Am Vorstart in die neue Flugsaison - Vorgestellt: Julian und Leon Trutwig - Zwei Jung-Brieftaubenzüchter aus Teistungen

Julian (links, 16 Jahre) und Leon Trutwig (links, 14 Jahre) mit zwei handzahmen Brieftauben.
 
Julian zeigt es: Dort in der Scheune befinden sich die Taubenschläge von ihm und seinem Bruder Leon.
Sonntag, der 28. April, 12.00 Uhr - für Julian (16 Jahre alt) und Leon Trutwig (14 Jahre alt) aus Teistungen bricht nun eine spannende Stunde an. Soeben sind laut Flugplan ihre 50 Brieftauben im 45 Kilometer entfernten Sontra zum ersten Trainingsflug der neuen Saison gestartet.

Bereits am Abend des Vortags hatten die Brüder ihre Tiere beim Vereinshaus in Teistungen an den „Taubenexpress“ übergeben. Nun heißt es warten. Die beiden Jungen nutzen die Zeit zum Säubern der Taubenschläge. Doch sie sind angespannt.
Wann werden die ersten Tauben eintreffen?

Um 12.30 Uhr landet das erste Tier nach einer Platzrunde am Schlag. 30 Minuten Flugzeit für 45 Kilometer - eine sehr gute Zeit, konstatieren die beiden jungen Brieftaubenzüchter. Immer weitere Tiere treffen ein, das letzte schließlich gegen 17.30 Uhr.

Fünf Tauben bleiben aus. „Dass sie noch kommen, ist eher unwahrscheinlich. Da war bestimmt irgendwas, Raubvögel, oder sie haben die Orientierung verloren“, sagt Julian. Da sich auch gute Tiere unter den Vermissten befinden, ist wohl eher von Ersterem auszugehen. Ein bis zwei Tiere bei einem Flug zu verlieren, kommt öfter vor, gleich fünf Stück jedoch sind schon ein herber Verlust.

Es folgen noch zwei weitere Trainingsflüge - mit Start im 90 Kilometer entfernten Homberg und dann vom 120 Kilometer entfernten Alsfeld aus - bevor am 11. Mai die erste von insgesamt 13 Preis-Touren ansteht. Da müssen die Brieftauben von Leon und Julian vom 209 Kilometer entfernten Idstein den Weg nach Teistungen zurück finden, und das in möglichst kurzer Zeit.

Um die Vögel für diese Herausforderung fit zu machen, erhalten sie seit Tagen schon fettarmes, energiereiches Reisefutter sowie Vitamine.

Zur Taubenzucht kamen Leon und Julian Trutwig über ihren Freund Julian Burchardt. „Zu dem sind wir sonntags immer gefahren, zum zu kucken, wenn die Tauben von ihren Flügen zurückkommen. Das war sehr spannend“, erzählt Julian. Irgendwann gab ihnen ihr Freund mehrere Tiere mit und meinte, dass sie es selbst einmal mit diesen probieren sollten. Die geschenkten Tauben wurden zunächst in einem kleinen Taubenhaus untergebracht.

Die Begeisterung der beiden Jungen für Brieftauben wuchs stetig und mündete am Ende in der logischen Konsequenz, Mitglied im Taubenzüchterverein werden zu wollen. Die Idee stieß Mutter und Vater zunächst auf wenig Gegenliebe. Nach zweiwöchiger Diskussion jedoch gaben sich die Eltern geschlagen.

Seit Herbst 2010 sind Julian und Leon Trutwig Mitglieder im Taubenzüchterverein und in diesem mit die Jüngsten. Von mehreren anderen Züchtern erhielten sie Tauben geschenkt. Aus 20 bis 30 Tieren, von denen anfangs die Rede war, wurden am Ende 70.

In der Scheune auf dem elterlichen Hof wurden drei Taubenschläge gebaut, und seit der Flugsaison 2011 nehmen die Tauben von Leon und Julian regelmäßig an den Preisflügen teil. Ihr bisher bestes Ergebnis erreichten sie beim ersten Preisflug im Juli vergangenen Jahres mit einem 6. Platz.

„Wir wollen natürlich mal Regionalverbands-Meister werden“, antwortet Julian auf die Frage nach ihrem größten Wunsch und fügt dann hinzu: „Aber das wird wohl noch viel Arbeit und Zeit kosten.“

Täglich investieren die Brüder zwischen drei und vier Stunden in die Brieftauben, die zumeist handzahm sind. Auch, wenn Julian und Leon die meisten Tiere durch die Merkmale ihres Gefieders genau kennen, persönliche Namen geben sie ihnen nicht.

Julian erklärt, warum: „Das würde die Trauer nur noch verstärken, wenn ein Vogel wegbleibt.“
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