Wo die Erinnerung zu Hause ist ...

10 Jahre Kanonenbahnmuseum Großbartloff - Lengenfeld unterm Stein

Der Gedanke des Gründerquartetts um Bernward Seipel (Struth), Stefan Henning (Heyerode), Frank Rümenapp (Dingelstädt) und den leider schon verstorbenen Detlef Wendt (Mühlhausen) war es, die Räumlichkeiten des damaligen Schullandheims Großbartloff auch in den Wintermonaten sinnvoll zu nutzen. Die Idee für das Kanonenbahnmuseum war geboren. Im November dieses Jahres feiert es nun sein 10jähriges Jubiläum. Seit dem Jahr 2009 – das Museum war mittlerweile nach Lengenfeld unterm Stein in die Kegelbahn des ehemaligen Hotels Hagemühle umgezogen - das jetzt als Fußballinternat weiterlebt – können sich Interessierte auf 200 m² rund um die Geschichte der Kanonenbahn informieren.

Besonders stolz ist Bernward Seipel auf die 14 Meter lange Spur-1-Anlage, die komplett funktionstüchtig, bestaunt werden kann. Die ehemals längste durchgehende Eisenbahnstrecke Deutschlands – die Kanonenbahn von Berlin über Koblenz nach Metz - ist für den Besucher multimedial auf dem Streckenabschnitt Leinefelde – Eschwege in einer Echtzeit-Computersimulation, an Hand alter Großbildfotos und auf der Spur1-Anlage nachvollziehbar. Eine Dauerausstellung mit dem Titel „Im Dienste Gottes und des Kaisers“ beschäftigt sich mit dem im eichsfeldischen Holungen geborenen Pfarrer und Heimatdichter Dr. Hermann Iseke, der für die Hymne des Eichsfeldes bekannt ist.

Ein weiteres Highlight ist die umfangreiche Uniformsammlung, die das Museum zu bieten hat. „Die Besucher können“, so Seipel, „die lokale Geschichte an Hand zahlreicher Uniformen nachempfinden. „Die Geschichte der Deutschen ist auch immer die Geschichte des Bürgers in Uniform in seiner oft unheilvollen Ausprägung, und Uniformen gehörten bis zum Ende der 90er Jahre, vor allem in der DDR, zum Alltag der Menschen“, so Seipel gegenüber der Zeitung. Das Museum ist im Besitz von Uniformen die die wechselvolle Geschichte der der Orte an der Kanonenbahn im Südeichsfeld über ein Jahrhundert widerspiegeln.

Ab September dieses Jahres dürfen sich Interessierte über eine informative Sonderausstellung mit dem Titel „Gleise für den Krieg – Die Kanonenbahn zwischen Leinefelde und Eschwege im 1. Weltkrieg“ freuen. Bernward Seipel, der bereits ein Buch über den Bahnhof Lengenfeld unterm Stein veröffentlicht hat, wird noch in diesem Jahr ein Buch mit gleichnamigen Titel veröffentlichen. Anlass hierfür ist die 100jährige Wiederkehr des Gedenkens an den Beginn des 1. Weltkrieges. Dann wird auch die Spur1-Anlage der Erinnerung an dieses Ereignis seine Aufmerksamkeit schenken.

Im Gespräch lies der engagierte Kanonenbahnenthusiast verlauten, dass im nächsten Jahr mit einer Ausstellung „Wie der Krieg ins Eichsfeld und nach Struth kam“ zu rechnen sei, die er gedanklich bereits in sich trägt.

Auf die Frage, was das Museum für ihn persönlich bedeutet, antwortet der Struther: „Für mich sind es die Museumsbesucher mit ihren Lebensgeschichten, die mir Freude bereiten. Ein Museum ist ein Ort, an dem die Erinnerung zu Hause ist. Ein Erlebnis aus der jüngsten Zeit ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Es hat nicht direkt mit dem Museum zu tun, aber mit meinem Buch über die Kanonenbahn zwischen Effelder und Geismar. Im letzten Advent lernte ich Maria Ruhland kennen, die mir berichtete, dass sie sich in meinem Buch wieder gefunden hat. Auf einem Bild aus dem Jahr 1940, am Haltepunkt Effelder, hatte sie sich als 17-jährige entdeckt und war erstaunt über den Ursprung des Bildes, das ich aus dem Stadtarchiv in Eschwege bekommen hatte und ihr selbst bisher unbekannt war. So war dies einer der Momente, wo einem der Sinn des eigenen Tuns in besonders sympathischer Weise entgegenstrahlt.“, berichtet der Autor.


Öffnungszeiten ab April dieses Jahres:

täglich von Montag bis Freitag: 10:30 Uhr bis 15:30 Uhr in der Schulzeit.
Außerhalb der regulären Öffnungszeiten und in den Schulferien sind Anmeldungen für Gruppen ab sechs Personen nach Absprache möglich. Tel.: 036027-70096

Preise:

Erwachsene: 3,50 Euro
Kinder ab 6 Jahre: 2,00 Euro
Gruppen ab 6 Personen: 3,00 Euro
Familie (2 Erw. + 2 Kinder): 8 Euro
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