Der Verklärung entgegen wirken - Besonders für Schulklassen: Ausstellung „DDR: Mythos und Wirklichkeit“ im Grenzmuseum Schifflersgrund

Museumsleiter Wolfgang Ruske im Gespräch mit Jörg Schröder und Waldemar Zeiter bei der Vorbereitung der Ausstellung.
 
Die Austellung über Mythos und Wirklichkeit in der DDR gibt gerade jungen Museumsbesuchern die Chance, etwas über ein Leben zu erfahren, das sie selbst bewusst nicht mehr kennen gelernt haben.
Asbach-Sickenberg: Grenzmuseum Schifflersgrund | „Die Zeiten, in denen es noch zwei deutsche Staaten gab, liegen inzwischen mehr als 20 Jahre zurück, und es ist mit jedem weiteren Jahr, das vergeht, eine gewisse Verklärung zu bemerken, was das Leben in der ehemaligen DDR betrifft“, stellt Wolfgang Ruske, Leiter des Grenzmuseums Schifflersgrund, fest.

Als eines von insgesamt vier Museem in Thüringen an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze will die Einrichtung bei Asbach-Sickenberg dafür sorgen, dass eben nichts von damals vergessen wird. Die Erinnung an die Mauer und die deutsche Teilung soll - nicht zuletzt als Mahnung für die Zukunft - wach gehalten werden.

Noch bis 27. März ist daher im großen Ausstellungsraum des Grenzmuseums eine Wanderausstellung der Konrad-Adenauer-Stiftung mit dem Titel „DDR: Mythos und Wirklichkeit - Wie die SED-Diktatur den Alltag der DDR-Bürger bestimmte“ zu erleben.

Auf 20 großen Tafeln wird das DDR-Leben ganz ungeschminkt dargestellt. „Besonders Schulklassen sollten die Möglichkeit zu einem Besuch der Ausstellung nutzen. Wir bieten ihnen eine Führung durch die Ausstellung mit Begleitung durch unsere Pädagogen an, und es gibt außerdem noch jede Menge Informationsmaterial. Selbstverständlich werden die Führungen auf die jeweilige Altersklasse und das Schulniveau zugeschnitten“, betont Wolfgang Ruske.

Und weil die Ausstellungsführer die Zeiten vor der Wende noch selbst und zum Teil aus verschiedenen Blickwinkeln erlebt haben, dürften ihre Schilderungen und ihre Antworten auf gestellte Fragen mindestens ebenso interessant sein, wie die Ausstellungstafeln selbst.

Es sei nicht die erste Veranstaltung dieser Art im Grenzmuseum, vermerkt der Gedenkstätten-Leiter stolz. Bereits im vergangenen Jahr habe man ein komplettes Fortbildungsveranstaltungsprogramm für Lehrkräfte und Schulklassen aus verschiedenen Bundesländern, darunter natürlich auch aus Thüringen, angeboten. Und allein in den ersten beiden Monaten dieses Jahres nutzen bereits rund 250 Schüler die Möglichkeit der Teilnahme an pädagogischen Führungen durch das Grenzmuseum.

„Wir haben einen Bildungsauftrag, und mit den Lehrkräften, die man uns zur Verfügung gestellt hat, werden wir ihn auch umsetzten und in Zukunft noch intensivieren“, stellt Wolfgang Ruske klar und verweist bereits auf das nächste große Vorhaben.

Begleitend zur Gedenkveranstaltung zum Volksaufstand des 17. Juni 1953 in der DDR bereitet das Grenzmuseum eine Dokumentation vor, die einen Bogen vom Aufstand im Jahre 1953 bis zur Wende 1989 spannt und besonders wieder Schulklassen ansprechen wird.

Fakten

- Die Ausstellung „DDR: Mythos und Wirklichkeit“ kann montags bis sonntags jeweils von 10.00 bis 17.00 Uhr besucht werden.

- Die 20 Informationstafeln wurden durch die Konrad-Adenauer-Stiftung in Anlehnung an das Internet-Wissenportal www.ddr-mythen speziell für die Arbeit an Schulen konzipiert.

- Thematisiert werden unter anderem Alltag, Kultur, Wirtschaft, Umwelt, Schule und Ideologie im ehemaligen Arbeiter- und Bauernstaat.

- Federführend bei der Erarbeitung der Ausstellung war die Thüringer Landesbeauftragte für Stasi-Unterlagen, Hildigund Neubert.

- Schulklassen können sich unter Telefon (036087) 984 09 für eine Führung anmelden.
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