Auf den Spuren der ersten Besiedlung - Trotz des 775. Jubiläums der Ersterwähnung - Breitenworbiser Geschichte reicht viel weiter zurück

Die Schule in Breitenworbis in einer Aufnahme aus dem Jahre 2001. (Foto: Manfred Winter)
 
Die sanierte Staatliche Grund- und Regelschule in Breitenworbis mit ihrem heutigen Aussehen, aufgenommen im vergangenen Jahr. (Foto: Manfred Winter)
1238 ist das Jahr der bisher ältesten aufgefundenen Urkunde, die ‚Breytenworbetze‘ erwähnt. Auf den Gregorianischen Kalender übertragen, datiert diese Urkunde vom 22. März 1238 zu folgendem Sachverhalt: Der Mainzer Erzbischof Sigfridus (III.) gestattet zu Erfurt, dass der Ritter Berhardus zu Worbis Mainzer Lehen in Husen an den Abt von Kloster Gerode veräußert und diese durch seine Güter zu ‚Breytenworbetze‘ und anderen Orten ersetzt.

Die urkundlichen Ersterwähnungen sagen über das wirkliche Alter des Ortes kaum etwas aus, gingen doch während der Jahrhunderte Akten der Kirchgemeinden oder der Kanzleien des Territorialadels, zum Beispiel durch Brände, kriegerische Plünderungen und Brandschatzungen (wie im Bauerkrieg oder Dreißigjährigen Krieg) häufig verloren.

So reichen die Breitenworbiser Kirchenbücher kaum ins 17. Jahrhundert zurück. Und staatliche Standesämter wurden erst um 1874 eingeführt.

Dass da aber schon lange vorher etwas war, beweist beispielsweise der Kley mit seiner Fliehburg, eine urgeschichtliche Bastion, deren Spuren bis zur menschlichen Besiedlung in die Jungsteinzeit zurückreichen.

Die Breitenworbiser wurden über Jahrhunderte hinweg vom Kurmainzer Amt Harburg (nach deren Zerstörung im Bauernkrieg vom Amt Harburg-Worbis) verwaltet und mit Abgaben beziheungsweise Frondiensten belastet. Berühmt-berüchtigt waren die von 1381 bis 1574 mit der Harburg als Mainzer Amtmannen belehnten Herren von Bültzingslöwen. Eine Linie dieses Adelsgeschlechtes bewirtschaftete den ‚Junkerhof‘ in Breitenworbis, dessen Mauerreste von geschichtsbewussten Bewohnern der Gutsstraße erhalten werden.

Was war vor den genannten Ersterwähnungen? Wie alt ist Breitenworbis wirklich? Wie ist der Ortsname Breitenworbis zu deuten? Antworten auf diese Fragen und andere Fragen versucht Manfred Winter, von dem auch die oben aufgeführten historischen Informationen über Breitenworbis stammen, in einem ausführlichen Vortrag zur Orts- und Heimatgeschichte innerhalb des Programms der Festwoche am Donnerstag, dem 10. Oktober, zu geben.

Er wird dabei unter anderem über Meilen- und Stolpersteine der Ortsgeschichte sowie über die Ära der zahlreichen Vereinsgründungen hinsichtlich Sport und Kultur berichten. Denn noch heute gilt Breitenworbis als einer der sportlichsten Orte in weitem Umkreis – und Sangesfreudige haben sich in drei größeren Chören zusammengefunden.

Manfred Winter weiß aber auch über die barocke Dorfkirche „St. Vitus“ zu berichten, die 1681 bis 1686 unter großen Opfern der zuvor durch Kriegsjahrzehnte arg dezimierten Bewohnerschaft errichtete wurde. Das Gotteshaus überstand folgenschwere Brandkatastrophen, wie den Jahrhundertbrand von 1859 oder die Feuersbrünste von 1900 und 1905.

Veranstaltungstipp


Im Rahmen der Festwoche anlässlich der urkundlichen Ersterwähnung von Breitenworbis Anno Domini 1238 wird am Donnerstag, dem 10. Oktober, um 20.00 Uhr im Thüringer Hof in Breitenworbis ein Abend für Geschichts- und Heimatfreunde durchgeführt.
- Erster Programmpunkt ist ein Vortrag zur Orts- und Regionalgeschichte von Manfred Winter.
- Es folgt eine Video-Präsentation über eindrucksvolle Orte und Naturschönheiten des Eichsfeldes von Gerhard Winter.
- Die Veranstaltung klingt mit Bewirtung gemütlich aus.
- Der Eintritt ist frei, eine Platzreservierung wird empfohlen, Telefon (036074) 629 56
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