Den Pflanzen auf der Spur - Bestandsaufnahme der Flora im Bärenpark Worbis durch eine Biologiestudentin aus Jena

Die erste Pflanze, deren Bestimmung Elena Metzger einiges Kopfzerbrechen bereitete, war der Ahornstab. Bärenparkleiter Ralf Wettengel konnte hier aber weiter helfen.
 
Mit jedem Tag im Einsatz wird die Suche nach noch nicht erfassten Pflanzen schwieriger.
Worbis: Alternativer Bärenpark | WORBIS. Es ist mild, und die Sonne scheint durch die hohen Bäume. Elena Metzger steht im Alternativen Bärenpark Worbis auf der Wiese unterhalb der so genannten „Bären-Seniorenresidenz“ und lässt ihren Blick suchend umher schweifen.

Seit Tagen schon ist sie auf der Suche nach Pflanzen, die sie noch nicht klassifiziert hat. Und es finden sich immer wieder welche, wenn sie nur aufmerksam genug ist. Was die junge Frau hier betreibt, ist eine Bestandsaufnahme der Flora auf dem Bärenparkgelände.

Elena Metzger absolviert derzeit ihr Bachelor-Studium in fünften Semester an der Biologisch-Pharmazeutischen Fakultät in Jena. Über den bekannten Zoologen Prof. Dr. Udo Ganzloßer kam sie in Kontakt mit dem Alternativen Bärenpark Worbis, dessen Gelände nachhaltig und im Einklang mit der Natur umgestaltet werden soll. Hierfür ist es jedoch notwendig, überhaupt erst einmal zu wissen, welche Flora denn im Bärenpark beheimatet ist. Eine sehr vielfältige, so viel steht fest!

Die Bestandsaufnahme bildet genau die richtige Aufgabe für einen „HiWi“ - einen studentischen Hilfswissenschaftler. Und so ist Elena Metzger im gesamten Bärenpark unterwegs und sammelt Pflanzen, die sie dann bis auf die Art hinunter bestimmt. Auf ihren Arbeitstisch im Wirtschaftshof türmen sich neben Laptop und Fachbüchern haufenweise gepflückte Pflanzen.

„Meist reicht für die Bestimmung ein Blick in die Bücher, manchmal muss aber auch das Internet helfen“, sagt die Studentin, die in Worbis beheimatet ist. In manchen Fällen, wie etwa beim Ahornstab, konnte aber auch schon Bärenpark-Leiter Ralf Wettengel als passionierter Garten- und Kräuterfreund mit seinem Wissen weiter helfen. Das zunächst handschriftlich angelegte Pflanzenregister der Hilfswissenschaftlerin mit der deutschen und lateinischen Bezeichnung der Pflanzen ist inzwischen beachtlich angewachsen.

„Mittlerweile wird die Suche nach noch nicht registrierten Pflanzen immer schwieriger“, sagt die Studentin, die ihre Erkundungen in immer neue Ecken des Bärenparks ausweitet.

Rund 150 Pflanzenarten - vom Klee über Pilze bis zum mächtigen Lindenbaum - finden sich in ihrem Pflanzenregister wieder. Das klingt eigentlich gar nicht nach so viel.

Aber: „Gräser und Moose werden in die Liste nicht mit aufgenommen. Deren Bestimmung wäre für uns natürlich auch sehr interessant, aber das würde den Rahmen sprengen“, bedauert Bärenparkleiter Ralf Wettengel.

In einem nächsten Schritt werden die Pflanzen noch einmal nach bestimmten Kategorien eingeordnet, so unter anderem nach Giftigkeit, Nutz- sowie Essbarkeit, aber auch nach ihren persönlichen Ansprüchen. Im Frühjahr, wenn all jene Pflanzen sichtbar werden, die man jetzt im Herbst nicht findet, wird Elena Metzger noch einmal in den Bärenpark kommen und ihr Pflanzenregister vervollständigen.

Das Projekt


- Das neue Projekt im Alternativen Bärenpark Worbis steht unter dem Arbeitstitel „Umgestaltung des Bärenparkgeländes nach den Prinzipien der Permakultur“.
- In Zeiten von Monokulturen, Umweltzerstörung, Massentierhaltung und Lebensmittelskandalen macht sich das Projekt Gedanken über Naturressourcen und Biokapazitäten.
- Hintergrund ist die Idee, das Bärenparkgelände beispielhaft als Plattform für das Anlegen einer „essbaren Kultur“ zu nutzen.
- Hierzu sollen an verschiedenen Stellen mit unterschiedlichen Bedingungen zwischen der natürlichen Vegetation Nutzpflanzen angesiedelt werden.
- Projektverantwortliche sind Bärenpark-Leiter Ralf Wettengel sowie sein Vorgänger Uwe Lagemann.
- Projektträger ist die Stiftung für Bären
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