Das Jobprofil - Wie ist das Leben als Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik, Herr Wieg?

Montage und Demontage von Elektromotoren: Mathias Wieg (links) und Mitarbeiter Michael Kaufmann (rechts) setzen einen Rotor in den 160-KW-Pumpenantrieb ein.
 
Arbeit mit modernster Technik: Mit einem so genannten Baker-Gerät kann Mathias Wieg die Wicklungen des Motors überprüfen.
Gernrode: Gernröder Elektromaschinenbau | Per Kran wird der schwere Rotor vom Hubwagen gehievt und zum Arbeitstisch hinüber geschwenkt, wo ihn Mathias Wieg dann mit sichtlicher Kraftanstrengung und der Hilfe eines Mitarbeiters in die richtige Position für die Motorenmontage bringt.

Der Rotor ist Teil eines großen elektrischen Pumpenantriebsmotors und stammt aus einem Kalibergwerk. Nachdem die Anlage dort ausgefallen war, hatte man in der Elektromaschinenbaufirma in Gernrode angerufen und um Hilfe gebeten, worauf sich Mathias Wieg und sein Team auf den Weg machten. Bei der Fehlersuche vor Ort wurde ein defekter Generator festgestellt. Dem Ausbau und Transport des Antriebs nach Gernrode folgten Demontage, Überholung, verschiedene Testläufe und schließlich wieder der Zusammenbau des elektrischen Aggregates.

Die typische Arbeit eines Elektronikers für Maschinen und Antriebstechnik oder Elektro-Maschinenbauers - wie die Bezeichnung früher einmal lautete. Menschen mit diesem Beruf stellen Wicklungen für Spulen, Elektromotoren oder Generatoren her, montieren elektrische Maschinen und Antriebssysteme, nehmen sie in Betrieb und halten sie zudem auch instand.

„Man sollte schon technisches Interesse mitbringen, wenn man sich für diesen Beruf entscheidet“, meint Mathias Wieg, der nach der zehnten Klasse eine entsprechende Berufsausbildung aufnahm und seit nunmehr schon sechs Jahren als Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik beim Gernröder Elektromaschinenbau arbeitet. Wem naturwissenschaftliche Fächer in der Schule Spaß machen, der ist in diesem Beruf - der ein sehr vielseitiges Tätigkeitsfeld besitzt - nicht verkehrt.

Neben der Montage und Demontage von Motoren sowie dem Erstellen von Wicklungen muss ein Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik auch Wickelschemen und Schaltpläne erstellen, Schaltschränke bauen und mit modernen Mess- und Diagnosegeräten arbeiten.

Genaues Arbeiten ist wichtig, denn beim laseroptischen Ausrichten der Ausrichten der elektrischen Antriebe wird mit Korrekturwerten von hundertstel oder gar tausendstel Millimetern gearbeitet.

Arbeitgeber sind Hersteller von Elektromaschinen und -motoren, Maschinen- und Anlagenbauer sowie Betriebe, die mit Elektroinstallationen zu tun haben. Aber es gibt auch Jobs bei den Ausbesserungswerken des Schienenverkehrs, im Bereich Windenergieanlagen und in der IT-Technik.

Wer?
Voraussetzungen sind ein Realschulabschluss mit einem Durchschnitt von 3,0 oder besser sowie wenigstens einer 3 in Mathe und Physik.

Wo?
Neben der praktischen Ausbildung im Unternehmen besucht man die Berufsbildende Schule in Burg (bei Magdeburg in Sachsen-Anhalt) und im Zuge der überbetrieblichen Ausbildung noch 30 bis 40 Tage im Jahr das Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer in Magdeburg.

Was?
Der Lehrplan gliedert sich in die Vermittlung von Kernqualifikationen, die für alle industriellen Elektroberufe gelten, sowie in die Spezialisierung in jeweilige Fachqualifikationen.

Wie lange?
Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre.

Zur Person Mathias Wieg


- Seinen Gesellenbrief erhielt der heute 27-Jährige 2006.
- Seitdem arbeitet er im Gernröder Elektromaschinenbau.
- 2009 schloss er erfolgreich seinen Elektromaschinenbauermeister ab, zu der Zeit als Jüngster in ganz Thüringen.
- Seit Ende 2006 ist er auch Mitglied des Gesellenprüfungsausschusses.
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