phantasie der Autorin angeregt hat, war dann die Tatsache, dass in Weimar ein leerer Sarg in der Fürstengruft steht und dass Schillers Schädel möglicherweise in irgendeiner Schädelsammlung „herumsteht“. Damit war der Hintergrund für ihren Krimi „Schiller-Code“ gefunden.
Die Autorin hat sich ausführlich mit dem Schicksal von Schillers Schädel und Gebeinen beschäftigt, was in enger Verbindung mit dem Kassengewölbe auf dem Jakobsfriedhof in Weimar steht. Sie „ermittelte“ auch einen Zusammenhang mit dem Medizinalrat Ludwig Friedrich Froriep, der ein Anhänger des Wiener Arztes Franz Joseph Gall war. Anhänger Galls waren bekannt dafür, sich als Schädeljäger zu betätigen. Sie haben zum Beispiel den Schädel Josef Haydns aus dem Grab geraubt, um an ihm ihre Untersuchungen vornehmen zu können.
Da Froriep später nach Tübingen ging, kam ihr der Gedanke, dass er möglicherweise den Schädel Schillers aus Weimar mitgenommen haben könnte und dass er in der Tübinger Schädelsammlung auf seine Entdeckung wartet.
Das vorliegende Buch ist das erste der Autorin, in dem sie eine literarische Persönlichkeit verarbeitet. Der Mozartkrimi „Trazom“ und der Roman über die Jugend Friedrichs des Großen „Ein ungeratener Sohn“ sind weitere Bücher der Autorin. Demnächst kommt ein Roman über den Arzt und Minister Johann Friedrich Struensee heraus, der in Halle geboren wurde und dort studiert hat.
„Schiller-Code“ beschäftigt sich nicht nur mit dem historischen Hintergrund, dem Schicksal von Schillers Gebeinen, sondern thematisiert auch: Kindesmissbrauch, die psychologische Entwicklung eines Menschen, der zum Mörder wird, die Zustände in einem DDR-Gefängnis und Grundgedanken der Quantenphysik, die die Autorin mit Ideen Schillers aus der „Ästhetischen Erziehung des Menschen“ in Verbindung setzt.
Inhaltlich geht es im Krimi „Schillers Schädel“ um folgendes:
Am 10.11.2009 wird eine schauerliche Bluttat an einem Professor der Anatomie begangen. Er wird mit abgetrenntem Kopf in der Schädelsammlung aufgefunden. Drei Tage später geschieht ein weiterer Mord. Theaterregisseur Kramer liegt erdolcht in der Garderobe. Die Polizei ist ratlos, obwohl der Mörder Botschaften hinterlässt. Ein Team von Fallanalytikern, das von Lena geleitet wird, versucht Licht ins Dunkel zu bringen. Hat es etwas zu bedeuten, dass der erste Mord am 250. Geburtstag von Schiller geschah? Dass der Professor auf der Suche nach Schillers echtem Schädel war? Dass Kramer eine umstrittene Wallenstein-Inszenierung auf die Bühne gebracht hat? Gehören die Fälle überhaupt zusammen? Die Spur führt zunächst zu einem kauzigen Bibliothekar, der einen Verein gegründet hat, der sich für ein würdiges Grabmal Schillers einsetzt.
Dann finden Lena und ihr Team heraus, dass Professor John und der Theaterregisseur sich 1975 in einem DDR-Gefängnis kennen gelernt haben. Schließlich weist das Profil immer deutlicher auf Professor Johns Assistent Bürkle hin. Bürkle und John sind sich 1986 in Heidelberg über den Weg gelaufen und hatten beide mit dem umstrittenen „Plastinator“ Clemens Dohms zu tun. Für Lena wird immer deutlicher, dass Bürkle die Morde begangen hat, sie kann ihm jedoch nichts nachweisen.
Sie setzt den Doktoranden Wimmer darauf an, Bürkles Arbeitszimmer nach einem Dokument zu durchsuchen, das ihn überführen würde.
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