Der Erfinder der Kaffeemaschine - Jugendgeschichtsprojekt „Zeitensprünge“ - Acht Weißenborner Jugendliche auf Forscherpfaden

Work & fun - Arbeit und Spaß: Die Nachforschungen haben den Beteiligten eine Menge Spaß bereitet und dafür gesorgt, dass alle "bei der Stange bleiben". Auf dem Bild: Simon Kanngießer, Andrea Heise, Laura Polle und Peter Polle.
 
Laura Polle (15 Jahre) hat zu Hermann Eicke, dem Erfinder der Kaffeemaschine, eine Menge Material zusammen getragen.
Weißenborn-Lüderode: Heimatstube | WEISSENBORN-LÜDERODE. Wer hätte gedacht, dass der Erfinder der Kaffeemaschine aus Weißenborn-Lüderode kommt. Oder dass der erste Mensch aus dem Eichsfeld, der ein Flugzeug als Pilot geflogen hat, ebenfalls aus dem beschaulichen Eichsfeld-Ort stammt.

Weißenborn-Lüderode mit seinen zirka 1.500 Einwohnern hat schon einige Persönlichkeiten hervor gebracht, die nicht nur in der Historie des Ortes und des Eichsfeldes eine wichtige Rolle spielten, sondern zum Teil weit darüber hinaus.

Acht Jugendliche der Gemeinde betätigten sich über zehn Monate hinweg im Rahmen des Jugendgeschichtsprojektes „Zeitensprünge“ als Geschichtsforscher.

„Wir haben den Jugendlichen viel zugetraut und das Ganze auch sehr jugendgemäß gestaltet. Das sorgte für Spaß und zugleich dafür, dass alle vom Anfang bis zum Ende am Projekt dran blieben“, erzählt Andrea Heise, die als Villa-Lampe-Mitarbeiterin gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Heimat- und Geschichtsvereins, Peter Polle, das Projekt betreute.

Jeder der 13- bis 18-jährigen Jugendlichen suchte sich eine Persönlichkeit aus und nahm Recherchen zu ihr auf. Zeitzeugen wurden befragt, das Internet „durchwühlt“, alte Dokumente und Fotos gesichtet und nicht zuletzt der große Fundus der Weißenborner Heimatstube genutzt.

Die Nachricht von den jungen Geschichtsforschern machte in Dorf schnell die Runde, sodass es auch Unterstützung durch die Einwohner gab. Das Projektteam traf sich regelmäßig im Jugendclub, und das zuletzt in immer kürzeren Abständen. Es wurden erstaunliche Informationen zusammengetragen, was die Begeisterung stetig wachsen ließ.

Neben drei Schautafeln, die in der Heimatstube einen Ehrenplatz finden, entstand im Ergebnis des Projektes auch ein ganz besonderer zeitloser Kalender, über den sich sicher nicht nur Geburtstagskinder und Jubilare des Ortes freuen werden.

Auch die Präsentation der Projektergebnisse zum Jugendgeschichtstag Ende November im Thüringer Landtag erregte einiges Aufsehen.

Der große Erfolg hat die Jugendlichen beflügelt, in diesem Jahr ein neues Projekt in Angriff zu nehmen. „Unter dem Titel „Grenzerfahrungen“ wollen sie Geschichten und Begebenheiten in und rund um Weißenborn in Verbindung mit der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze zusammen tragen.

Bis 1971 lag der Ort schließlich direkt im Sperrgebiet, und das Leben wurde auch in den Jahren danach durch den nur sechs Kilometer entfernten Grenzzaun bestimmt. Gesucht werden wieder Leute, vor allem Zeitzeugen - übrigens von beiden Seiten der Grenze - die etwas zum Thema zu erzählen haben.

Zum Jugendgeschichtstag 2012 will das Jugendgeschichts-Team dann die Ergebnisse präsentieren.

Hintergrund

- Das Jugendgeschichtsprojekt „Zeitensprünge“ wurde von der Stiftung Demokratische Jugend und dem Land Thüringen gefördert.
- Mit ihrer neuen Idee unter dem Titel „Grenzerfahrungen“ haben sich die Jugendlichen an der neuen Ausschreibung des Zeitensprünge-Projekts beteiligt und bereits eine mündliche Zusage für die Teilnahme 2012 erhalten.
- Menschen, die Geschichten und Begebenheiten rund um Weißenborn-Lüderode in Zusammenhang mit der damalige deutsch-deutschen Grenze zu erzählen haben, werden um Unterstützung gebeten.
- Kontakt bekommt man am über Projektbetreuerin und Villa-Lampe-Mitarbeiterin Andrea Heise, Telefon (0171) 26 85 050


Persönlichkeiten

Drei berühmte Persönlichkeiten aus Weißenborn-Lüderode:
- Hermann Eicke meldete um 1890 das erste Patent zur Kaffeemaschine an.
- Johannes Josef Zinke war der erste Flugzeugpilot des Eichsfeldes. Er stürzte 1918 bei Berlin ab.
- Der Vater von Christian Adalbert Kupferberg, dem Begründer der berühmten Sektfirma Kupferberg, lebte in Weißenborn-Lüderode.
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