Die Fantruppe für die Region - Nichteichsfelder, die glühende Verehrer des Eichsfeldes sind - Die Interdisziplinären Eichsfeldfreunde

Eine große Liebe von Dipl.-Ing. Karl-Heinz Kraass (links im Bild) sind die Fahrrad-Draisinenfahrten auf einer der schönsten Eisenbahnstrecken Deutschlands vom Bahnhof Lengenfeld unterm Stein. (Foto: Interdisziplinäre Eichsfeldfreunde)
 
Dipl.-Ing. Karl-Heinz Kraass als Präsident der Interdisziplinären Eichsfeldfreunde mit einem Gast aus taiwan in Dingelstädt. (Foto: Interdisziplinäre Eichsfeldfreunde)
Leinefelde-Worbis: Haus Gülden Creutz | Sie sind glühende Verehrer des Eichsfeldes ohne selbst Eichsfelder zu sein. Und sie haben mit Dipl.-Ing. Karl-Heinz Kraass einen Präsidenten, der - obwohl ebenfalls kein Eichsfelder, sondern gebürtiger Rudolstädter und heute in Jena beheimatet - sich in der Region zwischen Werratal und Ohmgebirge weitaus besser auskennt als so mancher Eichsfelder selbst.

Die Rede ist von den Interdisziplinären Eichsfeldfreunden, die als erklärte Fantruppe nicht nur seit 1982 in alljährlich stattfindenden Exkursionen das Eichsfeld erkunden sondern darüber hinaus auch selbst großartige Veranstaltungen in der Region organisieren.

Wie etwa das 6. Eichsfelder Nachösterliche Chorfestival am 20. April in der Katholischen Kirche „St. Stephan“ in Gernrode. Oder auch das große Konzert des Chores der Dresdener Frauenkirche einen Tag später in „St. Maria Magdalena“ in Leinefelde.

An fing alles 1982, als sich Architekten und Bauingenieure - unter ihnen eben auch Dipl.-Ing. Karl-Heinz-Kraass - zu einem Bau-Reko-Kolloquium in Mühlhausen trafen. Im Anschluss machte sich die Tagungsleitung zu einer Exkursion ins Eichsfeld auf.

Ein Ausflug, der so viel Eindruck hinterließ, dass sich die Sache weit herum sprach. Die Exkursionen fanden in den Folgejahren eine Fortsetzung. Dabei wuchs nicht nur die Teilnehmerzahl (aus Deutschland und ganz Europa kommend), sondern es kamen auch neue Berufsgruppen hinzu, wie etwa Mediziner. Sogar ein Richter vom Bundesgerichtshof hat so schon das wunderschöne Eichsfeld kennen gelernt.

„Natürlich nehmen hin und wieder auch einige Eichsfelder an den Exkursionen teil, um durch uns einfach ihre eigene Heimat besser kennen zu lernen“, lacht Karl-Heinz-Kraass.

Er ist bis heute die treibende Kraft hinter allem, möchte - ganz bescheiden - an dieser Stelle aber noch Andreas Seidel aus Greiz und Professor Andreas Nietzoldt aus Dresden erwähnt wissen.

„Was ich selbst so sehr liebe, sind die Draisinenfahrten von Lengenfeld unter Stein aus. An der Bahnstrecke ist die Natur noch so unberührt und ausgeruht, es ist ganz einfach herrlich“, schwärmt der gelernte Technologe, der lange Zeit im Bauwesen tätig war und inzwischen in Rente ist. Wohl aus diesem Grund würde er es auch am liebsten sehen, wenn die alte Kanonenbahn wieder durchgängig bis nach Dingelstädt befahrbar gemacht wird.

„Die Interdisziplinären Eichsfeldfreunde verfolgen ein großes Ziel: Sie wollen in anderen Regionen Deutschlands und Europas die Liebe zum Eichsfeld im Herzen Deutschlands wecken“, stellt Kraass klar.

Bei einem Ausflug am 20. April legte er mit weiteren Eichsfeldfreunden eine Zwischenstation beim HVE Eichsfeld in Worbis um „Gülden Creutz“ ein, um dort einem Vortrag des HVE-Vorsitzenden, Gerold Wucherpfennig, zu lauschen.

Während Wucherpfennigs „Versuch einer Definition des Eichsfeldes“ hielt sich der Präsident der Interdisziplinären Eichsfeldfreunde mit ergänzenden Einwürfen, Fakten, kleinen Geschichten und Anekdoten zur Region nicht zurück.

Dass sich drei der je nach Berechnungsweise unterschiedlich ermittelten fünf Mittelpunkte Deutschlands direkt im Eichsfeld befinden, ist ihm ebenso geläufig, wie etwa die Antwort auf die Frage, weshalb Heyerode von allen Eichsfeldorten am nächsten zu Gott liegt (hat aufgrund seiner Lage die kürzeste Entfernung zum Papst in Rom). Und dass Dingelstädt die größte Handwerkerdichte Deutschlands aufweist, hat er sich vor nicht all zu langer Zeit vom Dingelstädter Bürgermeister Arnold Metz ebenfalls schon erklären lassen. Karl-Heinz Kraass ist beinahe so etwas wie ein wandelndes Eichsfeldlexikon.

Das hinterlässt Eindruck, auch beim HVE Eichsfeld und dessen Vorsitzenden, Gerold Wucherpfennig, der dem Präsidenten der Interdisziplinären Eichsfeldfreunde beim Besuch in Worbis den „Eichsfeldbrief“ mit der eindringlichen Bitte „Seien sie weiterhin Botschafter für uns!“ verliehen hat.

Im kommenden Jahr wollen die Interdisziplinären Eichsfeldfreunde ihre Exkursion mit einer 106 Kilometer langen Wanderung von Creutzburg bis nach Heiligenstadt auf eine ganz neue Stufe stellen.

Schließlich soll der Fanblock fürs Eichsfeld noch viel größer werden!

Fakten

- Die 31. Eichsfeldexkursion am 21. April führte vom Grenzmuseum Schiffslersgrund über das Kloster Zella, Heiligenstadt und Leinefelde bis zu einer Andacht vor Mitternacht in die Evangelische Barockkirche „St. Gallus“ in Tastungen.

- Zur nächsten großen Exkursion 2013, einer Wanderung von Creutzburg bis nach Heiligenstadt über 106 Kilometer hinweg, werden die Teilnehmer an der Werra einen Stein aufnehmen, und ihn symbolträchtig in Heiligenstadt in die Leine werfen.

- Am 20. April erhielt Karl-Heinz Kraass durch den Vorsitzenden des HVE Eichsfeld Touristik e.V., Gerold Wucherpfennig, als Überraschung und in Würdigung seiner Verdienste, den „Eichsfeldbrief“ des HVE verliehen.
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